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Palliativnetz übt Kritik an Versorgung

BOCHUM Viele Sterbende müssen auf professionelle Begleitung verzichten. Das befürchtet das Bochumer Palliativnetz.

455 Tage nachdem der Gesetzgeber die Krankenkassen zur Kostenübernahme professioneller Sterbebegleitung verpflichtet hat, hat die AOK jetzt stellvertretend für alle Kassen die Ausführungsbestimmungen zur ambulanten Palliativversorgung veröffentlicht. "Schätzungen zufolge sind somit rund 105 000 Menschen ohne ausreichende Finanzierung - und deshalb wohl auch ohne ausreichende Versorgung - zwischenzeitlich verstorben", kritisiert Dr. Matthias Thöns Vorstandsmitglied im Palliativnetz Bochum e.V., das Patienten auch ohne Kostenzusage geholfen hatte.

Lange Verhandlungen

Das Palliativnetz Bochum kritisiert, dass die Vertragshoheit allein bei den Krankenkassen liegt. Thöns: "Es hat sich klar gezeigt, dass durch langwierige Vertragsverhandlungen viele Menschen unversorgt bleiben. Man kann es keinesfalls alleine den Krankenkassen überlassen, mit den vielen sehr unterschiedlichen Leistungserbringern der Hospiz- und Palliativversorgung Verträge abzuschließen."

Wegen fehlender Verträge mit den Kassen konnten viele Versicherte nicht versorgt werden, es sei denn, sie forderten ihren Rechtsanspruch vor Gericht ein. So auch die Mutter von Annelie Drolshagen, die vom Palliativnetz trotz fehlender Kostenzusage versorgt wurde: "Ich finde es beschämend, dass meine Mutter in ihren letzten Lebenswochen ihre Krankenkasse verklagen musste. Besonders verletzt es mich, dass die Kasse sie auf die Sozialhilfe verwiesen hat. Sie wollte doch nur gut versorgt zu Hause sterben - ein Grundrecht in meinen Augen."

Initiative ergriffen

"Es ist sehr zu begrüßen, dass der Gesetzgeber die Initiative ergriffen hat, denn wenn wir Menschen wie den ehemaligen Hamburger Justizsenator Kusch mit ihren Tötungsgedanken bremsen möchten, müssen wir Palliativmedizin für alle Menschen flächendeckend anbieten, die sie brauchen", äußerte sich Prof. Dr. Michael Zenz, Leiter der Bochumer Palliativstation. Es sei jedoch äußerst ungünstig, dass die Vertragshoheit allein bei den Krankenkassen liegt.

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