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Streetscooter für den Bauhof

Stadt Schwerte testet den E-Transporter von der Post

Schwerte 4300 Kleintransporter mit Elektromotor hat die Post bundesweit im Einsatz. Jetzt soll der Post-Streetscooter auch an Externe vermarktet werden. Ein Testexemplar erhielt der Bauhof am Montag.

Stadt Schwerte testet den E-Transporter von der Post

Daumen hoch: Der Baubetriebshof testet ab Montag, dem 13. November, für drei Tage den Streetscooter, einen elektrischer Kleintransporter aus der Produktion der Deutschen Post. Im Bild (v.l.) Adrian Mork, mit den beiden Postvertretern Dirk Leißner und Tobias Karger. Foto: Bernd Paulitschke

Einen Schönheitspreis kann man mit dem kleinen Transporter bestimmt nicht gewinnen. Das räumt Berthold Hoppe von der Post auch bereitwillig ein. „Es ist speziell für unserer Zwecke als Nutzfahrzeug konzipiert“, betont er. Kastenförmig, mit einem Aufbau, die Ladekante in bequemer Höhe – was sich die Mitarbeiter der Post, gemeinsam mit den Ingenieuren der Technischen Universität in Aachen ausgedacht haben, ist komplett auf den Arbeitseinsatz abgestimmt.

„Als wir damals E-Autos für unsere Flotte gesucht haben, gab es auf dem Markt nichts Entsprechendes“, erklärte Tobias Karger von der Post am Montag beim Übergabetermin. Deshalb sei man gemeinsam mit der TU selber in die Produktion eingestiegen. Doch jetzt sollen die Autos auch unters Volk gebracht werden. Und das Konzept scheint aufzugehen. Man habe Anfragen aus zahlreichen Städten. Dass ausgerechnet Schwerte ein Testmobil bekam, liegt auch daran, dass Vertriebsleiter Dirk Leibner ein Schwerter ist.

Relativ preiswert für E-Transporter


Für den E-Scooter der Post spricht vor allem der Preis. Mit 35000 Euro ist der Kleintransporter das mit Abstand günstigste Modell seiner Art auf dem Markt. Allerdings hält sich der Fahrspaß beim Grundmodell Work, das die Stadt testet, ein wenig in Grenzen. Mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern und einer Reichweite von gerade Mal 80 Kilometern ist er eher für den Innenstadtverkehr geeignet.

Die Post setzt den Wagen derzeit vor allem in den Umweltzonen der Großstädte ein. Die Umweltaspekte sind auch die Beweggründe, warum die Stadt erwägt, einen Scooter anzuschaffen. „Wir haben eine Förderung für insgesamt acht E-Autos bekommen“, erklärt Adrian Mork, zu dessen Fachbereich bei der Stadt auch der Umweltschutz gehört. Dabei handele es sich um Pkw. Einen davon würde man aber, wenn der Test erfolgreich ist, gegen einen Scooter für den Bauhof tauschen. Das könnte ja dann auch bei Unternehmen Schule machen, hofft Mork.

Grundsätzlich kann sich Bauhofleiter Gerhard Krawczyk den Einsatz so eines Transporters gut vorstellen. „Allerdings müsste der Wagen dann eine Pritsche haben“, so Krawczyk.

Für den freien Markt bietet die Streetscooter GmbH von Post und Uni das mittlerweile an. Die GmbH plant mittlerweile eine zweite Fertigungsstätte für ihre Scooter und die von der Post eingesetzten E-Transportfahrräder in Düren zu errichten. Denn neben dem Vertrieb auf dem freien Markt, werden auch für den Einsatz bei der Post immer mehr E-Fahrzeuge gebraucht. Bis 2020 soll der gesamte Zustelldienst mit E-Fahrzeugen abgewickelt werden und bis 2050 soll es bei der Post überhaupt kein Fahrzeug mehr mit Verbrennungsmotor geben.

Fahrzeug mit Brennstoffzelle geplant

Dafür entwickele man zusätzlich zu den Scooter-Modellen, die es bereits gibt, derzeit Fahrzeuge mit einer Brennstoffzelle. „Die haben dann 500 Kilometer Reichweite“, verspricht Vertriebsleiter Leibner.

In Schwerte muss man derzeit aber noch mit der Kurzstreckenvariante auskommen. Rund eine Woche soll das Fahrzeug getestet werden. Dazu müssen sich alle Mitarbeiter auf dem Bauhof aber auch an das neue Gefährt gewöhnen. Denn man hört es nicht heranfahren. Der Scooter ist absolut lautlos unterwegs. Dafür hat er aber eine Rückfahrkamera mit großem Bildschirm.

Der Streetscooter Work

Höchstgeschwindigkeit: 85 Stundenkilometer.

Reichweite: 80 bis 120 Kilometer, je nach Zuladung.

Spitzenleistung: 48 kW (65 PS), Dauerleistung 38 kW

Leergewicht: 1440 Kilo

Gesamtzuladung: 740 Kilo

Maße: (Länge/Breite/Höhe): 4,70 m/2,08 m, 2,03 m

Nutzvolumen: 4,3 Kubikmeter.

Batterie: 22 kWh Li-Ion (Aufladezeit an einer Steckdose 4,5 bis 7 Stunden).

Preis: 35.950 Euro (abzüglich der staatlichen Förderung Umweltbonus von derzeit 4000 Euro oder weiterer Förderungen).

Die Streetscooter GmbH wurde 2014 von der Post als 100-prozentiges Tochterunternehmen gekauft.

Neben dem Work, gibt es derzeit noch den Work XL mit mehr Zuladung.

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