Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Im Ratssaal

Fritz Roth beschäftigte sich mit der Trauer

RAESFELD Mit dem Thema "Tod und Trauer" beschäftigte sich Bestatter und Buchautor Fritz Roth am Montagabend. Rund 240 Gäste folgten ihm bei seinen Ausführungen über die heutige Art, Tote zu verabschieden, die besten Trauerbegleiter und warum man ein "Spinner" werden sollte.

Fritz Roth beschäftigte sich mit der Trauer

Mit viel Gedankenaustausch und persönlichen Fragen und Erlebnissen hielt Fritz Roth einen Vortrag über die Zeit der Trauer.

„Das letzte Hemd ist bunt“ behauptet Fritz Roth in seinem Vortrag am vergangenen Montag, der ergänzend zur Ausstellung „Letzte Chance“ in der Villa Becker angeboten wurde. Andreas Gerdes vom ambulanten Hospizdienst der Caritas Borken begrüßte die etwa 240 Gäste dieses Abends, die nicht in der Villa Becker Platz fanden, sondern in den Ratssaal des Rathauses wechselten. „Das Interesse an der Auseinandersetzung mit dem Thema Tod ist beachtlich“, betont Andreas Gerdes auch im Hinblick auf die Ausstellungseröffnung Sonntag Nachmittag, die ebenso gut besucht war. Das „letzte Hemd“ war für ihn bisher noch weiß und, wie der Volksmund sagt, hat es keine Taschen.

Fritz Roth nennt es flapsig die „Arschologie der Trauerkultur“ und beginnt seinen einstündigen Vortrag, für den es, wie er sagt, kein Konzept gibt, erzählend lebendig. Von seiner Kindheit auf dem Bauernhof als fünftes von neun Kindern, seine Zeit im Kloster in Steil (Niederlande), als er noch Priester werden wollte, bis hin zu seiner heutigen Aufgabe als Bestatter, Trauerbegleiter, Trauerpädagoge und Buchautor. Ein Zufall brachte ihn dazu, ein Bestattungsunternehmen zu kaufen, ohne zu wissen, wie das Bestattungswesen aussieht. Geschockt hat ihn die Art, wie er die Trauernden und die Toten behandeln sollte. In Erinnerung an den Tod seiner Oma, die noch, wie es einmal üblich war, in der besten Stube aufgebahrt wurde und Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannte zum letzten Abschied ins Haus einlud, lädt er in seiner Arbeit wieder zur Trauerzeit ein. „Das Totenbett hat viele Geschenke“ – „teure Särge gibt es bei mir nicht, aber ganz viel Seele, Erinnerung, Leben.“ Immer wieder lädt er dazu ein, „Spinner“ zu werden. „Tod ist der beste Lehrmeister für bürgerlichen Ungehorsam!“ Der Tod ist zum bürokratischen Aufwand geworden, Urkunden und der Nachweis „hygienisch einwandfrei“ haben Überhand genommen, der Abschied bleibt dabei auf der Strecke. „Und Kinder sind übrigens die besten Trauerbegleiter“, berichtet er weiter in einem wahren Meer aus Eindrücken und Geschichten, die Liebe und Trauer gleichsetzen. „Wer tief liebt, muss auch ganz viel Trauer zulassen.“

Regen Austausch haben die Organisatoren, der ambulante Hospizdienst der Caritas und das Bildungswerk Raesfeld in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Raesfeld, mit der Veranstaltung somit erzeugt und laden Interessierte herzlich in die Ausstellung ein, die sich mit vielen Fotos und Gegenständen in der Villa Becker dem Thema widmen. Die Bücher von Fritz Roth werden dort ebenfalls zu finden sein.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Rettungseinsatz in Raesfeld

Wie Rauhaardackel Lucki sein Frauchen rettete

Raesfeld Einem kleinen Rauhhaardackel namens Lucki ist es zu verdanken, dass sein verletztes Frauchen in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Raesfeld vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Durch sein Bellen waren die Nachbarn darauf aufmerksam geworden, dass etwas nicht stimmte.mehr...

Lucia Deiters

Vertrauensperson für Schüler und Firmen

Raesfeld Projektkoordinatorin für das Jugend-Orientierungs-Praktikum (JOP), so lautet die neue Aufgabe für Lucia Deiters. Sie nennt sich selbst „Brückenbauerin“.mehr...

Maskottchen für geplantes Buch

Issel-Ente beweist ihre Schwimmfähigkeit

Raesfeld „Ist das ein Brecher!“, entfährt es Doris Röckinghausen, als sie die Issel-Ente sieht, die OGS-Kinder der Silvesterschule in den vergangenen Wochen gebastelt haben. Die Autorin, die im Juni ein Buch über die Issel veröffentlichen wird, weiß schon genau, wo die Ente im Buch erscheinen soll.mehr...

Baugebiets-Erweiterung

Rat lehnt Bürgerantrag zur Stockbreede ab

Raesfeld Die Anwohner der Stockbreede sind mit ihrem Bürgerantrag zur Verzögerung der Ausweisung neuer Wohnbauflächen gescheitert. Klaus Rybarczyk (SPD): „Die Erweiterung der Stockbreede steht unter keinem guten Stern.“mehr...

Tödlicher Unfall in Raesfeld

Auto kracht gegen einen Straßenbaum - 80-Jährige stirbt

Raesfeld Bei einem Unfall auf der Straße „Zum Michael“ ist am Montagnachmittag eine 80-jährige Beifahrerin so schwer verletzt worden, dass sie kurze Zeit später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag. mehr...

Haus Epping

Abriss-Termin soll verschoben werden

Raesfeld Das als Flüchtlingsunterkunft genutzte ehemalige Hotel „Haus Epping“ soll weiter stehen bleiben. Obwohl der Abriss bereits 2015 beschlossen wurde.mehr...