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Prozess um totes Kleinkind

„Es muss definitiv Gewalt ausgeübt worden sein“

Olfen/Münster In Münster ist der Prozess um den Tod eines fast vierjährigen Jungens in Olfen fortgesetzt worden. Der angeklagte Olfener hat am Montag eine neue angebliche Tatversion geschildert. Eine Expertin war da anderer Meinung.

„Es muss definitiv Gewalt ausgeübt worden sein“

Am Landgericht in Münster geht es um den gewaltsamen Tod eines fast vierjährigen Jungens in Olfen. Foto: picture alliance / Friso Gentsch

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines knapp vierjährigen Jungen in Olfen hat der Angeklagte vor dem Schwurgericht Münster eine neue angebliche Tatversion geschildert. Zwei medizinische Gutachter konnte der 33-Jährige aber auch damit nicht überzeugen.

Neue Version erzählt

Hatte der Angeklagte bislang behauptet, der Sohn seiner Lebensgefährtin sei an jenem verhängnisvollen 19. Januar 2016 einfach umgefallen und mit dem Hinterkopf auf den Fliesenboden des Badezimmers geschlagen, legte der 33-Jährige am Montag nach. Er müsse zugeben, den Jungen bei dem Versuch ihn wiederzubeleben geschüttelt und wahrscheinlich auch mit dem Kopf auf den Boden geschlagen zu haben. Darüber hinaus sei er später mit dem Kind auf dem Arm gestolpert und hingefallen. „Dabei lag ich dann auf ihm“, so der Angeklagte aus Olfen.

Expertin spricht von „echtem Schleudern“

Die Essener Neuropathologin Kathy Keyvani glaubt allerdings nicht, dass sich das Geschehen so zugetragen haben kann. „Es muss definitiv Gewalt auf den Kopf des Kindes ausgeübt worden sein“, sagte die Medizinerin. Und zwar von mehreren Seiten. Darüber hinaus gebe es klare Anzeichen dafür, dass der Kopf des Kindes hin und her geschüttelt worden sein muss. „Dabei sprechen wir nicht von einem leichten Schütteln, wenn man beispielsweise einen Ohnmächtigen wieder zu Bewusstsein bringen will“, so Keyvani. „Hier geht es mehr in Richtung eines echten Schleuderns.“ Und dabei müsse der Kopf des knapp Vierjährigen gegen einen harten Gegenstand, wie etwa die Wand geprallt sein.

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