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Gesamtschüler erleben Archäologie

OLFEN Für die zehnte Klasse der Wolfhelm-Schule und ihren Lehrer Bert Baesgen steht Archäologie auf dem Stundenplan. Auf der großen Sandfläche, wo im nächsten Jahr das Naturfreibad entstehen soll, herrscht schon reger Betrieb.

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Wie ein Puzzle ohne Vorlage - so beschreibt Michael Esmyol die Scherben einer Urne.

Grabungstechniker Michael Esmyol zeigt den Schülern Knochenreste aus der Bronze-Zeit.

Verschlafene Gesichter: Um 8 Uhr morgens führt Grabungstechniker Michael Esmyol die 10.Klasse von Bert Baesgen über das Ausgrabungsgelände.

Der Wassersprenger ist im Einsatz. Dröhnende Bagger tragen vorsichtig den Boden ab, immer auf der Suche nach Schätzen aus der Vergangenheit. An diesen möchte sich - natürlich nur im geistigen Sinne - auch eine Schülergruppe bereichern, die sich auf dem Gelände eingefunden hat.  Lehrer will Gelegenheit nutzen "So eine Gelegenheit ergibt sich ja nicht oft", begründet Baesgen die Idee, der Ausgrabungsstätte einen Besuch abzustatten. Begeisterung der Schüler hatte er sofort auf seiner Seite.

Nun führt Grabungsleiter Michael Esmyol die erste Schulklasse über die Grabstätten. "Wir finden hier keine Fundamente oder Särge mit Toten", klärt Esmyol auf. Zur Eisen- und frühen Bronzezeit habe man die Leute mit Tierfellen umwickelt und begraben, worauf man anhand der Bodenverfärbungen und chemischer Analysen schließen könne.

Einige Jahrhunderte später wurde die Urnenbeisetzung üblich. Er zeigt den Schülern Fotos der Funde. "Früher haben sie - wie bei uns nur zum Polterabend üblich - Geschirr zerscherbt, was mit vergraben wurde. Ein Glücksfall für uns", erklärt Esmyol die damaligen Bräuche.Rückschlüsse auf das Zeitalter

Anhand dieser Scherben, die er den Schülern am Ende des Rundgangs noch zeigen wird, lassen sich Rückschlüsse auf das Zeitalter, die Lebensweise und die Kreativität der damaligen Menschen ziehen. Die Schüler hören gebannt zu. Ob es an frühmorgendlicher Müdigkeit oder doch eher an staunender Sprachlosigkeit liegt: Der Lehrer ist der einzige, der weitere Fragen stellt: "Wie wird eigentlich so eine Ausgrabung finanziert?" und "Wie wird man denn Archäologe?" Entsprechende Antworten folgen.

Die Führung geht weiter zu Stellen, wo es textile Funde und Spinnwirteln aus dem Mittelalter gab, die Esmyol den Schülern zeigt "Damals konnten die Leute ihre Kleidung nicht einfach im Laden kaufen", erklärt er.

Anschließend geht es weiter zum Bauwagen, wo sich die Klasse um das Sieb für die Sandauswaschungen drängt. "Wir finden Feuersteine, aber auch Sporen, die untersucht werden." Sehr anschaulich wird es am zweiten Bauwagen, Ausgangspunkt des Rundgangs.Alte Knochen zum Anfassen   Michael Esmyol holt eine Plastiktüte mit Fundstücken hervor - anorganische Überreste alter Knochen. Er greift beherzt in die Tüte: "Die kann man ruhig in die Hand nehmen, da passiert nichts mit." Nach einigem Zögern traut sich ein Mädchen und bricht damit den Bann ihrer Mitschüler, die nun auch ein Stück Bronzezeit fühlen möchten. "Damals gab es auch schon mal Ärger mit dem Wetter. Wenn der Scheiterhaufen nicht richtig brannte, blieben größere Stücke übrig, an trockenen Tagen meist nur Staub", erklärt der Grabungstechniker.

"Das war mordsspannend!", bedankt sich Bert Baesgen nach der Führung im Namen seiner Schüler. 

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