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Barrierefrei

Ein würdiger Ersatz für die alte Zugbrücke

Raesfeld 80.000 Euro kosten die neuen, barrierefreien Brücken am Schloss Raesfeld. Am Ende des Umbaus soll das Schloss auch hör- und sogar riechbar sein.

Ein würdiger Ersatz für die alte Zugbrücke

Wolfgang Ronau von der Akademie des Handwerks auf der neuen Stahlbrücke, die vom Parkplatz barrierefrei auf den Schlosshof führt. Foto: Berthold Fehmer Foto: Foto: Berthold Fehmer

„Auf der ältesten bekannten Darstellung von Raesfeld ist diese Brücke bereits eingezeichnet“, sagt Architekt Eberhard Berg und zeigt auf die Zugbrücke auf einem Bild des Schlosses Raesfeld von 1580. Wie berichtet, wurde der Nachfolger, die alte Holzbrücke zwischen Freiheit und Vorburg, kürzlich ersetzt. Einen kleinen Hinweis auf die alte Zugbrücke an dieser Stelle gibt der Holzbelag, der auf der Schlossseite auf etwa drei Metern nicht quer, sondern längs verlegt wurde. „Ab hier fing die Zugbrücke an“, so Ursula Baumeister, Leiterin der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld.

Förderprogramm

45.000 Euro hat die neue Holzbrücke gekostet, mit 35.000 Euro etwas günstiger war die Stahlbrücke, zwischen Parkplatz und Schlosshof. Nur ein Teil des gesamten Projekts „Inklusiver Kulturerlebnisweg“, das im Jahr 2017 mit 130.000 Euro angesetzt ist und 2018 mit weiteren 20.000 Euro. Davon zahlt der Trägerverein Schloss Raesfeld etwa 50.000 Euro, das Förderprogramm Vital.NRW etwa 100.000 Euro.

Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster: „Mit dem inklusiven Kulturerlebnisweg zwischen Naturparkhaus und Schloss erschließt sich für Menschen mit körperlichem Handicap - auch für Sehbehinderte - die Einzigartigkeit des national bedeutsamen Schlosses Raesfeld.“ Zum Teil führt der Weg über Kopfsteinpflaster, dessen Unebenheiten nun fast beseitigt sind. „Für Stöckelschuhe ist das auch super“, sagt Ursula Baumeister lächelnd. Der Weg müsse geschützt werden. „Der Schlosshof wird wieder mit einer Kette abgesperrt, weil es nicht so gut wäre, wenn Autos auf dem Inklusionsweg parken würden.“

Nächster Schritt

Eberhard Berg denkt bereits an den nächsten Schritt. „Wir haben jetzt die Hardware, im Frühjahr geht es an die Software.“ Dann sollen Info-Tafeln am Naturparkhaus und an den Brücken aufgestellt werden, außerdem Hörstationen, deren technische Umsetzung noch nicht geklärt ist. „Es gäbe die Möglichkeit, wie sie klassischerweise im Museum angeboten wird. Oder man gibt Kopfhöhrer am Naturparkhaus aus, die an bestimmten Stellen aktiviert werden können. Oder man arbeitet mit QR-Codes und Smartphones. Jede der Möglichkeiten, so Berg, habe Vor- und Nachteile.

Ein würdiger Ersatz für die alte Zugbrücke

Eine neue, barrierefreie Holzbrücke führt von der Freiheit in den Schlosshof. Über den Abschluss des ersten Bauabschnitts am Schloss freuen sich (v.l.) Ursula Baumeister, Hans Hund, Reiner Nolten und Eberhard Berg. Foto: Fehmer Foto: Foto: Berthold Fehmer

Mit Riechstationen will Berg sogar den typischen Geruch der Werkstätten der Akademie des Handwerks transportieren. Das könne man mit Duftstoffen realisieren, so Baumeister und nennt die Geruchsdesigner im Autobau als Vorbilder. Dem zweiten Bauabschnitt könnte sich noch ein dritter anschließen. „Es ist eine Erweiterung des Wegs angedacht“, sagt Berg. Ein Ergänzungsweg könnte die Natur rund ums Schloss auch für Menschen mit Handicaps erlebbar machen. Das sei aber noch nicht beantragt, so Baumeister.

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