Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

In Schwerte-Ergste

Bislang unbekannte Fotos zeigen Kriegsgefangene

ERGSTE 70 Jahre ist das Ende des Zweiten Weltkriegs nun her, und dennoch tauchen immer wieder neue Dokumente auf oder Historiker verkünden neue Erkenntnisse. So auch in Schwerte, wo sich jetzt ein Forscher erneut dem Schicksal der Schwerter Kriegsgefangenen gewidmet hat. Dazu steuert das Historische Zentrum Hagen zwei Fotos aus Ergste bei.

/
Die Szene am Thüners Hof zeigt deutsche Soldaten, die nach Sprengung des Ruhrkessels in Schwerte Mitte April 1945 in Gefangenschaft gerieten.

Die Szene am Thüners Hof zeigt deutsche Soldaten, die nach Sprengung des Ruhrkessels in Schwerte Mitte April 1945 in Gefangenschaft gerieten.

Dem Schwerter Historiker Alfred Hintz liegen nun Fotos aus dem Historischen Zentrum in Hagen vor. Sie zeigen deutsche Soldaten, die nach der Sprengung des Ruhrkessels in Schwerte Mitte April 1945 in Gefangenschaft gerieten. Bei Villigst und Ergste hatten Alliierte mehrere Hundert Gefangene gemacht.

SCHWERTE Vor 70 Jahren: Der Zweite Weltkrieg ist in der letzten Phase. Die Amerikaner rücken unaufhaltsam näher, befreien Stadt um Stadt. Mal stoßen sie auf erbitterten Widerstand, mal werden weiße Flaggen gehisst. Wie erlebten die Menschen in der Region diese Zeit? Was passierte genau in den einzelnen Städten? Wir haben die letzten Kriegstage 1945 in einem multimedialen Spezial nachgezeichnet.mehr...

„Die Gefangenen wurden an verschiedenen Sammelstellen in Ergste festgesetzt, unter anderem auf dem Thüners Hof an der Ruhrtalstraße“, sortiert Alfred Hintz die Szene historisch ein.

Mit der Versorgung überfordert

„Später wurden die Gefangenen dann in die berüchtigten Rheinwiesenlager verbracht. Es gab am Mittelrhein eine ganze Reihe dieser Lager“, erklärt Hintz. Dort seien Zehntausende Gefangene durch Krankheiten und Entkräftung ums Leben gekommen. „Die Männer mussten im freien Leben, bei Wind und Wetter. Sie buddelten sich Erdlöcher. Bisher ging man davon aus, dass die Amerikaner bewusst die Gefangene so behandelt haben. Man weiß mittlerweile aber, dass sie schlichtweg mit der Versorgung der großen Anzahl von Menschen überfordert waren“, berichtet Hintz von jüngsten Untersuchungen von Historikern. Die US-Militärs hätten mit größeren Verlusten bei der Wehrmacht gerechnet und nicht mit so vielen Gefangenen. Da die Infrastruktur im Land bereits zerstört war, sei es zu der desolaten Lage für die Gefangenen gekommen.

Zunächst keine Rückkehr in die Heimat

Ähnlich schwierig sei die Lage für die ausländischen Zwangsarbeiter gewesen, die man in Schwerte in der NS-Zeit zur Arbeit gepresst hatte. Beim Einmarsch der Amerikaner im April waren sie befreit worden. Doch nun wussten sie nicht, wohin. Ihre Heimatstaaten konnten sie noch nicht aufnehmen. Noch im Juni 1945 lebten in Schwerte rund 2000 Russen, Italiener und Polen. Auch sie hätten versorgt werden müssen, untergebracht wurden sie in behelfsmäßigen Quartieren wie Schulen und Turnhallen. „Die Versorgung mit Nahrung war auch hier unzureichend“, erzählt Alfred Hintz. Viele schlossen sich daher zu Banden zusammen, plünderten Bauernhöfe und Geschäfte. „Obwohl die Militärregierung mit Waffengewalt dagegen vorging, blieb das nicht aus“, sagt Hintz.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sanierungsarbeiten

"Keule" in Schwerte bekommt neuen Blickfang

SCHWERTE Die Besitzer der „Keule“ in Schwerte investieren weiter. Vor drei Jahren haben sie die Esskneipe um einen Raum im Nachbarhaus erweitert. Nachdem die namensgebende hölzerne Keule den Weg alles irdischen gehen musste, wird die Fassade jetzt saniert und erhält einen neuen Blickfang.mehr...

Stadtplaner Adrian Mork

Schwerter CDU will Grünen als Bürgermeister

SCHWERTE Stadtplaner Adrian Mork soll 2018 neuer Bürgermeister in Schwerte werden. Das ist zumindest das gemeinsame Ziel von CDU, FDP und Grünen. Warum setzt sich die CDU für einen Kandidaten ein, der nicht das eigene Parteibuch hat? Darauf gab es bei der Vorstellung eine einfache Antwort.mehr...

Start in 20. Saison

Kino in Ergste startet mit ausverkaufter Premiere

ERGSTE Mit einer Premiere und drei ausverkauften Vorstellung kann das Kino in Ergste in seine 20. Saison starten. Was es sonst noch im Kino in der Kirche zu sehen gibt, stellten die Macher am Dienstagabend vor. Auch wenn der Saal improvisiert ist, bietet das Ergster Kino Filmgenuss auf dem neuesten technischen Stand.mehr...

Feuerteichschänke

Zukunft ungewiss: Wirt verlässt Schwerter Eckkneipe

SCHWERTE Die Feuerteichschänke ist eine der letzten richtigen Eckkneipen in Schwerte: Rustikales Inneres und ein Wirt, der schon seit über zehn Jahren in der Schänke arbeitet. Doch Wirt Bernhard Bay will zum 31. März 2018 aufhören - was mit der Kneipe dann passiert, ist noch unklar.mehr...

Im Landtag vorgestellt

Schwerter Schüler startete Projekt zu Cyber-Mobbing

SCHWERTE/DÜSSELDORF Cyber-Mobbing verfolgt die Opfer - die Mobber treffen sie oft in der Schule. Einige Lehrer denken, sie könnten nichts tun. Falsch, findet ein 13-jähriger Schwerter. Er startete ein Hilfsprojekt und schrieb einen offenen Brief, auf den Die Grünen antworteten und ihn in den Landtag einluden. Sein Projekt könnte Schule machen.mehr...

Am Sonntagabend

Einbrecher in Schwerte mit Hubschrauber gesucht

SCHWERTE Zwei Personen sind am Sonntagabend dabei beobachtet worden, wie sie in Schwerte in ein Einfamilienhaus eingebrochen sind. Um die beiden Kriminellen aufzugreifen, setzte die Polizei auch einen Hubschrauber ein, der über dem Norden der Stadt kreiste.mehr...