Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Dortmunder Zoo

Pinguin-Drama: 2500 Euro Belohnung für Hinweise

BRÜNNINGHAUSEN Der Tod eines Pinguins und das Verschwinden zwei seiner Artgenossen im Dortmunder Zoo stoßen auf große Anteilnahme in der Bevölkerung. Am Mittwoch wurden von Privatpersonen und Tierschützern insgesamt 2500 Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt. Tierschützer fordern personelle Konsequenzen im Zoo.

/
Humboldtpinguine in ihrem Gehege im Zoo Dortmund: Zwei Tiere sind verschwunden, eines wurde tot knapp 200 Meter entfernt im Flamingogehege gefunden.

Erneut ist ein Tier im Dortmunder Zoo verendet. Erneut sind die Umstände merkwürdig. Nach dem Tod der Seelöwin "Holly" im November vermeldet Zoodirektor Frank Brandstätter am Dienstag wieder einen Todesfall unter seinen Tieren.

Aktualisierung 12.48 Uhr: Tierschützer wollen Suspendierung des Zoodirektors

Der Kommunalpolitiker Hans-Josef Tokarski und der Entwickler des Dortmunder Zoo-Marketings, Joachim Bernstein, loben insgesamt 1500 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung des oder der potenziellen Täter und Tierquäler führen. Die Tierschutzorganisation Peta lobt darüber hinaus weitere 1000 Euro aus - wie schon im Fall der toten Seelöwin Holly.

Doch bis Mittwochmorgen hat die Polizei laut Polizeisprecher Marco Müller keine neuen Hinweise erhalten. Der Obduktionsbericht zum toten Pinguin wird laut Stadtsprecherin Katrin Pinetzki voraussichtlich erst in zehn Tagen vorliegen. Das Veterinär- und Untersuchungsamt in Arnsberg mache Laboruntersuchungen, nehme Gewebeproben und müsse im Anschluss einen schriftlichen Bericht verfassen. Das dauere seine Zeit, so Pinetzki. Zunächst war die Stadt davon ausgegangen, dass der Obduktionsbericht bereits am Mittwochnachmittag kommt.

Toter Pinguin - Tragischer Vorfall im Zoo

Derweil galt es, auch die Frage zu klären, wieso ein Pinguin, der am Montagmorgen lebend am leeren Flamingoteich gesichtet wurde und zwei Stunden später dort tot auf dem Gehweg lag. Den Pinguin, erklärte Pinetzki, habe eine Zoomitarbeiterin morgens nur aus den Augenwinkeln gesehen. Sie habe sich nur kurz gewundert, aber nichts dabei gedacht. Es sei durchaus denkbar, dass der Pinguin schon zu dem Zeitpunkt verletzt war und dann an seinen Kopfverletzungen verendet ist.

Der Zoo hat den seit August patrouillierenden Wachdienst jetzt weiter aufgestockt und erwägt auch den Einsatz von Wachhunden. Der Zaun um den Zoo werde erneuert, kündigt Pinetzki an, und weitere Sicherheitsmaßnahmen würden diskutiert. 

BRÜNNINGHAUSEN Nach mehreren toten und verschwundenen Tiere in den vergangenen Monaten stellt sich die Frage: Wie gut ist der Zoo Dortmund gesichert? Nicht allzu gut, zeigt eine Begehung vor Ort. Der Zaun, der den Tierpark vor Eindringlingen sichern soll, ist an mehreren Stellen stark sanierungsbedürftig - und kein echtes Hindernis.mehr...

Die Tierschutzorganisation Peta fordert derweil, dass die Stadt Zoodirektor Frank Brandstätter suspendiert. "Der erneute Vorfall zeigt, dass die Verantwortlichen offensichtlich nicht in der Lage sind, die Tiere in ihrer Obhut ausreichend zu schützen", schreiben die Tierschützer in einer Pressemitteilung. Stadtsprecherin Pinetzki wies die Forderung auf Nachfrage unserer Redaktion zurück: Personelle Konsequenzen stünden nicht zu Debatte, Brandstätter könne nichts für die Einbrüche.

Erstmeldung 9 Uhr: Polizei hat noch keine neuen Hinweise

Nach dem Tod eines Pinguins im Dortmunder Zoo gehen die Ermittlungen der Polizei weiter. "Wir haben bislang keine neuen Hinweise erhalten", sagte Polizeisprecher Marco Müller am Mittwochmorgen auf Nachfrage unserer Redaktion. Im Laufe des Tages wird das Obduktionsergebnis erwartet.

Am Dienstag hatte der Zoo den Tod eines Humboldtpinguins gemeldet, zwei weitere Pinguine würden vermisst. Das tote Tier war außerhalb seines Geheges gefunden worden. Wie der Pinguin ums Leben kam, ist bislang unklar. "Es gibt nichts Neues. Unsere Ermittlungen gehen aber natürlich weiter", sagte Polizeisprecher Marco Müller am Mittwochmorgen. Aus der Stadtpressestelle gab es am Morgen ebenfalls keine Neuigkeiten. Zwei Pinguine werden weiterhin vermisst. Beim toten Pinguin warte man nun auf das Obduktionsergebnis, das am Mittwochnachmittag vorliegen soll.  

Das Pinguin-Drama ist nicht der erste Vorfall in diesem Jahr im Dortmunder Zoo: Anfang November war Seelöwin „Holly“ unter bislang ungeklärten Umständen tot aufgefunden worden. Der Zoo hat den Verdacht, dass das 21 Jahre alte Tier von einem Eindringling erschlagen wurde.

