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Personenzug entgleist

Günnigfeld Ein Großaufgebot an Rettungskräften ließ bei vielen Anwohnern in Günnigfeld am Samstag den Atem stocken.

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Sanitäter und Notärzte waren im Dauereinsatz.

Schwierig gestaltete sich die Bergung der "Verletzten".

Rund 65 Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn hatte man hier noch nie erlebt. Zum Glück handelte es sich um keinen Ernstfall. Einmal im Jahr bereitet sich die Berufsfeuerwehr Bochum mit einer Großübung auf eine so genannte Großschadenslage vor. In dieses Übungskonzept mit eingebunden sind die Feuerwehr Herne und weitere Hilfsorganisationen aus dem Regierungsbezirk Arnsberg.

Ort des Geschehens war in diesem Jahr das Bahngelände an der Steinhausstraße. Hier sollte ein entgleister Personenzug nachgestellt werden. Und dieser Zug erwies sich bereits im Vorfeld der Übung als besonders kritisch. Wegen des Streiks der Lokomotivführer im Güterverkehr stand bis Freitag nicht fest, ob die benötigten Waggons auch tatsächlich bereitgestellt werden konnten. Dank des guten Krisenmanagements standen die Wagen dann am Samstag doch an Ort und Stelle.

30 "Verletzte"

Auf das Wetter hatten die Organisatoren zwar keinen Einfluss, doch es passte zum Szenario. Zahlreiche Bäume waren nach einem Sturm eingeknickt und hatten einen Personenzug entgleisen lassen. Rund 30 Verletzte lagen schreiend in den Waggons, weitere 60 Personen irrten auf der Gleisanlage umher. Gegen 13.00 Uhr ging der Notruf in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr Bochum ein.

Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Wattenscheid rückten die Helfer zur Einsatzstelle in Günnigfeld aus. Vor Ort wurde schnell deutlich, dass weitere Einsatzkräfte an der Unglücksstelle benötigt werden. Zusätzliche Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Bochum, die Feuerwehr Herne, das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und der Arbeiter Samariter Bund wurden zur Unterstützung angefordert.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich für die Helfer sehr schwierig, weil die beiden entgleisten Zugwaggons auf der Brücke über der Parkstraße standen. Durch den Dauerregen und die umgestürzten Bäume war das Bahngelände rutschig und schwer zu erreichen. Auch die Rettung der Verletzten in den Waggons war eine Herausforderung, denn sie mussten aus den hochliegenden Türen der Waggons gehoben werden. Doch lange mussten die mit Theaterblut geschminkten Statisten nicht warten.

Die rund 250 Einsatzkräfte verschafften sich Zugang zu den Waggons und zerkleinerten mit Kettensägen die umherliegenden Bäume. An der Unglücksstelle wurde ein Behandlungsplatz für 50 Verletzte eingerichtet. Zahlreiche Sanitäter und Notärzte kümmerten sich dort um die Behandlung.

Gut gerüstet

Anschließend wurden die Patienten mit Rettungswagen in die Klinik transportiert. Hierfür stand das Alten- und Pflegeheim "Haus Am Beisenkamp" bereit. Weil es sich um eine Übung handelte und das Wetter mehr als ungemütlich war, wurde die Notversorgung wohl vorrangig mit einer Tasse heißen Kaffee vorgenommen. Die unverletzten Zuginsassen wurde zu einem Bus der BOGESTRA gebracht, der in der Günnigfelder Straße bereitstand. Dort wurden sie von mehreren Notfallseelsorgern betreut.

Nach knapp drei Stunden waren alle Verunglückten gerettet und versorgt, die Übung damit beendet. Unter den kritischen Augen der Übungsbeobachter hatten die rund 250 Rettungskräfte gezeigt, dass man in Bochum für Großschadenslagen gut gerüstet ist.

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