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Vortrag Gerichtsmedizin: Im Zweifel unnatürliche Todesursache

SCHWERTE “Zehn Prozent aller Todesursachen sind falsch im Totenschein eingetragen“, meint Dr. Ralf Zweihoff. Der Mann, der im Marienkrankenhaus Geheimnisse der Gerichtsmedizin lüftete, muss es wissen.

Vortrag Gerichtsmedizin: Im Zweifel unnatürliche Todesursache

Dr. Ralf Zweihoff (l.) berichtete aus der Sicht der Gerichtsmedizin.

Denn er ist Gerichtsmediziner in Dortmund und hat deshalb täglich mit der Untersuchung von Toten zu tun. Den Totenschein stellen zumeist Ärzte aus und die stellen auch die meisten Teilnehmer an einer Weiterbildungsveranstaltung im Marienkrankenhaus. Neben dem Rechtsmediziner referierten Kriminalhauptkommissar Jörg Wilke und Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer. Sie alle warben für mehr Zusammenarbeit.

Denn meist erkennen die Ärzte die Todesart problemlos. „Es kommt aber auch darauf an, die Ursachenfolge zu dokumentieren“, erklärte Zweihoff. Komplikationen nach einem Oberschenkelhalsbruch sind zunächst einmal eine natürliche Todesursache. Wenn das Opfer aber den Bruch erlitten hat, weil sie infolge eines Handtaschenraubs gestürzt ist, handelt es sich um einen Fall für den Staatsanwalt. „Doch längst nicht jeder Fall, bei dem der Arzt keine natürliche Todesursache ankreuzt, landet in der Gerichtsmedizin,“ wusste Kommissar Jörg Wilke. Denn oft kann die Polizei bereits durch Umfeldermittlung Fremdverschulden ausschließen. Nur drei Prozent der unnatürlichen Todesfälle müssen überhaupt obduziert werden.

Die Angst vorm Staatsanwalt, die viele Ärzte im Hinterkopf hätten, sei völlig unbegründet, argumentierte Wolfgang Rahner. Der Mordermittler bat alle Anwesenden, darüber nachzudenken, wie viele Kollegen je Ärger mit dem Staatsanwalt hatten. Der Fall ärztlichen Versagens sei äußerst selten. Umgekehrt seien aufmerksame Ärzte unabdingbar für die Aufklärung von Kapitaldelikten. So hinterlasse ein Schütteltrauma bei Säuglingen ja nur diskrete Spuren. Sein Credo: Bei Zweifeln immer unnatürliche Todesursache ankreuzen, auch im Krankenhaus. Organisiert worden war die Veranstaltung übrigen von zwei Ärzten der Klinik, die offensichtlich ein gutes Gespür für das Interesse ihrer Kollegen hatten. Denn die Cafeteria platzte bei der Fortbildungsveranstaltung aus allen Nähten.

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