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Preis bei Geschichtswettbewerb

Schüler drehten Doku über einstigen Außenseiter

OLFEN/OER-ERKENSCHWICK Drei Abiturienten von der Wolfhelm-Gesamtschule in Olfen haben den Förderpreis eines renommierten Geschichtswettbewerbs für Schüler gewonnen: Sie drehten einen Film über eine Art Außenseiter in den 80er-Jahren, der aus heutiger Sicht ein Pionier ist. Ein Bio-Pionier.

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Jens Eigebnbrodt (u.l.), Zhyuan Luo, Geschichts-Lehrer Robert Rühlmann und Sebastian Benterbusch haben ein Filmprojekt gestemmt. Die drei Dattelern stellten dabei Bio-Landwirt Theo Schürmann aus Erkenschwick vor, der in den 80er-Jahren einer der ersten Bauern war, der sich von der konventionellen Landwirtschaft verabschiedet. Damals war er ein Außenseiter, mit Blick von heute war er ein Pionier.

Der Dattelner Jens Eigenbrodt (19) hat mit zwei Mitschülern beim Geschichtswettbewerb einen Förderpreis gewonnen. Der Abiturient drehte mit Zhyauan Luo und Sebastian Benterbusch einen knapp halbstündigen Film über einen Pionier in der Biobauern-Szene aus Oer-Erkenschwick.

Sie wollten eigentlich irgendetwas über die Hexenverbrennung machen. Und das aus Datteln. Denn die drei Wolfhelm-Schüler kommen aus der Nachbarstadt. Doch einen solchen Wettbewerbsbeitrag gab es schon. Also entschlossen sich Jens Eigenbrodt, Zhyuan Luo und Sebastian Benterbusch um: Die drei Abiturienten der Wolfhelmschule forschten auf einem Feld, das viel näher an der heutigen Realität ist. Sie beschäftigten sich mit Geschichte „zum Anfassen“.

Portät eines "Bio-Pionieres"

Ihr „Außenseiter“, so lautet das Oberthema des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, ist ein Pionier der Bio-Landwirtschaft: Theo Schürmann aus Oer-Erkenschwick. In den 1980er-Jahren war der Bauer der erste in der ganzen Region, der sich von der konventionellen Tierhaltung verabschiedete und sich in Zeiten, in denen an Bio-Siegel noch niemand einen Gedanken verschwendete, einige Bio-Auflagen selbst verpasste: reiner Anbau ohne Gifte und Pflanzenschutzmittel, Futter ohne chemische Zusätze. „Er war damit damals Außenseiter: Die anderen Bauern waren verwundert und hielten ihn auch für ein bisschen verrückt“, sagt Jens Eigenbrodt, wie seine Mitstreiter 19 Jahre alt.

  

Theo Schürmann wurde so Hauptdarsteller eines Dokumentarfilms von 25 Minuten Länge, den sie als Beitrag in diesem Wettbewerb anmeldeten. Denn die drei wollten eine besondere Darstellungsform. Im Film, der an Rohmaterial allein 11 Gigabyte einer Festplatte füllt, geht es über den Hof, seinen Macher, den erst viel später aufgekommenen Bio-Trend. „Heute ist es ja Lifestyle geworden“, sagt Jens Eigenbrodt. Früher war das anders.

Windkraft - früher noch ohne Subventionen

Schürmann war auch einer der ersten mit einer eigenen Windkraftanlage. Dazu suchte er sich noch in den 80er-Jahren genossenschaftlich 170 Mitstreiter, die jeweils 1000 Mark investierten. Bis er sie zusammen hatte, verging einige Zeit. Geld verdienen ließ sich damit auch nicht viel, denn Sonderzahlungen und Subventionen für Gewinnung erneuerbarer Energie war damals noch Zukunftsmusik. Die Windkraftanlage entstand noch in den 80ern und war eine der ersten, die es in der Region gab. Sie stand bis 2014 an Ort und Stelle. Dann wurde sie abgebaut und erneuert.

Durchs Privatarchiv gewühlt

Der Film gewann einen Förderpreis beim Bundeswettbewerb Geschichte auf Landesebene. Zur Freude der drei jungen Männer und ihres Lehrers Robert Rühlmann. Der leitete im jetzt zu Ende gehenden Schuljahr eine Geschichts-Werkstatt, eine Art AG, die zwei Stunden in der Woche stattfand. In diesen zwei Stunden konnten die drei Schüler sich mit dem Projekt beschäftigen. Sie machten sich einen genauen Fahrplan, schrieben sich Fragen und eine Gliederung auf, anhand derer sie dann ihre Recherche-Termine auf dem Bauernhof machten. Sie gingen ins Zeitungsarchiv des Medienhauses Bauer. Am meisten fanden sie aber im Privatarchiv von Theo Schürmann, der viele Zeitungsartikel von einst selbst aufbewahrt hat.

Olfen Irgendwie ist gerade eine gute Zeit für Jens Noske. Der 16-jährige Schüler der Wolfhelm-Gesamtschule ist am Freitag als einer der drei Besten des Zehner-Jahrgangs geehrt worden. Und nun hat er auch noch gute Karten, den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zu gewinnen. Wie er zu diesem wissenschaftlichen Hobby gekommen ist, erzählt er im Interview zum Nachhören.mehr...

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