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Neun Pferde stehen auf der Straße

WANDHOFEN Seit 17 Jahren betreibt Familie Marquardt einen Reiterhof in Wandhofen. Ferienkurse, Wanderritte, Reitunterricht für Klein und Groß: Das alles soll ab sofort ein Ende haben. Dem Reiterhof wurde der Pachtvertrag gekündigt.

Neun Pferde stehen auf der Straße

Noch vor ein paar Wochen starteten von Marquardts Reitstall regelmäßig gemeinsame Touren.

Denn wo Ideen wachsen sollen, müssen oft erst Wege freigemacht werden. Auf der Pferdewiese nördlich der Wandhofener Straße wird sich bald einiges verändern. Wo bis zur letzten Woche noch Reitkurse stattfanden, rollt der Bagger an. Grund ist der geplante Bau des neuen Stahlwerks für Hoesch (wir berichteten) auf der Winterwiese. Auch ohne diese zwei Hektar große Wiese bliebe für die Pferde auf rund vier Hektar genügend Platz. Gekündigt wurde trotzdem der gesamte Pachtvertrag.

Es bleibt ein Hektar Land übrig. Vor allem schmerzt aber der Verlust des Reitplatzes, war er doch existenzielle Grundlage für die Arbeit von Wibke Marquardt. Die 32-Jährige hatte sich in den letzten Jahren ein zweites Standbein aufgebaut. Vier Kinderreitgruppen betreute sie wöchentlich. Sie ist außerdem erste Vorsitzende der Vereinigung der Freizeitreiter Deutschland, Märkischer Kreis (VFD).

Ihr Hof wurde über die Zeit ein wichtiger Knotenpunkt für den Verein. Hier fanden Kurse und Treffen statt. Über den VFD hatte sich Wibke Marquard selbst auch zur Reitlehrerin ausbilden lassen. Das Gelände haben die Marquardts von ThyssenKrupp und Hoesch gepachtet. Auf Anfrage der Ruhr Nachrichten signalisierte Hoesch-Geschäftsführer Dr. Lothar Birkhäuser Gesprächsbereitschaft. Allerdings sei die Fläche im Besitz von Hoesch seiner Meinung nach nicht der ausschlaggebende Teil.

„Die Kinder hängen so an den Pferden“, weiß Wibke Marquardt. Was den Kindern dort geboten wurde, war hier einzigartig. Auf dem Pferd den Wechsel der Jahreszeiten erleben, das ganze Jahr über draußen lernen, auf und mit Pferden, die in ihrer Natur akzeptiert werden. Boxen gibt es auf diesem Reiterhof nicht. Auch jenseits der Reitstunde waren die Kinder gern gesehene Gäste. Wer Lust hatte; kam spontan vorbei, putzte sein Lieblingspferd und erlebte den Reiterhof-Alltag mit.

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