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Seit 54 Jahren in Schwerte

Der erste türkische Gastarbeiter erinnert sich

SCHWERTE In seine alte Heimat fährt er nur noch in den Urlaub: Kenan Karanfil war der erste türkische Gastarbeiter in Schwerte. Seit 54 Jahren lebt der heute 81-Jährige in der Hansestadt und blickt auf eine bewegte Zeit zurück. Uns hat er erzählt, was er alles erlebt hat, seit er am 25. November 1961 am Bahnhof aus dem Zug stieg.

Der erste türkische Gastarbeiter erinnert sich

Als erster „Gastarbeiter“ aus der Türkei stieg Kenan Karanfil am 25. November 1961 im Schwerter Bahnhof aus dem Zug.

Vom ersten Augenblick an hat sich Kenan Karanfil in Schwerte wohlgefühlt. Seit fast 54 Jahren lebt er nun schon hier und könnte sich keine schönere Heimat vorstellen. „Niemals ist mir eine Rückkehr in die Türkei in den Sinn gekommen“, erzählt er.

Nach drei Tagen den ersten Arbeitsvertrag

Als er am 25. November 1961 mit zwei türkischen Freunden den Zug am Bahnhof verließ, waren sie die ersten türkischen Gastarbeiter in Schwerte – die beiden anderen haben Schwerte aber längst verlassen.

Schon nach drei Tagen in Deutschland hatte Kenan Karanfil seinen ersten Arbeitsvertrag in der Hand, bei der ehemaligen Waggonbaufirma Brüninghaus in Westhofen. In seiner türkischen Heimat Bolu, zwischen Istanbul und Ankara, war er Beamter. Sein Traum: in Deutschland Ingenieur zu werden. „Doch das hat nicht geklappt, meine Sprachkenntnisse waren einfach zu schlecht“, räumt er ein.

Neustart fiel Karanfil nicht leicht

Einen erfolgreichen Berufsweg ist er dennoch gegangen. Er wurde Schlosser und besuchte die Berufsschule. Später arbeitete er für verschiedene Schwerter Firmen. „Zu Anfang hatte ich immer ein Wörterbuch dabei, aber die Kollegen waren alle sehr hilfsbereit und haben mir mit der Sprache und der Kultur geholfen.“ 

Der Neustart in Deutschland ist dem damals 27-Jährigen leicht gefallen. „Schwerte hatte damals gerade mal 25 000 Einwohner, jeder kannte jeden und alle waren sehr hilfsbereit und freundlich“, sagt der 81-Jährige. Die Stadt und ihre Menschen haben ihn sofort begeistert. „Ich habe mich einfach willkommen gefühlt. Es gab damals hier auch noch nicht viel Ausländer, ein paar Spanier und vor allem Italiener waren schon da.“

1975 Schritt in die Selbstständigkeit

Ja, und dann ereilte ihn auch noch die Liebe. Er heiratete seine Margarethe und bezog mit ihr eine Wohnung an der Poststraße im Herzen Schwertes. Bis heute sein Zuhause. „Jetzt lebe ich dort alleine, meine Frau starb 2002“, sagt er.

Wenn der 81-Jährige heute durch die Straßen seiner Heimatstadt flaniert, trifft er immer viele Freunde und ehemalige Kollegen. „Dann quatschen wir und erinnern uns an alte Zeiten“, sagt er. Und zu erzählen hat er reichlich. Denn 1975 hängte er den Schlosserberuf an den Nagel und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit.

Lange Zeit als Gastwirt

„Margarethe sagte, lass uns doch eine Gastwirtschaft eröffnen, und das haben wir dann gemacht“, erklärt er, als wenn es das Leichteste von der Welt sei. Gemeinsam standen sie 20 Jahre lang hinterm Tresen. Zunächst in einer kleinen Gastwirtschaft in der Poststraße, dann in der Gastwirtschaft „Zum Schwan“ in der Fußgängerzone und dann die längste Zeit in der Eintracht-straße, wo heute ein Italiener Spezialitäten serviert.

1996 beendete er mit 62 Jahren seine Laufbahn als Gastwirt. Nun genießt der lebensfrohe Rentner sein Leben, reist alle paar Monate an die türkische Ägäis und macht sich ansonsten „einen schönen Tag“. Und das am liebsten in seiner Wahlheimat Schwerte.

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