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Wallraff kritisierte Essenslieferant

Trotz RTL-Enthüllung: Stadt bleibt Kita-Caterer treu

SCHWERTE Unappetitlich und unhygienisch: Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und Kollegen haben für eine RTL-Undercover-Sendung in Großküchen ermittelt. Dabei ist auch ein Caterer schlecht weggekommen, der vier städtische Kitas in Schwerte beliefert. Die Stadt reagiert dabei wesentlich gelassener als andere Kommunen.

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Ellen Köster, Leiterin Kindergarten Regenbogen in Ergste

ARCHIV - Der Journalist und Autor Günter Wallraff gestikuliert am 20.09.2012 in Köln. Foto: Oliver Berg/dpa (zu dpa "RTL verschiebt Wallraff-Reportage" vom 07.05.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die städtischen Kitas Regenbogen in Ergste, Windrad in Villigst, Tausendfüßler im Gänsewinkel und die Kita in Wandhofen werden von der Wuppertaler Großküche Vitesca beliefert. Die ist durch die RTL-Sendung "Team Wallraff", die am Montag, 8. Juni, ausgestrahlt wurde, extrem in die Kritik geraten. In der Folge der Undercover-Recherche-Serie tauchten Enthüllungsjournalisten in verschiedenen Großküchen für Schulen, Kindergärten und Pflegeheimen ab und lieferten mit versteckter Kamera erschreckende Bilder ab.

Im Fall von Vitesca werfen Wallraff und sein Reporter-Team dem Unternehmen unter anderem vor, schimmelige Gurken und „abgelaufenes“ Hackfleisch verarbeitet zu haben. Nach Auskunft von Stadtsprecher Carsten Morgenthal hat es in Schwerte aber noch nie Probleme mit dem Essen gegeben. Eine Kündigung des Vertrages soll es daher erstmal nicht geben.

Nur positive Erfahrungen

„In den Einrichtungen werden täglich sogenannte Rückstellproben genommen und eingefroren“, beschreibt Morgenthal das übliche Vorgehen. „Bei Durchfallerkrankungen können diese Proben nachträglich untersucht werden, um der Ursache auf die Spur zu kommen. Das ist bisher aber noch nie nötig gewesen.“

Man habe mit dem Lieferanten nur positive Erfahrungen gemacht. Dafür spricht auch die Zertifizierung der Firma mit drei Kochmützen, also der laut Arbeitsgemeinschaft Schulverpflegung höchsten positiven Bewertung.

Erst im Januar, so Vitesca in einer ausführlichen Stellungnahme zur RTL-Sendung auf der Unternehmens-Homepage, habe die zuständige Lebensmittelüberwachung nach einer unangemeldeten Kontrolle die Noten gut und sehr gut vergeben. Die Vorwürfe des Wallraff-Teams weist das Unternehmen zurück und erklärt, wie es zu Fehl-Interpretationen der betrieblichen Vorgänge gekommen sein könnte. Darin heißt es unter anderem: "Mit Entsetzen und Betroffenheit müssen wir feststellen, dass hier ein Zerrbild gezeichnet wurde, das die Realität in weiten Teilen auf den Kopf stellt."

Umsatz des Unternehmens extrem eingebrochen

Im weiteren Verlauf der Stellungnahme geht das Unternehmen auf verschiedene Kritikpunkte der Sendung ein. Erklärt zum Beispiel, wie der Eindruck entstehen konnte, dass abgelaufenes Putenfleisch benutzt wurde: 

"Das Datum, das hier als das Mindesthaltbarkeitsdatum ausgelegt wurde, ist in Wirklichkeit unser eigenes Herstellungsdatum. Putenschinken wird bei uns im Haus vorbereitet und bis zur Verarbeitung vakuumiert." 

Laut einem Bericht in der WDR-Lokalzeit Bergisches Land, ist der Umsatz des Unternehmens seit Montag um 50 Prozent eingebrochen. So hat zum Beispiel die Stadt Iserlohn, wo sieben Schulen mit Essen von Vitesca beliefert werden, den Caterer sofort gewechselt. Auch acht Einrichtungen in Dortmund beziehen jetzt keine Menüs mehr von Vitesca.

Keine überstürzte Kündigung des Liefervertrages

Die Stadt Schwerte, so Carsten Morgenthal, sieht derzeit dagegen keine Veranlassung für eine überstürzte Kündigung des Liefervertrages. Man werde die Qualität jedoch weiterhin aufmerksam beobachten und das Gespräch mit den Elternbeiräten suchen, die bei der Verpflegung ein Wörtchen mitzureden haben. Möglicherweise sind die verdeckten Recherchen Wallraffs am Mittwochabend schon Thema im Jugendhilfeausschuss. 

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