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Rathaus wird Schauplatz für Kinofilm

BOCHUM Nicht wundern, wenn demnächst alte Limousinen im Innenhof des Rathauses vorfahren und Menschen in NS-Uniform aussteigen. Für vier Tage wird der RepräsentationsBau zum Haus des Sports im Berlin der 30er Jahre.

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Im Repräsentationsflur: v.l. Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz, Produktionsleiterin Beatrice Hallenbarter und Herstellungsleiter Klaus Rettig.

Der Innenhof des Rathauses, der fast so wie 1931 bei der Entstehung aussieht, hat den Filmarchitekten Götz Weidner besonders begeistert. Hier werden in einer Woche alte Limousinen vorfahren und Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten aussteigen.

Die Gemini Film Produktionsgesellschaft hat das Rathaus als zentralen Schauplatz für ihren Film "Berlin 1936" entdeckt und bei OB Dr. Ottilie Scholz sofort Unterstützung gefunden. Sie findet es nicht nur schön, dass "ihr" Rathaus in einem aufwändigen Kinofilm zu Ehren kommt, sondern begrüßt auch, dass der Film sensibel das Thema Nationalsozialismus behandelt.

Olympische Spiele "Berlin 1936" spielt vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele in Berlin, die von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke missbraucht wurden. Regisseur Kaspar Heidelbach (Das Wunder von Lengede) wird das Schicksal zweier junger Menschen erzählen. "Wir zeigen wie ein Regime versucht, Menschen zu benutzen und scheitert", erzählt Herstellungsleiter Klaus Rettig. Der Film basiert auf den Erinnerungen der heute in den USA lebenden Gretel Bergmann. Die Hochspringerin, hoch favorisiert, wurde erst als Vorzeige-Jüdin präsentiert, dann aber kurz vor den Olympischen Spielen aus der Mannschaft genommen. "Berlin 1936" erzählt, wie die Nationalsozialisten, um ihren Sieg zu verhindern, einen als Frau verkleideten Mann ins Team einschleusen.

Thieme und Bülow

Karoline Herfurth, die die Gretel Bergmann spielt, wird nicht nach Bochum kommen. Dafür Thomas Thieme und Johann von Bülow, die beide am Bochumer Schauspielhaus engagiert waren. Sie spielen Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten und Ritter von Halt, die im Haus des Sports unter anderem mit Avery Brundage wegen eines möglichen Boykotts der Olympischen Spiele durch die USA verhandeln.

Neben dem Innenhof, der sich seit der Entstehung 1931 kaum verändert hat, konnte sich Filmarchitekt Götz Weidner auch für den Repräsentationsflur und den kleinen Sitzungssaal begeistern. Hier wird das Büro des Reichssportführers mitsamt Vorzimmer und Bar entstehen. Die Dreharbeiten für „Berlin 1936“ haben am 6. August in Köln begonnen. Ab Freitag, 15. August, bis zum 19. August wird in Bochum gedreht. Neben dem Rathaus wählte die Gemini Film Produktionsgesellschaft auch noch den Bahnhof Dahlhausen für Filmaufnahmen.

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