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Für Julian ist der Krieg ganz nah

RAESFELD Für ein Jahr leistet der Raesfelder Julian Grigo (19) in der russischen Stadt Nizhnij Novgorod (ehemals Gorki) Friedensdienst in Form eines sozialen Jahres. Hier arbeitet er mit Behinderten in verschiedenen Einrichtungen.

Für Julian ist der Krieg ganz nah

Da ist er jetzt: Julian Grigo hat sein soziales Jahr in Russland begonnen.

Erstmals schildert er nun seine Eindrücke in der Stadt an der Wolga und wie er den Ausbruch des Georgienkrieg erlebte. „Russland ist so, wie ich es mir vorgestellt habe“, ist der ehemalige Schüler des Burloer Mariengarden-Gymnasiums begeistert. An der Schule knüpfte er erste Kontakte zur russischen Kultur. Durch eine Klassenfahrt und natürlich den russischen Sprachunterricht wurde sein Interesse für das riesige Land geweckt. Eine vokalreiche Sprache, große Kultur, die tragische Geschichte und natürlich die Größe des Landes veranlassen Julian Grigo zu der Aussage: „Russland ist für mich das interessanteste Land dieser Welt!“ So sind auch seine Eindrücke von der Millionenmetropole. Porsche und Mercedes neben verrosteten Lada und Schiguli, Prachtstraßen und ausgefahrene Buckelpisten. Die Preise für Hygieneartikel sind zum Teil doppelt so hoch wie in Deutschland. Andererseits ist Julian Grigo von Preisen der Eisenbahn beeindruckt. Die Fahrt ins 400 km entfernte Moskau kostet gerade einmal 13 Euro.

Julian Grigo steht mit Eltern und Freunden in Raesfeld in ständigem Kontakt über das Internet. Zu der Zeit, als der Georgienkrieg ausbrach, befand er sich in Nizhnij Novgorod und musste viele Fragen seiner Freunde in Deutschland beantworten. Den Tag des Kriegsausbruches hat Julian Grigo mit anderen Jugendlichen in abendlicher Runde erlebt. „Ich habe mich mit Debora, einer Friedensdienstleistenden, einem koreanischen Student und Karina, einer russischen Studentin, getroffen. Wir haben den Abend miteinander verbracht. Gegen halb zehn erreichte Karina eine SMS, in der ein Freund von ihr, der 500 Kilometer südlich seinen Wehrdienst leistet, berichtete, dass er mit seiner Truppe binnen einer halben Stunde in den Süden aufbrechen musste“, sagt Julian Grigo. Der junge Mann ist gerade zwei Monate bei der Armee und muss schon in den Krieg. Am folgenden Tag befragte Julian Grigo einem Einheimischen dazu, die Antwort lautete kurz und knapp: „Eta rassija“ – das ist Russland.

Informationen bezieht der Raesfelder über das Internet. „Als ich mich in einem Internetcafé über die Fakten informierte, spielten neben mir Jugendliche im Netzwerk brutale Kriegsspiele.“ In dieser Situation war das für Julian Grigo unverständlich. K egg   Im nächsten Bericht werden wir von der Arbeit und den Erlebnissen mit der Bevölkerung berichten.

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