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Sozialprojekte-Wettbewerb

Olfener Arbeitskreis Asyl erhält Bistums-Preis

OLFEN Das Leben erträglicher machen – das will der ökumenische Arbeitskreis Asyl für seine Schützlinge erreichen. Obwohl es den Arbeitskreis erst seit Dezember 2013 gibt, konnte die Gruppe bereits jetzt das Bistum Münster überzeugen. Die Olfener sind Preisträger des Sozialprojekte-Wettbewerbs „Was macht unsere Welt besser?“.

Olfener Arbeitskreis Asyl erhält Bistums-Preis

Der ökumenische Arbeitskreis Asyl Olfen trifft sich freitags im Haus Katharina. Bei einem Sozialprojekte-Wettbewerb des Bistums Münster ist der Arbeitskreis ausgezeichnet werden.

Es ist viele Monate her, dass Ibrahima seine Heimat, das westafrikanische Guinea, verlassen musste. Nun lebt er in einer der beiden Asylbewerber-Unterkünfte in Olfen. Der 26-Jährige hat viel erlebt. In seiner Heimat gehörte Ibrahima zu einer verfolgten Bevölkerungsgruppe. In Olfen lebt er heute mit Asylbewerbern aus verschiedenen Krisengebieten. Ibrahima berichtet von seiner Flucht von Guinea in das italienische Lampedusa. In einem Flüchtlingsboot, eng gedrängt. „Ich hatte Glück“, sagt Ibrahima. Viele Flüchtlinge sterben bei seiner Überfahrt. Für die anderen führt der Weg in ein Auffanglager, erinnert sich Ibrahima. Dort gibt es keine Zimmer, nur viel Krach, viele Menschen und viele Liegen nebeneinander. Für Ibrahima ist die Tortur an dieser Stelle noch nicht zu Ende. Bis er im deutschen Olfen ankommt, wird er von Station zu Station geschickt. Er reist ab von Lampedusa, landet auf Umwegen in Deutschland, muss hier Asyl beantragen. Karlsruhe, Dortmund – das sind nur einige seiner Stationen.

Olfen ist eine ganz andere Welt, sagt Ibrahima, der immer freitags das Café International des Arbeitskreises Asyl besucht. Asylbewerber kommen hier einmal in der Woche vorbei, trinken Kaffee mit der Gruppe, essen Kuchen, spielen am Kicker. Heiner Dieckmann gehört als einer von zehn Olfenern zum Arbeitskreis. „Wir helfen den Asylbewerbern bei alltäglichen Kleinigkeiten, die es ihnen angenehmer machen, in Olfen zu wohnen“, sagt Dieckmann. Zu diesen Kleinigkeiten zählt zum Beispiel, dass eine junge Frau das Fahrradfahren lernt. Dass der Arbeitskreis zusammen mit der Stadt einen zweiten VHS-Sprachkurs in der Woche organisiert. Oder die Ausbesserung einer Asylbewerber-Unterkunft gemeinsam mit den Pfadfindern vorantreibt. Der Olfener Asylkreis hängt mit verschiedenen Institutionen zusammen. Dazu gehören neben der Stadt die beiden Kirchengemeinden. Der Arbeitskreis arbeitet unter anderem zusammen mit Olfener Sportvereinen, der Caritas, der Landjugend und der Tafel Lüdinghausen. Die Gruppe will dafür sorgen, dass das Leben für die Asylbewerber etwas leichter wird, dass sie Sprachkurse besuchen können oder in Sportvereinen trainieren. Nicht immer seien die Menschen ihm gegenüber so offen wie im Arbeitskreis, erzählt Ibrahima. Manchmal reagieren sie eher distanziert.

Wie viele andere Asylbewerber weiß auch Ibrahima nicht, was ihm die Zukunft bringt. Ibrahima würde gerne die Schule besuchen und arbeiten gehen. Zuhause hat er Kleidung verkauft. Er muss jetzt erst einmal warten, wie es weitergeht. Beim Warten begleiten ihn die Teilnehmer des Arbeitskreises. Dass das Bistum Münster die ökumenische Initiative auszeichnet, freut Heiner Dieckmann. „Das bringt Anerkennung.“ Als einer von drei Gewinnern im Kreisdekanat Coesfeld bekommt der Arbeitskreis 750 Euro. Das Geld könne die Gruppe gut brauchen, sagt Dieckmann. „Wir haben Ideen, die wir noch weiterentwickeln wollen.“

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