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Mängel beim Brandschutz der Grundschule Ergste

Unterricht findet wieder statt - Mängel noch nicht behoben

Ergste Am Montag der Umzug in das neue Schulgebäude, am Dienstag die Sperrung wegen Brandschutzmängeln – bei der Grundschule in Schwerte-Ergste ging es hoch her. Am Mittwoch wird der Unterricht stattfinden, auch wenn die Mängel nicht behoben sind. So soll die Sicherheit der Schüler trotzdem gewährleistet werden.

Unterricht findet wieder statt - Mängel noch nicht behoben

Das Geländer an der Feuertreppe der Ergster Grundschule ist noch nicht komplett. Foto: Will

Schulleiter Tobias Köhle und das Kollegium standen am Montagvormittag etwas verloren am Eingang der evangelischen Grundschule in Ergste: Von Schulkindern weit und breit keine Spur, der Schulhof völlig verlassen. Aktivität herrschte nur an den Fluchtrettungstürmen an der Rückseite des Gebäudes Am Derkmannsstück, dort waren Bauarbeiter und ein Bagger im Einsatz. Und genau hier lag auch der Grund für die Ruhe auf dem Schulhof: Die beiden Feuertreppen waren am Montag durch die Bauabnahme gefallen, daher durfte am Dienstag kein Unterricht stattfinden, das Gebäude wurde gesperrt.

Warum fiel der Unterricht am Dienstag aus?

Die städtische Bauaufsichtsbehörde hatte für Montagmorgen, 7 Uhr, die Bauabnahme angesetzt. Das Gebäude konnte jedoch nicht abgenommen werden, weil die beiden Fluchttürme noch nicht fertiggestellt waren. Dort fehlen Teile der Geländer. Damit sind die Brandschutzauflagen nicht erfüllt. „Der Bereich Bauordnung hat morgens Mängel festgestellt, und dem beauftragten Unternehmen bis Montagnachmittag um 16 Uhr Zeit gegeben, diese Mängel zu beheben“, so Stadtpressesprecher Carsten Morgenthal zum Ablauf. Als die Mängel auch am Nachmittag noch nicht behoben waren, entschied die Bauaufsicht: Am Dienstag darf das Gebäude nicht genutzt werden.

Warum konnte der Unterricht am Montag trotzdem stattfinden?

Die Feuerwehr stellte am Montag eine Brandwache, die aufpassen sollte, dass kein Feuer ausbricht. Diese war ab zehn Uhr vor Ort. „Davor mussten erst die personellen Ressourcen geklärt werden. Diese Lücke von zwei Stunden hat man in Kauf genommen in der Abwägung, dass der Brandschutz für die ganze Stadt gesichert sein musste“, so Morgenthal. Eine akute Gefahr habe es für die Kinder in Ergste nicht gegeben.

Wäre diese Lösung nicht auch am Dienstag möglich gewesen?

„Sicherheit geht vor. Die Bauaufsicht hatte entschieden, dass man diese Lösung keinen weiteren Tag tolerieren könnte“, so Morgenthal, warum der Unterricht am Dienstag ausfiel.

Wie geht es nun weiter?

Ab Mittwoch findet der Unterricht wie gewohnt statt, teilte die Stadt Dienstagnachmittag mit. Bis die Fluchttreppen fertiggestellt sind, werden die Feuerwehr und möglicherweise auch externe Unternehmen während der Unterrichtszeit drei Brandwachen stellen. Zudem werden alle Arbeiten ausgesetzt, bei denen ein erhöhtes Risiko eines Feuers besteht (zum Beispiel Schweißarbeiten), bis die Fluchtrettungstürme fertiggestellt sind. Die Feuerwehr wird das Kollegium außerdem am Mittwoch entsprechend der neuen Rettungssituation, Fluchtwegen etc. schulen. Die Maßnahmen werden von einem externen Brandschutzsachverständigen unterstützt und befürwortet, so die Stadt.

Wie konnte es dazu kommen, dass die Fluchttürme nicht rechtzeitig fertig wurden?

Bei der Auftragsvergabe im Sommer 2017 fand sich laut Morgenthal zunächst kein Anbieter, der den Auftrag übernehmen wollte, er musste neu ausgeschrieben werden. Dadurch konnten die Arbeiten erst im Winter beginnen. Dann machte das Wetter den Bauarbeitern einen Strich durch die Rechnung: Es war lange zu kalt, um die Wärmedämmung zwischen Fassade und Türmen aufzubringen. „Natürlich hat die Bauaufsicht den Fortgang der Arbeiten bereits vor der Bauabnahme überwacht und bei Verzögerungen auch Rücksprache mit dem Unternehmen gehalten. Die Bauingenieure der Stadt hatten aber den Eindruck, dass der Zeitplan passend zum ersten Schultag aufgehen kann“, so Morgenthal.

Hat die Stadt dem Bauunternehmen in der Auftragsvergabe keine Frist zur Fertigstellung der Arbeiten gesetzt?

Man müsse noch überprüfen, was genau in dem entsprechenden Vertrag stehe, so der Pressesprecher: „Wir prüfen, ob eine Vertragsstrafe möglich ist.“ Darüber könnte man der Firma dann möglicherweise auch die Kosten in Rechnung stellen, die nun für die Brandwachen entstehen. Man werde den Prozess „intetern umfassend aufarbeiten und bedauere die bei Eltern, Lehrern und Kinder entstandenen Unannehmlichkeiten“, so die Stadt in ihrer Pressemitteilung.

Wann wurden die Eltern informiert?

Am Montagabend erhielten die Eltern der Grundschüler per Telefon und Whatsapp-Gruppen Bescheid, dass der Unterricht am Dienstag ausfalle. Zwar sei ein alternatives Betreuungsprogramm angekündigt worden, so Björn Wienforth, einer der betroffenen Eltern: „Aber der Hilferuf, die Kinder nur im äußersten Notfall zu schicken, ist klar angekommen.“ Dieser Bitte kam die große Mehrheit der Eltern nach: Nur neun der insgesamt 190 Kinder mussten am Dienstag betreut werden, so Schulleiter Köhle. „Wir sind außerordentlich dankbar, dass es so unkompliziert geklappt hat. Die Eltern haben sehr verständnisvoll reagiert“, sagte er am Dienstagnachmittag.

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Unterricht findet wieder statt - Mängel noch nicht behoben

Nach dem Umzug liegt die Grundschule im anderen Teil Ergstes.

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Lange Umbauphase

  • Der Umbau des Gebäudes dauert bereits seit den Osterferien 2017.
  • Die Kosten sollen 2,5 Millionen Euro betragen – und somit mehr als ursprünglich geplant.
  • Unter anderem musste der feuchte Keller saniert werden. Und die Elektroinstallation wurde erneuert.
  • Vorher war im Gebäude der Sitz der Förderschule „Schule an der Ruhr“, noch einige Jahre vorher der der Hauptschule.

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