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Ergster Gemeinde St. Monika „übergibt“ Pfarrer Paul Mandelkow

SCHWERTE Pfarrer Paul Mandelkow verlässt nach zwei Jahren die die Gemeinde St. Monika und wechselt nach Fröndenberg. Die anreise startet er mit einem ganz besonderem Gefährt.

Ergster Gemeinde St. Monika „übergibt“ Pfarrer Paul Mandelkow

Pfarrer Paul Mandelkow verlässt in Frönenberg den Anhänger des Lanz.

Da reckten selbst die Kühe ihre Hälse: Mit Tempo 20 und laut knatternd zuckelte die Kirchengemeinde Ergste/Villigst über die Landstraßen. Mittendrin: Pfarrer Paul Mandelkow, der von einem Traktor angetrieben im Planwagen an seine neue Gemeinde in Fröndenberg „übergeben“ wurde. Es war ein ganz besonderer Abschied, der den Geistlichen sichtlich rührte. Mit einem glücklichen Lächeln steht Pfarrer Paul Mandelkow auf dem Platz vor der Marienkirche in Fröndenberg. „Das war ergreifend. So viel Herzlichkeit gibt es selten“, sagte er, sichtlich beeindruckt, dass niemand auch nur ansatzweise etwas von der Überraschung verriet.

Mit einem lauten Knall startet Fahrer Michael Steven den Motor des gut 70 Jahre alten Lanz-Bulldog-Traktors, kleine Rauchwölkchen stoßen meterhoch in die Luft. Hinten im Planwagen haben es sich 22 Ergster bequem gemacht und nehmen den Pfarrer in ihre Mitte. Schaukelnd macht sich das skurrile Gefährt auf die knapp 20 Kilometer lange Reise. Schon nach wenigen Straßenzügen klirren die ersten Bierflaschen. Es gibt Mandelkows „Hausmarke“, ein kühles „Vormann“-Pils. Auf das Plastik-Dach des Planwagens tröpfelt Regen, die Stimmung ist dennoch ausgelassen. Das evangelische Haus Villigst zieht mit genussvoller Langsamkeit am Straßenrand vorbei. „Da ist die Konkurrenz“, scherzen die Ergster Katholiken.

Die Fahrt mit dem Lanz Bulldog weckt so manche Erinnerung bei den älteren Gemeindemitgliedern. „Hört mal alle her“, ruft Bernhard Vickermann, Haupt-Organisator der „Ablösung“ kurz vor Menden und setzt zu einer kleinen Geschichtsstunde über die umliegenden Bauernhöfe an. Lautes Gelächter, die nächsten Kronkorken ploppen – auch das ist Kirche. Nach einer knappen Stunde ist die Ortsgrenze von Fröndenberg erreicht. Der Traktor hält, Mandelkow steigt aus. „Was ist er euch wert“, fragt Bernhard Vickermann das Empfangskomitee von St. Marien. Nach kurzer Verhandlung steht der Preis – frei Essen und Trinken, den ganzen langen Abend lang.

Im „Ackergang“ geht es den steilen Berg vor St. Marien hinauf, acht Prozent Steigung mit acht Stundenkilometern. Auf dem Kirchhof warten rund 50 Fröndenberger auf den neuen Pfarrer, unter Glockengeläut fährt er ein. Eine ebenso ergreifende wie schreiend witzige Rede von Vickermann noch, dann sind zwei Jahre Ergste für Paul Mandelkow Vergangenheit. Vergessen wird er diese Station seines Pfarrer-Lebens aber wohl so schnell nicht.

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