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Futsal-Nationalmannschaft

Nils Klems und die Fans überzeugen gegen England

SCHWERTE Die Spieler setzten in der Ehrenrunde zu mehreren Laola-Wellen an, hüpften und klatschten bei der Humba: Die Länderspiel-Premiere der deutschen Futsal-Nationalmannschaft in Hamburg war eine kleine Sensation. Das DFB-Team dominierte und besiegte die favorisierten Engländer mit 5:3 (2:2). Mittendrin: Holzpfosten-Kapitän Nils Klems.

Der Deutsche Fußball-Bund hat mit dem ersten Länderspiel einer Futsal-Nationalmannschaft unabhängig vom Ergebnis einen Meilenstein gelegt. Der DFB, der jahrelang im Futsal-Tiefschlaf steckte, hatte im Vorfeld eine Werbeoffensive gestartet. Auch deshalb war das erste Länderspiel in der Inselparkhalle mit knapp 2100 Zuschauern ausverkauft. Unter ihnen auch prominente Unterstützer: DFB-Präsident Reinhard Grindel und der ehemalige Fußball-Nationalspieler Horst Hrubesch fieberten von der Tribüne aus mit. Grindel beglückwünschte die Mannschaft nach Abpfiff persönlich in der Kabine. "So darf es gerne weitergehen", sagte Grindel später. "Das war eine gelungene Premiere und Werbung für den Futsal." Das lag auch am TV-Sender Sport1, der das Spiel live übertrug.

Für Nils Klems, den einzigen Akteur der Holzpfosten Schwerte in Reihen der Nationalmannschaft, begann das aufregende Wochenende schon am Freitag mit einer guten Nachricht. Nationaltrainer Paul Schomann hatte ihn zum stellvertretenden Kapitän ernannt. Weil der erste Kapitän Timo Heinze nach 15 Minuten krankheitsbedingt ausschied, trug Klems sogar 35 Minuten lang die Binde.

Auf dem Platz präsentierte er sich als ballsichere und souveräne Stütze. "Das war atemberaubend. So geil hätte ich es mir nicht vorstellen können. Wir waren perfekt eingestellt und spielbestimmend", freute sich Klems. Besonders schön für ihn: 50 Schwerter waren extra wegen ihm nach Hamburg gereist, darunter auch der Holzpfosten-Fanclub, der die Stimmung in der Halle anheizte. Selbst der Kommentator lobte die Schwerter Fans während der Übertragung und ging auch auf Klems' Verein ein: Talentierte Spieler seien bei den Holzpfosten am Werk und nannte mit Phillip Oldenburg ausgerechnet den Oldie des Teams, was bei seinen Vereinskameraden in den sozialen Medien sofort für Neckereien sorgte.

Zurück zum Hauptakteur aus Schwerter Sicht: Klems durfte nach Abpfiff sogleich einige Selfie- und Autogrammwünsche erfüllen. Am Dienstag schon hat das DFB-Team die Chance auf den zweiten Sieg. Dann treffen beide Mannschaften nochmal aufeinander (SPORT1, 17.55 Uhr). Bis dahin hat der Sport1-Kommentator auch Zeit, die Namen des Teams zu üben: Wiederholt machte er Nils zu Sven Klems. 

Dem Holzpfosten-Kapitän dürfte das nach seiner starken Leistung aber egal sein. Er hat gezeigt, dass er ins Team gehört: Im Januar warten in Lettland die ersten Pflichtspiele auf die Nationalmannschaft. Dort kämpfen die Deutschen um ihr erstes Ziel, die EM-Qualifikation. Nun wissen sie ja zumindest auch schon mal, wie sich ein Sieg auf der großen, internationalen Bühne anfühlt.

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