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Interview

Parov Stelar bittet beim Zeltfestival zum Tanz

BOCHUM Im Gespräch mit RN-Redakteur Dominik Möller spricht Parov Stelar über die Magie von Musik, Legosteine und seine Wünsche für das Zeltfestival Ruhr. Am Montag, 25. August, will er in der Zeltstadt am See eine große Party feiern.

Parov Stelar bittet beim Zeltfestival zum Tanz

Parov Stelar: Marcus Füreder (3.v.l.) mit seiner Mannschaft. Der österreichische DJ und Produzent freut sich gemeinsam mit seiner Band auf das Gastspiel am See.

Im ersten Moment droht das Gespräch zu platzen. Die Telefonanlage streikt. Entwarnung. Es war nur menschliches Versagen. Nachdem alle Nullen da sind, wo sie hingehören, ist die Leitung frei. Marcus Füreder, der Kopf hinter Parov Stelar, nimmt ab – er klingt entspannt. Was auch seinem breiten österreichischen Dialekt geschuldet ist.

Herbert Grönemeyer. Als Jugendlicher war ich großer Grönemeyer-Fan. Auch heute höre ich seine Musik noch gerne.

Aber er hat dieser Stadt ein ganzes Album gewidmet.

Ehrlich gesagt nicht, nein. Aber ich freue mich riesig darauf, beim Zeltfestival zu spielen. Ich gehe gerne ohne große Erwartungen in meine Shows, dann wird man nicht enttäuscht.

Der Vergleich passt, ja.

Auf jeden Fall. Beim Auflegen musst du – salopp gesagt – nur Platten ineinander mischen. Ein solches Liveset ist wesentlich komplexer. Wenn du da ein falsches Teil spielst, hat das sofort Auswirkungen auf alle anderen Musiker auf der Bühne. Als DJ nimmt man immer eine gewisse Leichtigkeit mit hinter die Plattenteller.

Ja. Du musst halt die ganze Zeit fokussiert und konzentriert sein.

Ich würde es nicht tanzen nennen. Es ist eher exzessives Wippen (lacht). Am Laptop richtig abzugehen, ist auch wegen der kleinen Knöpfe, die ich zwischendurch drücken muss, nicht ganz so einfach. Aber alleine wenn ich sehe, wie meinem Saxofonisten nach zwei Minuten der Schweiß in Strömen läuft, kann ich auch nicht mehr stillhalten.

Das weiß ich nicht. Aber klar, ich bin immer noch aufgeregt, bevor ich auf die Bühne gehe. Sollte diese Aufregung irgendwann verloren gehen, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass man aufhören oder zumindest eine Pause machen sollte.

Tanzen ist für mich eine der höchsten Anerkennungsformen. Es ist wie anhaltender Beifall. Etwas Schöneres gibt es nicht für mich.

Das Leben auf Tour hat nichts mit dem normalen Alltag zu tun. Du hast deine Termine, deine Auftritte, stehst ständig unter Strom – und eigentlich wird dir alles hinterher getragen. Es ist schwer, dann runterzufahren, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Das Nachhausekommen ist ganz anders. Aber: Ich habe den schönsten Job der Welt, der auf mich gar nicht wirkt, als sei es ein Job.

Ein guter Song hat für mich so ein unhörbares Irgendwas. Der Song muss auf seine Art einzigartig sein. Er braucht ein bisschen was Schmutziges, Kanten. Leider ist es ganz häufig so, dass Songs toll produziert und aufwändig arrangiert sind, aber der Funke nicht auf mich überspringt.

Das ist ein guter Vergleich, ja. Ich bin ja kein ausgebildeter Musiker. Meine Songs entstehen aus einzelnen Bausteinen. Es ist ein bisschen wie früher: Wenn ich heute im Studio sitze und mit einem Baustein bastele, fühlt sich das an, als würde ich wieder Kind sein und auf dem Dachboden mit Legosteinen spielen. Ich verliere mich in der Arbeit. Und ob es am Ende ein Piratenschiff wird oder nicht, ist in dem Moment nicht wichtig.

100 Prozent Parov Stelar. Sie sollten ihre Tanzschühchen anziehen und eine große Party mit uns feiern.

Natürlich ist es schön, wenn eine Location ausverkauft ist. Aber auch wenn es nicht so ist, ist das nicht schlimm. Ich freue mich über jeden, der kommt und mit uns feiern will.

Nein, nicht wirklich. So etwas erinnert mich immer an die Zettel, die man früher vor einem Schulausflug mit nach Hause bekommen hat. Mir ist viel wichtiger, den Veranstaltern noch was mit auf den Weg zu geben: Seht zu, dass das Bier kalt ist! (lacht)

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