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Fotostelen

So kann jeder Olfener Stadtgeschichte erwandern

Olfen Neues Jahr, neue Vorsätze? Sich mehr bewegen zu wollen, ist oft ein Thema. Wir werden konkret und schlagen einen besonderen Spaziergang vor.

So kann jeder Olfener Stadtgeschichte erwandern

Ludger Besse (r.) und Johannes Leushacke an der Stele im neu gestalteten Stadtpark Foto: Foto Thomas Aschwer

Wir starten auf der Kirchstraße, Ecke Marktplatz. Hier steht eine von zehn Fotostelen, die der Heimatverein in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung entwickelt hat. „Die Idee, historische Fotos zu präsentieren, hatte unser Arbeitskreis Geschichte“, sagt der Vorsitzende Ludger Besse. Zum Termin hat er deshalb auch den Sprecher Johannes Leushacke mitgebracht.

Nur wenige Meter weiter weisen beide auf eine Besonderheit der Fotostelen hin. In Höhe der Parfümerie Dömer steht eine weitere Stele schräg auf dem Platz. „Wer geradeaus über die Stele schaut, sieht genau das auch auf der Fotostele abgebildete Haus“, sagt Leushacke. Hier ist es das Haus Hülswitt. Wo heute ein Eiscafé ist, herrschte schon vor Jahrzehnten geschäftliches Treiben. Die Familie Siemons handelte unter anderem mit Stoffen, Lupen, Vieh, Wollwaren und Porzellan. In die Olfener Geschichte sind die Siemons gerade deshalb eingegangen, weil sie die letzte jüdische Familie war, die Olfen verließ. Das war in den 1920er-Jahren.

„Hindenburg-Platz“

Wir müssen direkt denken an das dunkelste Kapitel der Deutschen Geschichte. Wieder sind es nur wenige Schritte (Marktplatz, kurz vor der Einmündung Funnenkampstraße) – und die nächste Erinnerung an diese Zeit wird wach. Das Foto zeigt den Marktplatz um 1937. Zu dieser Zeit hatten die Nationalsozialisten den Platz in „Hindenburg-Platz“ umbenannt. Im Gegensatz zu den vor rund drei Jahren aufgestellten ersten Stelen haben die zweiten fünf Stelen neben dem Foto und dem Entstehungsjahr des Bildes auch einige kurze Informationen. Die Informationen dazu hat Johannes Leushacke zusammengetragen und der Stadt vorgelegt. „Sie hat dann die Texte so gekürzt, dass sie gut lesbar auf den Stelen präsentiert werden konnten.“

Dem Vorsitzenden Ludger Besse ist die nächste neu aufgestellte Fotostele ganz wichtig. Sie steht – etwas wackelig – an der Bilholtstraße in Höhe des Stadtparks. „Als die Umgestaltung anstand, haben wir uns dafür starkgemacht, dass das Kreuz erhalten bleibt und auch einige Grabsteine restauriert wurden und hier wieder aufgestellt wurden“, berichtet Besse. Wer durch den Park geht, trifft am Ende in Höhe der Oststraße auf die nächste Fotostele. Über die alte Baumschule (jetzt K+K-Markt) geht es strammen Schrittes weiter zum Hafen.

Jahrzehnte zogen ins Land

„Bereits seit dem 15. Jahrhundert gab es Überlegungen, den westfälischen Raum mit der Nordsee zu verbinden“, heißt es in der Erklärung von Johannes Leushacke. Viele Jahrzehnte zogen jedoch ins Land, bis 1891 in Olfen mit dem ersten Bauabschnitt begonnen wurde. Mit der Fertigstellung begann eine rasante Entwicklung, die bereits 1927 eine Verbreiterung und Vertiefung des Kanals notwendig machten. Mit einem Schlag war die Kleinstadt Olfen quasi mit einem Schlag im Industriezeitalter angekommen. Neue Arbeitsplätze brachte vor allem der auf dem Foto zu sehende Hafen. Wer jetzt noch Zeit und Lust hat, kann jetzt noch einen großen Bogen schlagen und bis zum Brinkplatz gehen.

So oder so hat er oder sie etwas für die Gesundheit getan und wahrscheinlich Neues über seine Heimatstadt erfahren. Beispielhaft nennt Ludger Besse die Stele an der Neustraße/Ecke Westwall. Sie erinnert daran, dass hier früher ein wichtiger Handelsweg entlang führte. Heute verlaufen die Hauptverkehrsströme über andere Straßen.

Stadt hat finanziert

Möglich geworden sei die Aktion aber nur deshalb, weil der Verein von der Stadt kräftig unterstützt wurde. „Der Heimatverein organisiert, die Stadt setzt um. Sie hat auch die Kosten übernommen.“ Weitere Fotostelen sind nach Aussage des Heimatvereins derzeit nicht in Planung. Das bedeutet aber nicht, dass der Verein es ruhiger angehen lässt. „Wir sind voll an Ideen“, sagt Besse.

Die Standorte der Stelen

  • Die Fotostelen sind zu finden: Brinkplatz
  • Neustraße/Ecke Westwall
  • Marktplatz in Höhe Parfümerie Dömer
  • Marktplatz kurz vor dem Knick in die Funnenkampstraße
  • Kirchstraße in Höhe Schuhgeschäft Pettrup (Dppelstele)
  • Alte Baumschule (jetzt K+K-Markt)
  • Stadtpark, Bilholstraße und Höhe Ostwall
  • Hafen

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