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Neue Brücke trägt 1000 Jahre lang

RAESFELD Nur 40 Jahre währte das Leben der hölzernen Hauptbrücke zum Schloss. Jetzt hat das baufällige Stück seiner Nachfolgerin Platz gemacht, die in den kommenden Jahrhunderten eine tragfähige Rolle spielen soll.

Neue Brücke trägt 1000 Jahre lang

Zimmermeister Matthias Gläser beim Abbinden der Eichenbalken.

1968 wurde die bestehende Holzbrücke wegen Baufälligkeit bereits durch eine neue ersetzt. Da diese jetzt wiederum morsch und wackelig geworden war, schlug vor knapp drei Wochen ihr letztes Stündchen.

Von der Optik her wird den Raesfelder Schloss-Besucher keine Überraschung erwarten: „Wir orientieren uns an der schlichten Holzbrücke, die auf dem historischen Schloss-Foto aus den 20-er Jahren erhalten ist“, vertritt Architekt Eberhard Berg vom Schloss Raesfeld, Zentrum für Denkmalpflege, eine originalgetreue Wiederherstellung. Technisch hingegen gräbt die neue der morschen Vorgängerkonstruktion eindeutig das Wasser ab: „Wir haben die zwölf alten, im Wasser stehenden Pfähle mit Stahlrohren ummantelt und die Zwischenräume ausbetoniert“, erklärt Eberhard Berg die Tiefbauarbeiten, die die Firma Herbort aus Münster bereits in die Gräfte gesetzt hat.  

Auf Stahlhälsen aufgesetzt wird dann die hölzerne Brückenkonstruktion über dem Wasser „schweben“. Wie viel von den mächtigen Eichenbalken für die neue Schlossbrücke benötigt werden, beantwortet Zimmermeister und Restaurator Matthias Gläser ohne zu zögern: „21 Kubik!“ Zurzeit ist der Westerwalder Handwerker mit seinen Männern auf dem Schlosshof damit beschäftigt, die wohl riechenden bis zu 30 x 30 cm starken Holzträger zum Montieren abzubinden.

„30 Tonnen maximale Belastung wird die Brücke schon aushalten“, schlägt der Meister seinen Beitel in den Balken, dass es spritzt. Dann wird das bislang geltende Fahrverbot für Fahrzeuge wieder aufgehoben, und im Notfall können auch Feuerwehrautos gefahrlos über die starken Bohlen rollen. In der kommenden Woche schon soll die Holzkonstruktion über der Gräfte aufgebaut werden.

„Am 21. Juli haben wir mit den Arbeiten angefangen und am 22. August wollen wir fertig sein“, hofft Akademieleiter Werner Storz. Bis dahin sichert eine schnell montierte Behelfsbrücke den Hauptzugang zum Schloss. Die Gesamtkosten von cirka 140 000 Euro muss die Akademie alleine tragen. „Für nicht Denkmal relevante Maßnahmen gibt´s keine Zuschüsse“, zuckt Werner Storz die Schultern. Aber wenn man bedenkt, dass die Brücke in den kommenden 1000 Jahren die Schlossbesucher sicher tragen wird, ist das Geld doch eigentlich gut angelegt, oder?

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