Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Kriminalitätsprävention

Polizei Bochum gibt Atlas der Einbrüche heraus

BOCHUM Mit einem im gesamten Bundesland einmaligen Schritt will die Polizei Bochum stärker gegen Einbrecher vorgehen. Sie veröffentlicht ab jetzt jeden Freitag ein „Wohungseinbruchsradar“ - auf der Karte sind alle Einbrüche der jeweiligen Woche verzeichnet.

Polizei Bochum gibt Atlas der Einbrüche heraus

Die Einbrüche der Woche vom 5. Juni bis zum 12. Juni.

Es ist eine Aufklärungsquote, auf die Polizeipräsidentin Diana Ewert stolz ist: Rund 18 Prozent aller Einbrüche konnten im Jahr 2014 geklärt werden. Was mager klingt, ist eine der besten Quoten in Nordrhein-Westfalen. Um diese Quote zu halten und möglicherweise noch zu verbessern, geht die Polizei nun weiter in die Offensive.

Am Ende einer jeden Woche veröffentlicht sie ab sofort eine Karte, auf der die Einbrüche der Woche im gesamten Stadtgebiet eingezeichnet sind. Dabei geht es der Polizei nicht um die Darstellung bestimmter Brennpunkte, sondern um eine Sichtbarmachung: „Wenn die Bürger unsere Einbruchsmeldungen lesen, ist ihnen vielleicht gar nicht bewusst, dass das nur drei Straßen weiter ist“, sagt Ewert, die auch Ideengeberin für diese Karte war.

„Früher haben die Menschen beim Bäcker oder Metzger mitbekommen, was in ihrer Nachbarschaft los ist“, sagt sie. Das fehle heute und genau dort wolle die Polizei mit der neuen Karte ansetzen.

Warnung vor Hysterie

Über deren Erstellung sei drei Monate lang diskutiert worden, sagt Andreas Dickel, Leiter der Direktion Kriminalität. Denn ganz unproblematisch ist eine solche Karte nicht. Einerseits weil sie Menschen in Stadtteilen, die vielleicht gerade nicht von Einbrüchen betroffen sind, in falscher Sicherheit wiegen könnte.

Andererseits weil die Karte alle Erstaufnahmen verzeichnet und damit auch nur Einbruchsversuche und solche Einbrüche, die sich später als vorgetäuscht herausstellen,  zum Beispiel zum Zwecke des Versicherungsbetruges. Deshalb warnt Dickel eindringlich vor Hysterie.

Dass sich die Polizei dennoch auf einem schmalen Grat bewegt, kann nicht bestritten werden. Auch weil Dickel und Ewert die Bürger auffordern, verdächtige Fahrzeuge in der Nachbarschaft unter Tel. 110 der Polizei zu melden. „Der Notruf ist auch Informationsschleife für alles, was dringend ist“, sagt Dickel – und damit eben nicht nur für akute Bedrohungslagen vorgesehen, sondern auch für die Meldung verdächtiger Beobachtungen.

Bilanz nach drei Monaten

„Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, ist ein oftmals in letzter Zeit propagiertes Motto, geht es um Anrufe bei der Notrufnummer. Dass sich davor noch viele Menschen scheuen, ist der Polizei bewusst: „Wir haben gemerkt, dass unser Apell verpufft“, sagt Ewert – und wird deshalb nicht müde, die Menschen immer wieder daran zu erinnern, sich bei der Polizei zu melden, wenn man das Gefühl hat, das etwas nicht stimmt.

Dass sich daraus eine soziale Kontrolle entwickeln könnte, ist Dickel und Ewert bewusst. „Aber wir haben so aufgeklärte Bürger, dass wir es versuchen können“, sagt Ewert angesichts der Befürchtungen, dass sich die „gesunde Nachbarschaft“, die sich Ewert wünscht, zu einer Totalüberwachung der Bürger untereinander verkehren könnte.

Wohl auch deshalb will die Polizei nach zwei bis drei Monaten eine Bilanz ziehen – und sich dann auch selbstkritisch die Frage stellen, ob es überhaupt positive Auswirkungen gegeben hat. 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Gerichtsprozess

Werner Arzt drohen vier Jahre Haft wegen Betrugs

Bochum/Werne Er soll eine Bank um 1,6 Millionen Euro betrogen haben: Im Betrugsprozess rund um eine Bochumer Privatklinik drohen dem angeklagten Arzt aus Werne über vier Jahre Haft. Das hat das Bochumer Landgericht am Montag signalisiert.mehr...

Auf Cranger Kirmes verloren

Polizei Bochum fahndet nach Schnuffelbär "Heia"

BOCHUM Mit einer ungewöhnlichen Vermisstenanzeige will die Bochumer Polizei dem dreijährigen Malte helfen. Denn seitdem der Junge aus Gelsenkirchen vor einer Woche auf der großen Cranger Kirmes seinen „Schnuffelbären Heia“ verloren hat, schläft er schlecht.mehr...

Bauchschuss-Drama

Sieben Jahre Haft für Bochumer Pistolenschützen

BOCHUM Nach einem beinahe tödlichen Nachbarschaftsstreit ist ein 56-jähriger Pistolenschütze am Freitag in Bochum zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte im Streit um zu laute Musik seinem Nachbarn in den Bauch geschossen.mehr...

Zeltfestival Ruhr 2017

Royal Republic: Weekend Men in Bochum

BOCHUM Beim Zeltfestival Ruhr in Bochum stand am Donnerstagabend eine besondere Rockband auf dem Programm. Wer auf den letzten Drücker kam, konnte bereits im Biergarten hören, wo es lang ging, denn schon bevor die Schweden überhaupt auf der Bühne standen, schallten „Royal Republic“-Sprechchöre aus dem kleinen Zelt.mehr...

Unversteuerter Tabak sicher gestellt

Zoll durchsucht zehn Shisha-Cafés in Bochumer City

BOCHUM Bei einer Razzia in zehn Bochumer Shisha-Cafés am Montagabend stellten Beamte des Hauptzollamts Dortmund, der Polizei und des Ordnungsamtes über 60 Kilo Wasserpfeifentabak sicher. Bei dem Einsatz in der Innenstadt wurden außerdem mehrere Strafanzeigen geschrieben.mehr...

Mit einem Obstmesser

Anklage: "Scheren-Frau" raubte Dolmetscher aus

BOCHUM Eine Spielzeugpistole, drei Messer, eine Schere und dazu ein Beutel mit Glasscherben: Das Waffenarsenal, das eine dreifache Mutter (38) bei einem mutmaßlichen Raubüberfall in ihrer Handtasche trug, war bizarr, unheimlich und verstörend. Seit Donnerstag steht die „Scheren-Frau“ in Bochum vor Gericht.mehr...