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Hündin Merle gehört zur Rettungsstaffel

OlFEN Merle ist eine zweijährige Labrador-Hündin und "Azubi". Das braune Kraftpaket gehört zur DLRG-Rettungshundestaffel, zur ersten überhaupt in Nordrhein-Westfalen.

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Die DLRG-Rettungshundestaffel, in der Merle und ihr Frauchen Mitglied sind, ist am Halterner Stausee stationiert.

Kurz nach Merle ist auch Frauchen Heike an der Stelle, an der Lutz als Opfer gewartet hat. Sie leint die Labrador-Hündin ab und würde sich jetzt um den Betroffenen kümmern. Maiß

Fast schon zu schnell für die Kamera: Merle übernimmt das "Bringsel" von Lutz und bringt es in Windeseile zu Frauchen Heike. Maiß

Nichts für Lauffaule: Merle hat Heike das "Bringsel" übergeben und stürmt zurück zu Opfer Lutz, dicht gefolgt von Frauchen.

Lutz bewegt sich keinen Millimeter. Auch wenn er nicht so aussieht, der Elfjährige ist ein Opfer. Doch die Rettung naht. Auf vier Beinen. Merle fliegt heran, schnappt sich das "Bringsel" und meldet sich bei Frauchen Heike zurück. Was sich hier spielerisch anhört, könnte im Ernstfall Leben retten.  Zusammen mit Frauchen Heike Kaufmann-Müller ist die Hündin für die DLRG Haltern ehrenamtlich im Einsatz. In der Seestadt war im vergangenen Jahr ein Segler ertrunken, der Unfall war trauriger Ansporn für die Halterner DLRG eine Hundestaffel zu gründen.

"Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre, das kommt immer auf die Fortschritte des Hundes an", erklärt Kaufmann-Müller. Die Tierheilpraktikerin hofft, dass Merle noch in diesem Jahr ihre Prüfung ablegen kann. Erst dann darf die Hündin eingesetzt werden. Und das bei Naturkatastrophen, Erdbeben, Explosionen - immer dann, wenn Menschen verschüttet sind. Oder bei der Flächensuche.

Tägliches Training auf dem Grundstück am Alten Postweg

Geübt wird täglich. Merles Zuhause, das großen Grundstück am Alten Postweg in Olfen lädt dazu gerade ein. Jetzt aber schmiegt sich die zweijährige Hündin an Frauchens Bein und ruht sich aus. "Das ist dir hier zu warm, oder?", fragt Kaufmann-Müller. Als Antwort dreht sich die Hündin auf die Seite und streckt alle Viere von sich.

 Aber wie läuft so eine Rettung, im Fachjargon Zielobjektsuche, ab? "Da gibt es mehrere Varianten. Die eine ist, dass der Hund, wenn er ein Opfer gefunden hat, dort stehen bleibt, bellt und erst aufhört, wenn die Begleitperson angekommen ist", erklärt die Olfenerin.

Das allerdings habe Merle nicht so gefallen. Stattdessen benutzt Kaufmann-Müller ein "Bringsel".

Das würde die Labrador-Hündin im Ernstfall am Halsband tragen. Wenn Merle dann etwas gefunden hat, apportiert sie das "Bringsel" im Maul zu Frauchen. "Ich weiß dann, dass etwas passiert ist und Merle führt mich zu dieser Stelle".

Sohn Lutz spielt das Opfer Bis diese Abläufe aber passen, muss viel geübt werden. Vier Mal im Monat trifft sich die Hundestaffel an unterschiedlichen Orten zum festen Training. Zudem gibt es weitere Einheiten. "Das ist sehr zeitintensiv", erklärt die Olfenerin. Zumal auch daheim geübt werden muss. Und dafür muss Sohn Lutz des öfteren als "Opfer" herhalten.

Aber wie simuliert man das Aufspüren von Leichen? "Wir bekommen dafür Leichentücher von Bestattern zur Verfügung gestellt", erklärt die 44-Jährige. Und wie spüren die Hunde Opfer im Wasser auf? "Der Leichengeruch dringt bis zur Wasseroberfläche vor, da können die Tiere dann die Stelle schnell anzeigen".

Bisher gibt es so ausgebildete Suchhunde für Wasserortung allerdings noch nicht. Erst ab Spätherbst hofft die DLRG-Staffel, die es erst seit April gibt, dass sie auch bei Unfällen, wie vor einem Jahr in Haltern einsetzbar ist.

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