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Enkel-Trick

So wollen Kriminelle an das Geld der Senioren in Schwerte

SCHWERTE Betrüger überlegen sich immer raffiniertere Tricks, mit denen sie vor allem Senioren übers Ohr hauen können. Besonders gefährdet sind Menschen mit altmodisch klingenden Namen. Die werden oft am Telefon zum Opfer. In Schwerte häufen sich die Fälle.

So wollen Kriminelle an das Geld der Senioren in Schwerte

Wenn die Nummer 110 auf dem Display erscheint, ist Vorsicht geboten: Nur Betrüger rufen damit an, die Polizei nicht. Foto: dpa

Wer Herta Müller heißt, läuft Gefahr, einen Telefonanruf von Ganoven zu bekommen. Die geben sich mal als Polizisten aus, mal als Verwandte. Das Ziel: gutgläubigen Senioren das Geld aus der Tasche zu ziehen. „Wir hatten einen Fall, da hat eine Seniorin den Betrügern Geld, Autopapiere und so weiter im Gesamtwert von 200.000 Euro übergeben“, sagt Frank Kujau. Der Kriminaldirektor erläuterte am Mittwoch die Kriminalitätsstatistik des abgelaufenen Jahres. Darin ist, entgegen dem sonstigen Trend, eine deutliche Steigerung bei den Betrügereien an Senioren festzustellen. In Schwerte registrierte die Polizei in 2016 30 Fälle, ein Jahr später 83 (177 Prozent Steigerung).

Problem für die Ermittler laut Kujau: „Die Senioren merken oft erst Tage oder Wochen später, dass sie betrogen worden. Das erschwert die Ermittlungen.“ Und was hat es mit dem Namen Herta Müller auf sich? „Die Täter suchen sich im Telefonbuch altmodisch klingende Namen heraus.“ Senioren lassen sich nun mal in der Regel besser übers Ohr hauen als Jüngere.

Weiterer Trick: Die Betrüger richten es ein, dass im Display ihrer Telefon-Opfer die Notrufnummer 110 erscheint. Das macht oft Eindruck. Aber Kujau sagt: „Wir rufen nie unter der Notrufnummer an.“ Sein Tipp: Beim geringsten Verdacht einfach auflegen und die Polizei informieren.

Schwerte Wie ist es, wenn Einbrecher das eigene Haus durchsucht haben? Wir haben eine Familie in Schwerte besucht. Ihr Fall zeigt beispielhaft, wie Einbrecher oft vorgehen, was sie stehlen – und an welcher Beute sie kein Interesse haben.mehr...

Landrat Michael Makiolla hatte vor den detaillierten Ausführungen des Kripo-Chefs die Gesamtbilanz vorgestellt. Sein Fazit: „Im Kreis Unna können die Menschen sicher leben.“ Laut Statistik sogar sicherer als im NRW-Landesdurchschnitt. Die Kripostatistik erfasste in 2017 19.507 Fälle, ein Jahr zuvor waren es 21.688.

Wohnungseinbrüche rückläufig

Wichtig für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist vor allem der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. Die Gesamtzahl im Kreis sank um rund 40 Prozent von 1039 auf 617. Und davon war knapp die Hälfte ein Versuch. Heißt, die Täter zogen ohne Beute wieder ab. „Wir haben uns vor einem Jahr die Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls als Priorität vorgenommen. Das Konzept war erfolgreich“, sagt Makiolla. Diese Anstrengungen, etwa durch verstärkten Personaleinsatz bei der Fahndung oder auch der Prävention, wolle man in diesem Jahr aufrechterhalten.

Gewaltkriminalität angestiegen

Neu in 2018 ist laut Kriminaldirektor Kujau: „Wir wollen die Bürger, die sich bei uns über Einbruchsschutz beraten lassen, später fragen, welche Tipps sie umgesetzt haben.“ Etwas Sorge bereitet den Ermittlern der Anstieg der Gewaltkriminalität. Die Gesamtzahl kletterte von 567 Fällen in 2016 auf 651 im vergangenen Jahr. „Nach guten Werten in 2016 stieg die Raubkriminalität in 2017 um 30 Fälle an“, sagt Kujau. Beruhigungspille für die kleineren Kommunen: Überproportional hoch ist die Gewaltkriminalität in den zwei Städten, die laut Kujau Oberzentrums-Funktion im Kreis haben: Unna und Kamen. „Da, wo es viele Menschen hinzieht, ist die Wahrscheinlichkeit von Straftaten höher“.

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