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Schluss ohne Paukenschlag

BOCHUM Einen "Schlussakkord mit Paukenschlag" hatten die Veranstalter von Melez für das Abschlusskonzert in der Jahrhunderthalle angekündigt. Das Ende des interkulturellen Festivals kam jedoch ganz anders: meditativ und still auf leisen Sohlen.

Schluss ohne Paukenschlag

Das Pianisten-Duo Bartlomiej Wasik und Emilia Sitarz bilden die eine Hälfte des Quartetts ?Kwadrofonik?.

Das Quartett "Kwadrofonik", bestehend aus einem Klavier- und einem Schlagwerkduo, baute Klangkathedralen in die Jahrhunderthalle, die in sich gekehrte Ruhe und Andacht erforderten.

"Kwadrofonik" - das sind vier junge Menschen, die frisch von der Musikhochschule Warschau kommen und geschickt mit den Erwartungen des Publikums spielen. Nach der Ankündigung im Melez-Programmheft hätte man auch einen Weltmusikabend mit einem Feuerwerk aus heißen Rhythmen erwarten können. Die Musiker gingen jedoch auf impressionistische Klangsuche, sie zeigten, dass ein Schlagwerk nicht immer den Rhythmus angeben und ein Klavier nicht immer die Melodie spielen muss.

Minimalismus

In den ersten sechs Stücken gingen die zwei Flügel und allerhand Schlagwerke auf der Bühne so eine symbiotische Verbindung ein: Meist wurden unisono entweder langsame rhythmische Figuren oder kurze Melodie-Motive wiederholt und leicht verändert. Der Klangeindruck erinnerte an den sakralen Minimalismus der neuen baltischen Klassikschule, wie er von Komponisten wie Arvo Pärt oder Erkki-Sven Tüür praktiziert wird. Pianist Bartlomiej Wasik informierte die Zuschauer jedoch darüber, dass man gerade Bearbeitungen von Mazurken des Komponisten Karol Szymanowski präsentiert habe - eigentlich polnische Tänze im Dreivierteltakt.

Manchmal erschien es in der Jahrhunderthalle als sei die Suche nach neuen, ungewöhnlichen Klängen für die Musikhochschul-Absolventen zum Selbstzweck geworden. Polnische Volkslieder, die sie zur Grundlage nahmen, wurden bis zur Unkenntlichkeit verfremdet, so dass ein Konzertbesucher polnischer Abstammung selbst "ein Lied, das in Polen jeder mit pfeifen kann", nicht wieder erkannte.

So wurde der Abend zu einem zwar nicht sehr mitreißenden, aber doch hoch interessanten Einblick in die Hochkultur des Nachbarlandes. Ein Einblick, der eine intensivere Beschäftigung mit Polens Kultur lohnenswert erscheinen ließ. Und gehört schließlich zu den Anliegen des Melez-Festivals: Bekanntmachen, Verknüpfen, Horizonte erweitern.

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