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VfL-Profi mit Herz

Patrick Fabian setzt sich für misshandelte Hunde ein

SCHWERTE/BOCHUM Verwahrloste Hunde in Rumänien sind die neue Herzenssache von VfL Innenverteidiger Patrick Fabian, der seine Jugend in Westhofen verbracht hat. Im Interview spricht er über das Projekt, seine Leidenschaft für Hunde und die Vertragsverlängerung beim VfL.

Patrick Fabian setzt sich für misshandelte Hunde ein

Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich bei einem Crowdfunding-Projekt ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde Hier im Spiel mit Redaktionshund Jule

Hunde oder Katzen?

Ganz klar Hunde.

Warum?

Ich bin mit Hunden groß geworden und habe das Wesen von Hunden sehr schätzen gelernt. Mit Hunden konnte ich immer mehr anfangen als mit Katzen. Das heißt aber nicht, dass ich Katzen nicht mögen würde.

Sie setzen sich für den Wiederaufbau eines Tierheims in Rumänien ein. Warum?

Das ist für mich eine Herzensangelegenheit geworden. Seitdem ich selber Hundepapa bin – ich habe einen Hund aus Zypern adoptiert – habe ich mich vor zwei, drei Jahren intensiver mit Hunde- und Tierschutz im Ausland beschäftigt. Ich bin über einen Kontakt, den ich im Trainingslager in Alicante geknüpft habe, in diese Schiene gerutscht. Dann habe ich angefangen, mich aktiv zu engagieren. In der Zeit habe ich Kontakte zu Menschen geknüpft, die im Tierschutz aktiv sind und bin an eine Frau gekommen, die sehr viel in Ungarn macht. Darüber habe ich einige Hunde aufgenommen, zur Pflege, zur Weitervermittlung und habe neben Geld- und Sachspenden versucht, das Ganze auch publik zu machen. Ich bin über einen Bekanntenkreis dann auf das Projekt in Rumänien aufmerksam geworden, von dem ich sofort überzeugt war.

 

Dog Town - Eine Chance für rumänische Straßenhunde https://t.co/2V8ARlatdX via startnext An alle Tierfreunde:einzigartigesProjekt!

— Patrick Fabian (@pfabian87) 5. Januar 2016

 

Was ist das für ein Projekt? Was Tier- und Hundeschutz angeht, ist die Lage in Rumänien grausam. Es besteht ein Problem mit Straßenhunden und die Rumänen versuchen, das mit dem von Hundeschützern sogenannten Tötungsgesetz zu lösen. Hunde können gefangen genommen und in Shelter gebracht werden. Die Leute kassieren dafür 50 Euro. Wenn die Hunde nach zwei Wochen nicht vermittelt werden, dürfen sie getötet werden. Um dem ein wenig die Stirn zu bieten und den Hunden zu helfen, ist Dog Town entstanden. Hier wird versucht, ein ehemaliges Tierheim zu sichern und anzumieten, um die Hunde zu versorgen. Darüber hinaus will man hier nachhaltig etwas schaffen, um ein Umdenken in Rumänien zu erzielen.

Mittlerweile soll das Tötungsgesetz in Rumänien aufgehoben worden sein... Ich war selber noch nie in Rumänien, bin aber von den Initiatoren eingeladen worden und werde mir das Tierheim bald vor Ort angucken. Wenn man sich aber Bilder anschaut und Berichten von Leuten, die vor Ort sind, glauben kann, dann kann man nicht sagen, dass dort irgendetwas aufgehoben wurde. Durch Tötungen wird versucht, das Problem der Hundeplage zu beseitigen. In Rumänien ist es zudem auch so, dass bei vielen gar keine Empathie für Hunde oder Tiere vorhanden ist.

164.000 Euro sind nötig, um das Ziel zu erreichen. Wie viel Euro fehlen noch?

Aktuell noch knapp unter 40.000. Ich glaube, 164.000 Euro zu erreichen, wird schon schwierig. Zwischendurch musste man sogar darum bangen, die 114.000 zu erreichen. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann wäre das Projekt für immer gestorben, weil der Besitzer die Anlage verkauft hätte. Jetzt kann man aber den nächsten Schritt machen: Das Ziel ist, dass sich Tierschutzorganisationen einmieten. Dazu werden aber weitere Fördergelder gebraucht.

VfL-Profi Patrick Fabian im Interview

Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde.
Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde.
Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde.
Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde.
Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde.
Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde.
Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde.
Patrick Fabian, Fußballprofi aus Westhofen, engagiert sich ehrenamtlich für rumänische Straßenhunde.

Das Projekt läuft online über Crowdfunding. Was ist das?

