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Rucksack-Projekt

Sanfter Deutschunterricht für Mütter

BOCHUM Lebhaft geht es zu im Klassenraum 1d der Getrudisschule. Zwölf Kinder sitzen am runden Tisch, unterhalten sich und spielen miteinander – eigentlich ein gewöhnliches Bild. Doch all diese Kinder haben eine Migrationsgeschichte, sind zum Teil erst vor einigen Monaten nach Deutschland gekommen.

Sanfter Deutschunterricht für Mütter

In der Klasse lernen Kinder aus aller Welt gemeinsam. Auch ihre Mütter werden unterstützt.

Dass sie sich untereinander verstehen, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Erfolg des „interkulturellen Rucksack-Projekts“. Selma Aslan ist Koordinatorin beim Kommunalen Integrationszentrum Bochum (Kibo), das das Projekt an der Getrudisschule finanziert. Sie erzählt, wie das Konzept funktioniert: „Eine Stunde wird in der Schule mit den Kindern gearbeitet und dann mit den Müttern.“

Denn das Projekt soll nicht nur die sprachlichen Kompetenzen der Erstklässler soweit verbessern, dass diese aus der Sprach-Förderklasse in eine Regelklasse wechseln können, sondern auch die Mütter selbst im Umgang mit der deutschen Sprache sicherer machen.

Und das ist wichtig: 70 bis 75 Prozent betrage der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund an der Getrudisschule, sagt Konrektorin Tanja Knopp. Nicht in allen Familien ist die Sprachkompetenz so ausgeprägt, dass die Eltern mühelos mit den Kindern Hausaufgaben machen oder diese kontrollieren können. Deshalb werden auch die Mütter „beschult“ – auf freiwilliger Basis.

Hohe Nachfrage erwartet

Eigentlich war auch nur das der Kern des Rucksack-Projekts: Bereits an anderen Schulen und Kitas in Bochum bewährt, sollen gezielt die sprachlichen und erzieherischen Kompetenzen der Eltern gestärkt werden. Doch an der Getrudisschule entschloss man sich erstmals auch die Kinder miteinzubinden. In Form von Sachunterricht rund um Klassenregeln und soziale Kompetenzen.

Außerdem üben nun Kinder und Eltern verbessert miteinander: „Die Mütter bekommen mehrsprachige Übungen für die Kinder mit“, sagt Selma Aslan. Diese werden dann auch später in der Schule abgefragt. Ein Schuljahr lang bleiben die Kinder in dem Projekt und ihrer Sprachförderklasse, dann wird eine neue Klasse für die nächsten Erstklässler gegründet.

Dass diese kleiner ausfällt als die Vorgängerklasse, ist ausgeschlossen: Nach der erfolgreichen Premiere rechne man mit einer höheren Nachfrage als Plätze zur Verfügung stünden, heißt es seitens der Schule.

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