Video-Interview mit Zoo-Chef Dr. Frank Brandstätter:

Nach Polizeiermittlungen hatte sich dieser Verdacht aber nicht erhärtet. Der Zoo dagegen schließt einen Unfall weiterhin aus. Der Verdacht nach der Obduktion: Fremde sollen der Seelöwin nachts den Schädel zertrümmert und drei Zähne ausgeschlagen haben. Eine Tierärztin hatte eine Gewalteinwirkung auf den Schädel festgestellt und einen stressbedingten Tod durch Misshandlungen als Möglichkeit angegeben. Die Polizei hatte allerdings anhand der Spurenlage rund um das Gehege einen Eindringling ausgeschlossen.

Im August waren drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis aus dem Zoo gestohlen worden. Zoo-Chef Dr. Frank Brandstätter kündigte am Dienstag an, die Sicherheitsmaßnahmen rund um den Zoo weiter zu verstärken. Erste Maßnahmen seien bereits umgesetzt worden. Ein Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr im Einsatz. Auch Wachhunde sollen nun zum Einsatz kommen. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Im Dortmunder Zoo reißen die Hiobsbotschaften seit mehreren Wochen nicht ab. Vor „Holly“ und dem toten Pinguin ging es um „Vuai“. Im Oktober war der Giraffenbulle beim Transport nach Portugal an einem Kreislaufversagen gestorben. Der Fahrer des Transporters hatte das Tier zurück in den Zoo gebracht, als „Vuai“ sich bei der Fahrt hingelegt hatte. Diese Haltung ist für Giraffen lebensbedrohlich. Zoo-Arzt und Pflegern gelang es nicht, den sechsjährigen Bullen wieder aufzustellen. Das Tier starb.

Auftragsdiebstähle

So schützen NRW-Zoos ihre Tiere

NRW Der Tod von Seelöwin Holly im Dortmunder Zoo gibt Rätsel auf. Töteten Einbrecher das Tier oder gab es einen Unfall? Ungeklärt. Fakt ist: Einbrüche kommen in den meisten Zoos vor. In NRW gab es zuletzt eine Serie von Affendiebstählen. Taten im Auftrag privater Sammler, glauben Experten. Wie schützen die Zoos ihre Tiere?mehr...

mit dpa-Material

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
/
Humboldtpinguine in ihrem Gehege im Zoo Dortmund: Zwei Tiere sind verschwunden, eines wurde tot knapp 200 Meter entfernt im Flamingogehege gefunden.

Erneut ist ein Tier im Dortmunder Zoo verendet. Erneut sind die Umstände merkwürdig. Nach dem Tod der Seelöwin "Holly" im November vermeldet Zoodirektor Frank Brandstätter am Dienstag wieder einen Todesfall unter seinen Tieren.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Übersicht

Hier wird in Dortmund geblitzt

DORTMUND Die Dortmunder Polizei und das Dortmunder Ordnungsamt verraten täglich, wo die Geschwindigkeit der Autofahrer kontrolliert wird. Auf unserer Übersichtskarte zeigen wir die Straßen, an denen Polizei und Ordnungsamt blitzen wollen.mehr...

Keine Anwohner betroffen

Bombenfund am Hafen - Blindgänger ist entschärft

DORTMUND Zweiter Bombenfund in drei Tagen: In Huckarde ist am Mittwoch am Rande des Hafens eine 125-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Im Gegensatz zum Bomben-Trio von Lindenhorst am Montag waren diesmal jedoch weder Anwohner noch größere Straßen betroffen. Die Entschärfung lief ohne Probleme.mehr...

Spektakulärer Video-Flug

Fliegen Sie durch Dortmunds Nebeldecke

DORTMUND Dichte Nebelschwaden lagen am Mittwochmorgen über Dortmund. Nur die höchsten Punkte der städtischen Skyline wie der Florianturm ragten aus dem Dunst hervor. In einem kurzen Video nehmen wir Sie mit auf die Reise durch die Nebeldecke - mit einem spektakulären Ende.mehr...

Feuerwerksunglück von Datteln

Gastronom zahlt beinamputiertem Opfer 3000 Euro

DORTMUND/DATTELN Im "Böller-Prozess" gegen einen Gastronom (51) aus Lütgendortmund hat der Angeklagte am Mittwoch finanzielle Wiedergutmachung in Aussicht gestellt. Bereits in den kommenden Tagen will er vorab 3000 Euro an das Hauptopfer überweisen. Der Frau musste nach Querschlägern aus einer Feuerwerksbatterie ein Unterschenkel amputiert werden.mehr...

Preis für Zivilcourage

Mord verhindert: 17-Jährige bekommt 10.000 Euro

DORTMUND Im Februar verhinderte Saskia Jürgens einen Mord in Mengede - nun erhielt die 17-Jährige aus Waltrop dafür nach einem ersten Lob der Polizei in Berlin einen Zivilcourage-Preis samt 10.000 Euro für ihr mutiges Handeln. Einen Auftritt in einer bekannten Fernsehsendung gibt es noch oben drauf.mehr...

U-Bahn-Station Kampstraße

37-Jähriger wird Treppe hinuntergetreten

DORTMUND Für einen Dortmunder hat ein Junggesellenabschied mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus geendet. Der 37-Jährige geriet am Samstagabend in der City in einen Streit mit zwei jungen Männern. Einer von ihnen trat ihn schließlich eine Treppe an der U-Bahn-Station Kampstraße hinunter.mehr...