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Staatsanwalt fordert lange Haftstrafe für Olfener

Wende im Prozess um totes Kleinkind

Im Prozess wegen des Todes eines Dreijährigen hat sich heute vor dem Landgericht eine Wende ereignet. Der 33-jährige Angeklagte aus Olfen muss sich nun wegen Totschlags verantworten. Seine eigenen Schilderungen hatten zuvor nur Zweifel aufgetan.

Olfen/Münster

von Martin von Braunschweig

, 06.06.2018
Staatsanwalt fordert lange Haftstrafe für Olfener

Am Landgericht in Münster geht es um den gewaltsamen Tod eines fast vierjährigen Jungens in Olfen. © picture alliance / Friso Gentsch

Jetzt wird es ernst für den 33-jährigen Olfener, der im Januar 2016 den dreijährigen Sohn seiner Lebensgefährtin misshandelt und getötet haben soll. Im Prozess vor dem Schwurgericht Münster hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch zehn Jahre Haft wegen Totschlags beantragt.

Die Forderung muss den Angeklagten regelrecht schockiert haben. Bislang wurde ihm nämlich nur der Vorwurf „Körperverletzung mit Todesfolge“ gemacht.

Äußerst unwahrscheinlich

Dass die Staatsanwaltschaft jetzt davon ausgeht, dass der 33-Jährige den Jungen vorsätzlich tötete, hat vor allem mit den eindeutigen Aussagen von zwei medizinischen Sachverständigen zu tun. Diese hatten sämtliche Unfallversionen, die der Olfener in seinen verschiedenen Vernehmungen geschildert hatte, als äußerst unwahrscheinlich abgetan.

Nach Ansicht der Ärzte muss dem dreijährigen Jungen gezielt und bewusst schwere Gewalt angetan worden sein. Die Wulfener Mutter des Kindes war am Tatabend noch einmal mit dem Auto weggefahren, um in einem Fast Food-Restaurant Essen zu kaufen. Irgendwann erreichte sie dann ein Notruf ihres Lebensgefährten. Sie solle bitte schnell kommen, es sei etwas mit dem Jungen.

Drei Tage gehofft

Drei Tage hoffte die Mutter damals noch, dass ihr Sohn seine schweren Kopfverletzungen überleben würde. Letztendlich hatte er aber keine Chance. Bei der Obduktion stellten Rechtsmediziner massive Hirnblutungen und Frakturen fest.

Ihrer Ansicht nach muss der Kopf des Kindes regelrecht hin und her geschleudert und dann auf einen harten Gegenstand geschlagen worden sein.

Die Richter wollen ihr Urteil am 19. Juni sprechen.

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