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Anti-Israel-Veranstaltung?

Ruhr-Universität sagt Palästina-Vortrag ab

BOCHUM Eigentlich sollte in Bochum demnächst eine Veranstaltung des Arbeitskreises Palästina stattfinden. Eigentlich. Denn die Ruhr-Universität hat den Termin am Montag abgesagt. Die RUB umtrieb die Sorge, dass ein geplanter Vortrag einen Boykott gegen Israel zum Thema haben könnte. Die Betroffenen widersprechen.

Ruhr-Universität sagt Palästina-Vortrag ab

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat den geplanten Vortrag eines Palästina-Aktivisten abgesagt. Aus Sorge vor einem möglichen Aufruf zu einem Boykott Israels.

Der Grund für die Absage: Der Inhalt des für den 18. März geplanten Vortrages von Salah Al Khawaja weiche von dem ursprünglich angekündigten Thema ab, wie RUB-Sprecher Jens Wylkop am Dienstag auf Anfrage dieser Redaktion erklärte.

Ruhr-Uni kündigt Mietvertrag

"Eigentlich sollte es um das Leben und die Situation im Westjordanland gehen", so Wlykop. An und für sich kein Problem. "Wir stehen als Universität dafür ein, dass man in einen kritischen Dialog tritt." Eigene Recherchen der RUB hätten jedoch Hinweise darauf ergeben, dass es am 18. März vielmehr darum gehen soll, zum Boykott gegen Israel aufzurufen. "Wir haben daraufhin den Mietvertrag gekündigt", sagte Wylkop.

Der Blue Square in der Bochumer Innenstadt ist ein Veranstaltungszentrum der Ruhr-Uni, in dem regelmäßig Ausstellungen und Vorträge stattfinden. So sollte auch Salah Al Khawaja am 18. März ab 18 Uhr sprechen. Als Veranstalter des Abends hatte sich der Arbeitskreis Palästina NRW angemeldet, ein eingetragener Verein mit Sitz in Bochum. In einem Flyer des Arbeitskreises, der auf der Homepage von "Palästina-Solidarität" abrufbar ist, heißt es: "(...) Al Khawaja referiert über den zivilen Widerstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzungsmacht und Siedlungspolitik, sowie über die Stop the Wall- und BDS-Kampagnen. Zeit: Freitag, 18.3.2016. Ort: Blue Square."

Kampagne gegen Israel

An und für sich lassen sich in der Ankündigung zwar klare Worte, aber auf den ersten Blick keine verfänglichen Formulierungen herauslesen. Die Abkürzung BDS steht allerdings für "Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen" – eine internationale Kampagne, die sich gegen Israel richtet. Al Khawaja ist Koordinator des Sekretariats im BDS. Die Kampagne ruft unter anderem Intellektuelle und Akademiker weltweit dazu auf, "alle israelischen akademischen und kulturellen Institutionen umfassend und konsequent zu boykottieren".

Gleiches gilt auch für israelische Produkte, die in jüdischen Siedlungen in Palästinensergebieten hergestellt werden. "Dieser Grundgedanke kommt von der EU selbst", sagt Wail Abdel-Khani im Gespräch mit dieser Zeitung. Abdel-Khani ist Vorsitzender des Arbeitskreises Palästina und verweist auf einen Beschluss der Europäischen Union aus dem vergangenen Jahr. Demnach gilt für eben jene Produkte – wie zum Beispiel Obst und Gemüse – eine Kennzeichnungspflicht.

Gespräch mit Uni

Dass der Vortrag von der Ruhr-Uni abgesagt wurde, kann Abdel-Khani nicht nachvollziehen: "Wo bleibt die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Andersdenkenden?" Wenn über das gesamte Thema Westjordanland gesprochen werde, gehöre die Besatzung dazu, so Abdel-Khani. BDS sei nicht als Hauptthema geplant gewesen. Abdel-Khani will nun den "friedlichen Weg" gehen und mit der Uni sprechen, um zu klären, ob die Veranstaltung doch noch stattfinden kann. 

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