Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Schrumpfende Stadt braucht Migranten

WITTEN Wie wirkt sich der demographische Wandel auf Witten aus? Und welche Rolle spielen dabei die Migranten? Das interessierte rund 50 Besucher der 15. Sitzung des Wittener Internationalen Netzwerkes (WIN) im Sitzungssaal II des Rathauses am Mittwochabend.

/
Auch Bürger mit Migrationshintergrund interessierten sich fürs Thema.

Was wird aus Witten? Das wollten rund 50 Bürger wissen.

Ein Vortrag von Harald Bolle-Behler, Leiter des Projektes Witten 2020 und des Amtes für Wahlen und Statistik, stand im Mittelpunkt des Zusammentreffens.

Keine Großstadt mehr Integrationsbeauftragte Claudia Ertl begrüßte die Gäste mit einem kurzen aktuellen Zitat aus dem Internet-Forum Wikipedia: „Im Jahr 1975 wurde Witten in den Ennepe-Ruhr-Kreis eingemeindet. Witten war offiziell die größte Stadt im Kreis. Bis im Jahre 2007 die Stadt Witten den Großstadt-Status verlor. Unter die magische Marke von 100 000 Einwohnern rutschte.“ Konsequenzen für das finanzielle „Stadtsäckel“ bahnen sich nunmehr an. Und auch die Größe des Rates der Stadt muss kleiner werden, zum Beispiel. Aber dies war nicht das Thema des Zusammentreffens.

Weniger, bunter, älter „Unsere Bevölkerungsstruktur weist drei wichtige Tendenzen auf: Weniger, älter, bunter!“ betonte Harald Bolle-Behler vorab. So lässt sich – rein statistisch gesehen – bei mehr als 20 Prozent der Wittener ein „Migrations-Hintergrund“ nachweisen. „Auf Grundlage unseres Melderegisters mussten wir ein Gespür für die Gesamtsituation entwickeln,“ betonte Bolle-Behler in seinem Vortrag. Bereits im Jahr 1996 war dieser dramatische demographische Meilenstein prognostiziert worden. Am 30. Juni 2007 – knapp zehn Jahre später – war es dann soweit: In der Ruhrstadt Witten hatten keine 100 000 Menschen mehr ihr Zuhause. „Aber Witten ist und bleibt eine ansprechende Mittelstadt – mit Charakter, Charme und Herz,“ so war aus den Reihen der Besucher zu vernehmen. „Auf eine anonyme Großstadt-Atmosphäre können wir trotz aller Nachteile verzichten,“ so klang die spontane Meinungsäußerung aus dem Publikum.

Viele Faktoren Eine demographische Studie setzt sich aus vielen unterschiedlichen Faktoren zusammen. Entscheidend dabei ist auch die Alterstrukur. Der Anteil junger Menschen nimmt drastisch ab. Die Hauptgruppe der Erwerbstätigen wird im Gesamtbild älter. Die Alten werden jünger und mobiler. Die Anzahl Hochbetagter steigt. Dazu kommen die ausländischen Mitbürger und die Menschen, die familienhistorisch einen so genannten Migrationshintergund haben. Die wisenschaftlichen Grundlagen einer solchen Studie: Geburtsdatum ab 1. Januar 1950, erste und zweite Staatsangehörigkeit, sowie der Geburtsort. „Manchmal ist die Statistik ein Kreuzweg,“ betonte der Zahlenexperte. „Denn das Melderegister präsentiert nicht alle Fakten auf dem Silbertablett!“

8261 Ausländer So genannte „Nicht-Deutsche“ – sprich die klassischen Ausländer - sind mit 8261 Personen in Witten vertreten. Immerhin etwa 8,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Wenn man alle anderen Faktoren mit einbezieht, leben in Witten 16116 Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei sind die Ausländer, die in zweiter oder gar dritter Generation bei uns und mit uns leben, noch gar nicht berücksichtigt. Viele sind in der Ruhrstadt geboren und lassen sich statistisch nur schwer erfassen. Knapp ein Viertel unserer Bürger hat also keine heimischen Wurzeln. Ein harmonisches Zusammenleben liegt in der Hand von allen. Laut Prognose der zukünftigen demographischen Entwicklung dürfte die Zahl der Wittener Einwohner im Jahr 2020 bei etwa 95 000 Menschen liegen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Foto-Aktion

Wir suchen die schönsten Herbstbilder der Region

Dortmund Stimmungsvoller Frühnebel, leuchtende Wälder und strahlende Sonnenstunden - der Herbst in der Region zeigt sich in all seinen Facetten. Und Sie halten die schönsten Augenblicke mit der Kamera fest? Dann schicken Sie uns die Bilder und wir veröffentlichen sie in einer Fotostrecke!mehr...

Spielplatz in Witten

Passanten treffen auf Zwei-Meter-Schlange

WITTEN Eigentlich ist der Spielplatz am Nöcksken in Vormholz ein ziemlich friedlicher, unauffälliger Ort. Ein paar Passanten staunten allerdings nicht schlecht, als sie neben Klettergerüst und Wald plötzlich auf eine zwei Meter lange Boa stießen.mehr...

Siegerzeit 53 Sekunden

Wettbewerb der Spargelschäler

WITTEN Markt-Treiben, blauer Himmel, was will man mehr? Da gibt´s was: Am Samstag wurde auf dem Rathausplatz der stadtbeste Spargelschäler ermittelt.mehr...

Lok Witten

Unglück an der Zugspitze: Veranstalter von Staatsanwaltschaft vernommen

MÜNCHEN/WITTEN Der Tod der beiden Männer bei dem Extrem-Berglauf auf die Zugspitze am Sonntag geht vor allem auf Unterkühlung der Sportler zurück. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag nach der Obduktion mit. Jetzt trauern die Wittener Sportskameraden des verstorbenen Uwe Moldenhauer um ihn. Unterdessen wurde der Veranstalter als Zeuge vernommen.mehr...

Lok Witten

Wittener stirbt bei Extrem-Berglauf auf der Zugspitze

GARMISCH-PARTENKIRCHEN/WITTEN Tödliches Drama auf der Zugspitze: Bei einem Extrem-Berglauf sind am Sonntag zwei Männer ums Leben gekommen, darunter ein 41-jähriger Mann aus Witten. Mit Bestürzung reagierten die Verantwortlichen des Triathlon Team Witten, als sie vom Tod des Vereinsmitglieds Uwe M. erfuhren. Es war der erste Berglauf für den Marathonläufer. Einer seiner Teamkollegen war aufgrund des schlechten Wetters zuvor umgedreht.mehr...

Lok Witten

Männergesangsverein "Deutsche Eiche" hat Nachwuchssorgen

BUCHHOLZ „Wenn ich mal eine Durchhänger habe, geht es mir nach zwei Stunden Probe gleich viel besser“ wirbt Josef Lutz, der zweite Vorsitzende des Männergesangvereins (MGV) „Deutsche Eiche“ 1880 Hammertal, für das Chorsingen.mehr...