Es war für mich auch das erste Mal, dass ich überhaupt mit Crowdfunding in Kontakt gekommen bin. Es ist eine Plattform, die Projekten wie diesen eine Möglichkeit bietet, Spenden zu generieren, die von der Gemeinschaft geleistet werden. Im Austausch mit der deutschen Tierschützerin, die stellvertretend für uns alle in Rumänien aktiv ist, habe ich erfahren, dass die 114.000 Euro, die minimal benötigt werden, um das Projekt zu sichern, nur auf diesem Weg erzielt werden konnten. Daher hat sich Crowdfunding schon jetzt gelohnt. Zudem kann jeder spenden, das geht auch relativ einfach.

Haben Sie auch gespendet? Klar. Wenn ich das Gefühl hatte, es stockt mal mit den Spenden, dann habe ich mich verpflichtet gefühlt, das Projekt mit eigenen Spenden zu pushen. Das mache ich gerne.

Neben ihnen setzen sich auch Profis wie Marcel Schmelzer und Rafinha für Tierschutz ein. Können gerade Fußballer als Vorbild dienen, damit Tierschutz gefördert wird?

Auf jeden Fall. Alle Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, können helfen. Das muss nicht zwingend Tierschutz sein, unser VfL-Torwart setzt sich zum Beispiel für Flüchtlinge ein. Gerade was den Hundeschutz angeht, kann man die Leute für die Themen aber noch mehr sensibilisieren. Dafür braucht man jedes bekannte Gesicht, auch wenn ich nicht die Riesennummer bin, konnte ich meinen Teil in meinem Rahmen beisteuern.

Wie die sportliche Zukunft des VfL-Kapitäns aussieht, verrät er auf der zweiten Seite. 

Zum Sportlichen: Sie sind Kapitän des VfL Bochum, haben das Fußballspielen aber beim VfB Westhofen gelernt. Schauen Sie ab und zu bei Ihrem Heimatverein vorbei?

Ich habe zu Holger Lennartz (Vizepräsident VfB Westhofen, Anm. d. R.) nach wie vor einen guten Kontakt und auch zu dem einen oder anderen Spieler – dazu noch viele Freunde bei den Holzpfosten Schwerte, wo ich selber noch Mitglied bin. Das sind die beiden Vereine, die ich weiterhin mit großem Interesse verfolge. Events wie Stadtmeisterschaften oder die Futsal-Geschichte bei den Holzpfosten gucke ich mir gerne an.

Könnten Sie sich vorstellen, für die Holzpfosten noch einmal zu kicken?

(lacht) Man muss gucken. Ich hatte mit meinen Kniegeschichten (drei Kreuzbandrisse, Anm. d. R.) schon viele Probleme und das wird im Alter nicht unbedingt besser. Ich kann mir aber vorstellen, dass man sich irgendwo noch einmal trifft, zum Beispiel in einer Altherrenmannschaft. Ich werde meine Wurzeln hier nie vergessen.

 

Stolz weiter ein Teil der VfL - Familie zu sein! #18Jahre

Sie haben im Dezember Ihren Vertrag um zwei Jahre verlängert. Welche Ziele haben Sie mit dem VfL noch?

Wir wollen in die Erste Liga. Je früher, desto besser. Ich will nicht in der Zweiten Liga um den achten Platz spielen. Das ist ein hochgestecktes Ziel, weil der VfL kein Verein ist, der finanziell auf Rosen gebettet ist, aber ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg.

Berlin geschlagen, Gladbach besiegt und in Leverkusen gewonnen. Können Sie den Trend in den Tests erklären?

Das sind nur Testspiele, die man nicht zu hoch hängen darf. Die Siege sind aber super für das Selbstvertrauen. Wir als Mannschaft müssen diese nun aber auch richtig einordnen. Es waren schon Gegner dabei, die anders Fußball spielen, als in der Zweiten Liga, wo Fußball mehr gearbeitet wird.

Sie sind seit 16 Jahren beim VfL, Christian Hochstätter (Sportvorstand des VfL Bochum, Anm. d. R.) spricht von einem echten Urgestein. Könnten Sie sich denn vorstellen, Ihre Karriere beim VfL auch zu beenden?

Vorstellbar ist im Fußball alles. Durch meine Verletzungsgeschichte habe ich aber auch gelernt, nicht zu weit in die Zukunft zu gucken. In der heutigen Zeit sieht man, dass Verträge nicht immer da sind, um gehalten zu werden. Ich schaue nur kurzfristig und da ist es so, dass ich meinen Vertrag verlängert habe und beim VfL Bochum bleibe.

Am 10. Februar gastiert im DFB-Pokal-Viertelfinale Rekordmeister Bayern München beim VfL. Ihr Saison-Höhepunkt?

Es ist natürlich etwas Besonderes, gegen die Bayern in einem Pflichtspiel zu spielen. Gerade wie sie aktuell und schon seit den letzten zwei Jahren auftreten. Unter diesen Umständen ist das eine große Herausforderung. Ob das der Höhepunkt ist, kann man wohl erst nach dem Spiel sagen. Wir werden dennoch versuchen, gegen Bayern für eine Überraschung zu sorgen.  

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