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Vortrag über Neonazis mit Kapuzenpulli und Irokesenschnitt

SCHWERTE Es sei längst nicht mehr der alte Nazi-Opa, der eine Zeitschrift verteilt. Nein, die heutigen Neonazis hätten viel subtilere Marketingstrategien. Das machte Thomas Schwengers, Jugendpfleger der Stadt und zuständig für Präventionsarbeit, jetzt in einem Vortrag im Bürgersaal im Rathaus klar.

Vortrag über Neonazis mit Kapuzenpulli und Irokesenschnitt

Infos über Neonazis gab es für diese Schwerter.

Gut 60 Besucher, vor allem Eltern, waren der Einladung einer Initiative des Friedrich-Behrens-Gymnasiums gefolgt, um der Musik zu lauschen, die Schwengers mitgebracht hatte. Musik aus der Szene - von Punk, Rock Covern oder Gitarrensound sei alles dabei. Die Texte "warf" er zum Mitlesen an die Wand: "Doch plötzlich kommen zwei Zecken (Linke) auf mich zu. Zwei Tritte in die Schnauze, dann ist Ruh. Sie liegen da in ihrem eigenen Blut. Ich muss euch sagen, dieser Anblick tut mir gut." Viele Jugendliche kennen die Musik

Viele Kinder und Jugendliche würden solche Musik und entsprechende Internetseiten kennen, so Schwengers. Deshalb seien sie aber noch keine Nazi-Kids. Der Bekanntheitsgrad von Neonazi-Material sei von Klasse zu Klasse und Schule zu Schule verschieden.

Für viele Eltern war das alles Neuland. Einige Fragen hatten sie demnach. Auch zum Auftreten der Neonazis. So offensichtlich mit Bomberjacke sei die Kleidung heute nicht mehr. Ein Pulli mit dem Aufdruck "Screwdriver" würde kaum jemanden stutzig machen. Tatsächlich sei das eine Kultband der Nazis. Schwengers: "Das erkennen nur Insider."

Germanisch-heidnischer Bezug

Und konkret ging es im Vortrag weiter: Weil es verboten ist "Heil Hitler!" zu rufen, würden sich Neonazis mit "88" begrüßen. "Die Acht steht jeweils für den achten Buchstaben im Alphabet: das 'H'", so Schwengers. Und so gebe es weitere Chiffren. Heute liefen Neonazis auch im Autonomen-Look herum, im Kapuzenpulli oder auch mit Irokesenschnitt, so Schwengers. Ihre Symbole hätten zum Teil germanisch-heidnischen Bezug.

"Wir haben kein akutes Problem in Schwerte", sagte Schwengers nach seinem Vortrag. Trotzdem informierte er über gut zwei Stunden. Schwengers: "Man muss eine Ahnung haben, sonst ist man kein adäquater Gesprächspartner für die Kinder."

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