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Kultureinrichtigungen

Nur ganz wenige Karten werden mit Rabatt abgegeben

BOCHUM Uwe Vorberg (Linke) sah sich wohl ein Stück weit missverstanden. Nein, einer Neiddebatte wolle er nicht Vorschub leisten. Aber die Privilegien für Rats- und Ausschussmitglieder in den städtischen Kultureinrichtungen sollten aus seiner Sicht abgeschafft werden. Eine Meinung, die – um es vorweg zu nehmen – nur ganz wenige Ratsmitglieder teilen.

Nur ganz wenige Karten werden mit Rabatt abgegeben

Wenn die Bochumer Symphoniker spielen, bezahlen fast alle Kommunalpolitiker den vollen Preis.

Die Kritiker des Antrages haben gute Argumente parat. Die meisten Kommunalpolitiker verweisen beim Kauf der Tickets nicht auf ihre besondere Funktion. So hat das Museum in diesem Jahr nicht einen Cent durch vergünstigte Karten verloren. Alle Kommunalpolitiker haben bei ihrem Besuch voll bezahlt. Ähnlich die Situation bei den Bochumer Symphonikern. Hier sind in der aktuellen Spielzeit gerade einmal vier Karten zum Sondertarif von 6,60 Euro verkauft worden. Das bedeutet eine entgangene Einnahme von 88 Euro.

Deutlich aufwändiger war es, die Daten zu ermitteln. Wie die Verwaltung berichtet, waren der Leiter des Kulturbüros (sechs Stunden) und eine Mitarbeiterin des gehobenen Dienstes (etwa acht Stunden) federführend mit dieser Anfrage der Linken befasst. Dazu kam der Arbeitsaufwand der Kultureinrichtungen. Sie recherchierten zudem, dass es bei der VHS, der Bücherei, dem Planetarium, dem Archiv und der Musikschule keine Vergünstigungen für Ratsmitglieder gibt. Keine Kosten entstehen der Stadt dadurch, dass Kommunalpolitiker Sportveranstaltungen besuchen. Sie werden von Vereinen und Verbänden eingeladen. Mit einer Sonderreglung beim VfL Bochum. Das Stadion ist an den Verein vermietet – allerdings nicht komplett. Auf 50 Plätze hat die Stadt ständig und dauerhaft Zugriff. Über die Nutzung entscheidet die Oberbürgermeisterin. Bei den Kultureinrichtungen bleibt es wie es ist. Mitglieder und sachkundige Bürger des Fachausschusses können weiter ermäßigte Karten kaufen – oder halt voll bezahlen.  

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