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Chip-Pflicht für Pferde soll 2009 eingeführt werden

SCHWERTE Alle wichtigen Informationen von der Ahnentafel bis zur Impfung sollen ab 2009 bei jedem Pferd in Sekunden abrufbar sein: Mit einem Chip unter der Haut.

Chip-Pflicht für Pferde soll 2009 eingeführt werden

So ähnlich wie auf diesem gestellten Bild, mit einer Spritze, soll der Chip in den Hals implantiert werden.

Der Tierarzt hält sein digitales Lesegerät zielgenau an den Hals des Pferdes. Ein kurzes Fiepen, schon listet ein Bildschirm alle Informationen über das Tier auf, vom Geburtsdatum über die Ahnentafel bis zu Impfungen. So könnte die Zukunft auch für Züchter und Reiterfreunde in Schwerte aussehen, wenn im Juli 2009 europaweit die „Chip-Pflicht“ für Pferde kommt.

Nach einer Verordnung der EU sollen ab dem kommenden Jahr alle „Equiden“ (Einpaarhufer, also auch Esel) einen Chip in der Größe eines Ein-Cent-Stücks implantiert bekommen. Das Brandzeichen würde damit überflüssig. In Schwerte, einer der größten Reit-Regionen in NRW, löst diese Ankündigung unterschiedliche Reaktionen aus. „Ich bin dagegen“, sagt Ilona Müller, Züchterin aus Ergste. Sie hält das bisherige System, in dem alle Informationen über die Tiere in einem Pass bereit stehen, für ausreichend. „Außerdem ist das ein ordentlicher Kostenfaktor, der unsere Branche noch schwieriger machen könnte“, sagt Müller. „Es muss finanziell im Rahmen bleiben“, findet auch Heidi Braun, Züchterin und Turnierreiterin aus Rheinen. Rund 100 Euro sollen Chip und Lesegerät kosten. In etwa die gleiche Summe zahlen die Züchter derzeit für Brandzeichen und Pass.

Deshalb seien die Ängste unbegründet, meint Johannes Wittenbrink, Vorsitzender des Zucht-, Reit- und Fahrvereins Schwerte (rund 600 Mitglieder). „Das alte Pass-System wird beibehalten. Die Chip-Pflicht gilt zunächst nur für Fohlen und Tiere, die noch keinen Pass besitzen. Für alle anderen ist es eine Kann-Regelung.“ Er sieht in dem elektronischen Verfahren überwiegend Vorteile. „Käufer können den gesundheitlichen Zustand des Pferdes nachvollziehen. Dies ist außerdem bei solchen Tieren wichtig, die nach dem Tod geschlachtet werden“, erklärt Wittenbrink. Ein weiteres Pro-Argument sei eine einfachere Aufklärung der Ursachen für Tierseuchen. Entscheidend dürfte sein, wie das digitale Zusammenspiel zwischen Züchtern, Tierärzten und Käufern letztlich funktioniert. „Die Lesegeräte müssen einheitlich sein“, meint Heidi Braun. Insgesamt hält sie Idee aber für richtig. „Denn die Pässe sind zwar aussagekräftig, aber manipulierbar.“ Große Züchter wie Ex-Olypia-Sieger Paul Schockemöhle setzten schon länger auf das Chip-System. Bis sich das Verfahren im Pferde-Breitensport durchsetze, könne es aber noch „10 bis 15 Jahre „ dauern, so Johannes Wittenbrink.

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