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Quappe wieder in Stever angesiedelt

Fischereiverein setzt 1500 Quappen in der Stever in Olfen aus

Olfen Durch die Renaturierung der Steveraue sind viele Tierarten in und um die Stever wieder heimisch geworden. Nun schwimmt in dem Fluss auch wieder eine vom Aussterben bedrohte Fischart. Und ein neues Bauprojekt soll die Stever weiter verbessern.

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Claus Bunte (l.) und Wilhelm Sendermann setzten in der Stever Quappen aus.

Foto: Theo Wolters

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Noch sind die kleine Quappen in einem Plastiksack.

Foto: Theo Wolters

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Die drei Monate jungen Quappen sind rund drei Zentimeter groß, können bis zu 60 Zentimeter groß werden.

Barsche und Hechte sind in der Stever oft vorhanden. Wie Claus Bunte, Vorsitzender des Fischereivereins Olfen, erklärte, sei auch der Steinbeißer wieder recht gut vertreten. Nun soll auch die Quappe in der Stever wieder heimisch werden.

Umflut wichtig für Fische

„Die Quappe ist in den letzten Jahrzehnten kaum noch in der Stever anzutreffen, obwohl sie ursprünglich dort heimisch war“, sagt Claus Bunte. Die Bedingungen hätten aber in den letzten Jahren deutlich verbessert. Denn die Stever wurde von der Steinschüttung befreit, erklärt Bunte. Ganz wichtig sei der Bau der neuen Umflut an der Füchtelner Mühle gewesen, die Biotopverhältnisse hätten sich dadurch deutlich verbessert. „Wir haben jetzt wieder gute Bedingungen auch für die Quappe“, sagt der Vorsitzende.

In der Lippe sei die Ansiedlung des Fisches bereits gelungen, nun soll das auch in der Stever geschehen. Till Seume, Fischereiberater des Landesfischereiverbands, schaute sich an der Stever um und erklärte sie für eine Ansiedlung als geeignet. Bislang habe der Fischereiverband das endgültige Aussterben der Quappe in NRW verhindern können, so Bunte. „Den Fischexperten ist es gelungen, eine Zuchtmethode für die Quappe zu entwickeln.“

Zucht am Möhnesee

Deshalb fuhren Mitglieder des Fischereivereins Olfen am Freitag zur Zuchtstelle an den Möhnesee. Bei der Rückfahrt hatten sie 1500 drei Monate junge Quappen im Gepäck. Die rund drei Zentimeter großen Quappen stetzte der Fischereiverein an der Dreibogenbrücke, am Biohof Mehring und am Floßanleger aus. Bürgermeister Wilhelm Sendermann und Claus Bunte ließen am Floßanleger rund 500 junge Quappen in die Stever schwimmen. Schnell waren die Fische nicht mehr zu sehen. Wie Claus Bunte erklärte, werde der Verein auch in den nächsten drei Jahren jeweils 1500 junge Quappen in die Stever freisetzen.

Neue Umflut geplant

Bürgermeister Wilhelm Sendermann lobte das Engagement des Fischereivereins. „Durch die Umflut ist ein besonderer Raum entstanden.“ Mit der Quappe werde das Gewässer noch wertvoller. „Der Fischereiverein führt diese Aktion durch, obwohl er die Quappe nicht angeln darf“, erklärte der Bürgermeister. Die Quappe steht in NRW unter Artenschutz und darf deshalb nicht geangelt werden.

Wilhelm Sendermann kündigte an, es werde im Herbst eine wissenschaftliche Untersuchung der Stever geben. Die Kosten von 60.000 Euro würden zu 80 Prozent vom Land gefördert.

Und eine weitere gute Nachricht hatte der Bürgermeister für den Fischereiverein. Der Wasserbodenverband Lüdinghausen/Stever werde in naher Zukunft auch am Recheder Wehr eine Umflut der Stever bauen.

Das ist die Quappe

  • Süßwasserfisch: Sie ist der einzige Vertreter der Gattung Dorsch, der im Süßwasser lebt.
  • Größe: Eine Quappe kann bis zu 60 Zentimeter groß und 1,5 Kilogramm schwer werden.
  • Entwicklung: In einem Jahr ist die Quappe rund zehn Zentimeter lang, in drei bis vier Jahren ausgewachsen.
  • Feinde: Der größte Feind für die Quappe ist ab einer Länge von zehn Zentimetern der Kormoran.

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