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700-Tonnen-Klotz wird in den Bahndamm geschoben

SCHWERTERHEIDE Die Mittagssonne knallt auf den Beton. Es ist trocken, der Staub klebt auf der Kleidung und im Gesicht. Doch die Männer schuften weiter. Bis Montagmorgen haben sie Zeit, den 700-Tonnen-Klotz in den Bahndamm an der Römerstraße einzufügen.

700-Tonnen-Klotz wird in den Bahndamm  geschoben

Passgenau war das neue Brückenteil am Wochenende eingeschoben worden.

Seit  Donnerstag arbeiten die Männer  am Austausch des Brückenversatzstückes im Bahndamm der ICE-Strecke Hagen-Berlin. Umfangreiche Vorarbeiten waren nötig – die Deutsche Bahn hat die Strecke nur für 66 Stunden gesperrt. Stück für Stück, auf Schienen und mit Hilfe einer Hydraulikpumpe, wird der 700-Tonnen-Klotz in die Lücke an der Römerstraße geschoben. Mit lauter Stimme kämpft Polier Franz-Josef Szostak gegen den Lärm im Hintergrund an.

„Wir liegen voll im Zeitplan. Das Wetter ist für uns sehr positiv“. Für kleinere Unwägbarkeiten habe das Team stets einen Plan B in der Tasche. „Wir sind gut in der Zeit“, betont auch Überwacher Ulf Ruttmann von der Deutschen Bahn. Nur einmal habe es eine kleine Panne gegeben, als eine Schiene gebrochen sei. „Am Samstag um 18 Uhr war die Brücke drin“, erklärt er.

 Doch die Arbeit für das Team geht weiter. Die Brücke muss noch mit Schotter befüllt werden. Anschließend pressen Szostak und seine Männer die Weichen mit einer Gleisstotzmaschine in den Schotter. Da sich die Eisenbahnschienen bei Wärme ausdehnen, müssen sie nachts nahtlos verschweißt werden. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Weichenverarbeitung auf der Brücke ist kompliziert.

„Das wird Mitte bis Ende dieser Woche geschehen“, sagte Ruttmann. Bis dahin dürften die ICE die Brücke nur mit 70 km/h überqueren. Auch einige Anwohner haben sich vor Ort eingefunden und betrachten das Spektakel. „Sonst war hier immer sehr viel Berufsverkehr“, erzählt Andreas Happe, der mit seiner Familie in der Nähe wohnt. „Es war immer sehr laut und hektisch und nicht ungefährlich für die Kinder. Nun können wir auf der Terrasse sitzen und die Ruhe und das Wetter genießen.“

Seit April 2007 ist die Römerstraße wegen der Arbeiten für den Autoverkehr gesperrt. Bereits im Sommer vergangenen Jahres sollte die Brücke eingesetzt werden. Aufgrund von Untergrundproblemen musste der Bau um ein Jahr verschoben werden. „Man kann ja nicht einfach so eine wichtige, viel befahrene ICE-Strecke sperren“, erklärt Ruttmann. „So etwas muss lange im voraus geplant und organisiert werden.“ Auch nach diesem Wochenende bleibt die Römerstraße für den Autoverkehr voraussichtlich bis Januar 2009 gesperrt.

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