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Droht Ärztemangel in Olfen?

OLFEN Die Kassenärztliche Bundesvereinigung schlug kürzlich Alarm. Mehr als die Hälfte der in Deutschland niedergelassenen Haus- und Fachärzte sind über 50 Jahre alt. Insbesondere in ländlichen Regionen drohe künftig ein Nachwuchsmangel.

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Dr. Konstantin Koralewski und Patientin Sarah Walter.

Dr. Konstantin Koralewski.

Dieses Problem stellt sich in Olfen jedoch zurzeit und auch auf längere Sicht noch nicht. Zwar weist die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) für die Steverstadt schon für 2006 zwei Hausärzte zu wenig auf. Doch in der Praxis sieht Dr. Konstantin Koralewski darin kein Problem.

 Sechs statt acht Allgemeinmediziner

Der 62-Jährige ist einer von sechs Allgemeinmedizinern, die derzeit in Olfen praktizieren. Acht müssten es laut KVWL in Relation zur Einwohnerzahl (12 199 im Jahr 2006) sein. Dr. Koralewski, als einziger der Olfener Hausärzte über 60 Jahre alt, beschwichtigt: „Die Versorgung in Olfen ist ausreichend und gesichert.“

Er betreibt seine Praxis gemeinsam mit seiner Frau, der hausärztlichen Internistin Dr. Marlies Koralewski. Ab 1. März stößt Sohn Patrick – ebenfalls Allgemeinmediziner – zur Entlastung noch hinzu. Somit ist auch die Nachfolge gesichert, wenn Konstantin Koralewski in fünfeinhalb Jahren aus Altersgründen ausscheidet.

Generell besteht allerdings sehr wohl ein Nachwuchsproblem gerade im Bereich der Allgemeinmedizin, dessen Ursache Dr. Koralewski in einer seit Jahren verfehlten Gesundheitspolitik sieht. Ina Retkowitz von der Kommunikationsabteilung der KVWL pflichtet ihm bei. „Der Beruf des Hausarztes hat an Attraktivität eingebüßt. Die Bezahlung ist nicht gerade gut, die Arbeitszeiten und der bürokratische Aufwand sind hoch. Viele Ärzte, die aufgrund ihres Alters ausscheiden, haben daher Probleme, einen Nachfolger zu finden“, so Retkowitz.

Zu wenig Geld im Topf

Das Gesamtbudget, aus dem die Allgemeinmediziner ihre Honorare beziehen, sei seit über zehn Jahren kaum an die steigenden Kosten angepasst worden. Kurz gesagt: Es ist einfach zu wenig Geld im Topf. „Deshalb kämpfen wir als KVWL seit Jahren dafür, dass die Politik mehr Geld zur Verfügung stellt und die Honorare für Hausärzte gerechter werden“, erklärt Ina Retkowitz. „Wir fordern außerdem vom Landesministerium, dass mehr Lehrstühle für Allgemeinmedizin geschaffen werden und der Beruf des Allgemeinmediziners wieder in ein besseres Licht gerückt wird.

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