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Weiterer Mieter verlässt Schwerter City-Centrum

Auch das Markt-Café schließt im City-Centrum

Schwerte Im City-Centrum in Schwertes Innenstadt gehen zunehmend die Lichter aus. Jetzt schließen auch Holtmanns ihr Markt-Café. Grund sei der Niedergang der Immobilie. Bernhard Holtmann hofft jetzt auf ein anderes Geschäftsmodell.

Auch das Markt-Café schließt im City-Centrum

Das Markt-Café von Eva und Bernhard Holtmann wird am 24 März schließen Foto: Bernd Paulitschke

Mit dem Markt-Café verlässt am 24. März der nächste Mieter das City-Centrum. Hohe Nebenkosten, eine veraltete Infrastruktur des Gebäudes und vor allem einen Stillstand bei den Investitionen macht Betreiber Bernhard Holtmann für den Auszug verantwortlich. Er ist nicht der einzige Ladenbesitzer in dem 80er-Jahre-Einkaufszentrum, der sein Geschäft schließt oder bereits geschlossen hat.

„Als ich hier eingezogen bin, war nebenan noch das Sonnenstudio“, so Holtmann. Doch das hat längst die Pforten geschlossen. Auch Bekleidungsgeschäfte blieben bislang ohne Nachmieter. Der Geschenkladen kündigt seinen Räumungsverkauf an. Lediglich die von Stadt und Eigentümergemeinschaft beklagte Spielhalle hat seit Jahr und Tag geöffnet.

Auf Investitionen am Gebäude gehofft

„Als wir angetreten sind, hatte gerade der neue Mehrheitseigentümer seine Anteile am Gebäude gekauft.“ Der hatte erklärt, dass er investieren und das Einkaufszentrum nach vorne bringen wolle, doch bislang sei davon nichts zu sehen, so Holtmann. Angeblich hat der neue Investor im Mittelgeschoss Flächen an eine Fitnesscenter-Kette vermietet. Doch bislang ist auch da noch nichts geschehen.

Holtmanns hatten vor zwei Jahren das ehemalige Eiscafé Dolomiti gemietet. Mit ihrem Plan, dort sowohl ein Café als auch ein Fischrestaurant zu betreiben. „Wir haben nach einem Jahr aber schnell gemerkt, dass man ohne Aktivitäten nicht genügend Publikum hat“, so Holtmann. Darauf hin habe man einen Veranstaltungskalender ausgearbeitet. Das hätte zwar funktioniert, sei aber neben ihren beiden Marktständen nicht mehr zu schultern gewesen.

Am Ende habe man sich mit dem Besitzer auf eine vorzeitige Auflösung des Mietvertrages geeinigt. Am Samstag soll das Markt-Café zum letzten Mal seine Türen öffnen.

Keine Sanierung in Sicht

Die Diskussionen um eine Sanierung und Renovierung des City-Centrums sind nicht neu. Schon vor Jahren, als die Immobilie noch der Hahn-Gruppe gehörte, hatte man darüber diskutiert. Das Gebäude gehört nämlich vielen Kleineigentümern und zwei großen Mitbesitzern. Der eine große Eigentümer ist der städtische Kulturbetrieb, der die Räume von Stadtbücherei und Volkshochschule bei seiner Gründung von der Stadt als Startkapital bekam. Fast 50 Prozent der Fläche gehört aber seit jeher Investoren, aktuell der Immobiliengruppe des Düsseldorfers Alexander Fischer. Er hatte 2016 die Anteile der Hahn Gruppe gekauft. Zu seinem Eigentum gehören das Untergeschoss mit Woolworth und das Erdgeschoss mit Kick, Tedi und dem ehemaligen Center-Shop, sowie Räume im 1. Stock. Die Veränderungen im Haus werden wie in anderen Objekten mit Eigentumswohnungen in der Eigentümerversammlung beschlossen. Doch mit seinem Anteil von knapp unter 50 Prozent hat Fischer hier zwar einen großen Einfluss, aber nicht die Mehrheit.

Für das City-Centrum waren etliche Altstadthäuser abgerissen worden

Das City-Centrum wurde 1981 eröffnet. Für den Komplex waren etliche Altstadthäuser abgerissen worden. Als Ankermieter hatte man in der Anfangszeit einen Coop-Markt über zwei Etagen. Als der 1998 auszog, ging es mit der Immobilie bergab. Dass das City-Centrum ohne eine aufwendige Sanierung wieder belebt werden könne, bezweifelt der IHK-Einzelhandelsexperte Ulf Wollrath von der IHK Dortmund. Bei unserer Umfrage zu den Leerständen in der Innenstadt räumte er ein, dass hier zwar ausreichend Fläche für größere Verbrauchermärkte sei, aber eine Ansiedelung ohne eine aufwendige Sanierung nicht denkbar sei.

Holtmanns ist das vorerst wohl egal. Sie wollen sich auf ihre traditionellen Marktstände konzentrieren. „Künftig werden wir den Waffelstand und den Fischstand jeweils mittwochs und samstags auf dem Werner-Steinem-Platz betreiben“, so Holtmann.

Er hofft, 2019, wenn die Verträge der Stadt mit der Markthandles GmbH auslaufen, den Zuschlag für den Betrieb des Wochenmarktes zu bekommen. Eine Ausschreibung für den Markt kündigte Stadtsprecher Carsten Morgenthal am Montag für den Herbst dieses Jahres an. Holtmann war im Winter 2016 im Streit aus der Markthandels GmbH, zu deren Gründern er gehörte, ausgeschieden.

Shopping-Center in der Region

Einst waren sie moderne Einkaufsparadiese - jetzt sind sie leerstehende Shopping-Zombies: Überall im Ruhrgebiet und in Westfalen gibt es gescheiterte Einkaufszentren. Wir erzählen die Geschichten der Shopping-Center in der Region: Was ist an den einzelnen Standorten in Dortmund, Dorsten, Bottrop und Lüdenscheid schief gegangen? Klicken Sie hier, um zur Geschichte zu kommen.

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