Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Schwerter Heimatforscher schreibt ein Buch über die Firma Brüninghaus

SCHWERTE Josef Wilkes arbeitet sich durch die Archive. Sein Ziel: Ein lebendiges Buch über Aufstieg und Fall der Firma Brüninghaus, die einst zu den Großen der Stahlbranche gehörte.

Schwerter Heimatforscher schreibt ein Buch über die Firma Brüninghaus

Das Schild an der Hagener Straße erinnert immer noch an das letzte Kapitel von Waggonbau Brüninghaus. Foto: Reinhard Schmitz

Handgeschriebene Texte, Fotos, Zeitungsartikel – die Geschichte der Firma Brüninghaus steckt in einem gelben Schnellhefter. Fein säuberlich hat Josef Wilkes die Manuskript-Blätter abgeheftet

Der Ortsheimatpfleger arbeitet an seinem dritten Buch. Aufstieg und Niedergang des Westhofener Unternehmens will er in dem Werk darstellen. Auslöser für das Buch waren die Abrissarbeiten zugunsten des neuen Logistikzentrums auf der Industriebrache. „Da dachte ich: Es muss doch festgehalten werden, was dort passiert ist“, betont der 85-Jährige.

Engen persönlichen Kontakt zu Brüninghaus pflegte Wilkes schon seit Jahrzehnten. Die ehemaligen Justiziare des Unternehmens, Dr. Walter Lohmann und Heinz Broers, gehören zu seinem Freundeskreis. Sie lieferten dem Geschichtsschreiber wertvolle Informationen aus eigener Erfahrung. Auch in Jubiläumsschriften des Unternehmens und Büchern über die Geschichte Westfalens recherchierte der Schwerter Heimatforscher.

„Brüninghaus. Seit 1562“ ist auf dem ersten Blatt des Manuskriptes zu lesen. Bis zu den Anfängen in Brüninghausen bei Lüdenscheid hat Wilkes die Geschichte der Familie zurückverfolgt. Mit seinem Gewerbebetrieb legte „Peter to Brünninckhausen“, ein so genannter Reidemeister, den Grundstein für die Stahlwerke Brüninghaus. Das in den Bergen und Wäldern der Umgebung gewonnene Erz wurde in eigenen Öfen verhüttet. Mitte des 19. Jahrhunderts siedelte Johann Caspar Brüninghaus sich in Werdohl an. Erstmals wurde auch fremdes Kapital eingesetzt, um die Ausbaupläne umzusetzen. 1909 übernahm Brüninghaus dann die Eisenwerke Westhofen.

Fein säuberlich hat Josef Wilkes die einzelnen Ausbauschritte aufgeführt, hat Verantwortliche und das Arbeitsprogramm notiert. Historische Fotos und Zeichnungen ergänzen das Geschriebene. Nur die einzelnen Schritte bis zur Auflösung muss Wilkes noch recherchieren. „Es ist wirklich sehr schade, dass die Stahlwerke nicht mehr existieren“, bedauert der Ortsheimatpfleger. Schließlich stehen Produkte des Schwerter Unternehmens in der ganzen Welt: Brüninghaus lieferte Gittermasten für Stromnetze nach Venezuela, Belgien und Afghanistan.

Auch die höchsten Masten der Welt, die seit 1962 die Elbe überqueren, stammen aus der Ruhrstadt. Der ehemalige Prokurist Rolf Hagelücken hat Wilkes eine Aufnahme dieser besonderen Bauten geschenkt. Ein Hingucker für das geplante Buch.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Fernseh-Redakteurin Gabriele Conze wuchs in Schwerte auf

Emotionen wecken für Schleimfische und Borstenwürmer

Schwerte 129 Drehreisen – hinter der TV-Doku „Der Blaue Planet“ steckt viel Arbeit. Auch eine gebürtige Schwerterin war dabei und stand vor der Herausforderung, die Zuschauer für ungewöhnliche Tiere zu begeistern.mehr...

Zeitungsdesigner floh nach Schwerte

Ein Syrer erkundet die Redaktion der Ruhr Nachrichten

Schwerte Mohammad Ushman Salem hat schon viel erlebt: Als Gastarbeiter hat der Syrer lange in Kuwait gelebt. Als er von dort zurück in den syrischen Bürgerkrieg abgeschoben wurde, flüchtete er – bis nach Schwerte. In der Schwerter Redaktion der Ruhr Nachrichten begab er sich auf berufliche Spurensuche.mehr...

Kinderbetreuung in Westhofen

Eltern ärgern sich über Personalnot in der Kita Arche

Westhofen Wer einen Kindergartenplatz hat, geht davon aus, dass der Nachwuchs dort bis zur verabredeten Zeit betreut wird. In der Arche in Westhofen klappt das aber in letzter Zeit immer weniger zuverlässig, klagen Eltern, die selbst als Betreuer einspringen mussten.mehr...

Parkplätze in Schwerte

100 neue Parkplätze am Marienkrankenhaus geplant

Schwerte Wer morgens am Marienkrankenhaus in Schwerte oder dem benachbarten Ärztehaus etwas zu erledigen hat, weiß: Das erst 2009 eröffnete Parkhaus ist längst zu klein. Um die Parknot rund um die Klinik zu lindern, sollen jetzt 100 neue Parkplätze entstehen. mehr...

Bausünde in Schwerte

Stadt muss 580.000-Euro-Rechnung für City Center zahlen

Schwerte Der Bau des City Centers vernichtete in den späten 70er-Jahren ganze Zeilen von alten Häusern in der Schwerter Innenstadt. Und das Land finanzierte das sogar mit. Jetzt aber musste die Stadt über eine halbe Million Euro an Fördergeldern zurückzahlen.mehr...

Privatschule schließt

Ausverkauf im Gymnasium Garenfeld

Garenfeld Im Juli endete nach 110 Jahren im Privatgymnasium Garenfeld der Schulbetrieb. Seitdem liegen die Gebäude im Dornröschschlaf. Anfang März sollen die Tafeln, Tische und anderes Inventar bei einem Trödelmarkt verkauft werden. Aber die Verkaufspläne der Trägerstiftung gehen weiter.mehr...