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Von Facebook-Acount bis Netflix-Abo

Was passiert mit meinen Daten im Netz, wenn ich tot bin?

Schwerte Im Netz lebt man ewig weiter. Nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch als Kunde. Wer sein digitales Erbe verwalten will, muss zu Lebzeiten einiges vorbereiten.

Was passiert mit meinen Daten im Netz, wenn ich tot bin?

Was passiert mit den Daten bei Facebook nach dem Tod? Foto: Bernd Paulitschke

Mindestens vier meiner aktuell 1022 Facebook-Freunde sind mittlerweile gestorben, ihre Konten gibt es aber noch. Meistens posten Freunde hier an Gedenktagen eine kleine Kondolenznachricht, eine Kerze oder einen Sinnspruch. Manchmal lese ich aber auch Geburtstagsglückwünsche von Menschen, die offensichtlich überhaupt nicht wissen, dass der Betroffene tot ist, und ihn hoch leben lassen. Was passiert überhaupt mit meinem digitalen Nachlass? Mit Facebook, Instagram und Co. Wer löscht meine Internetseiten, was passiert mit meinen digitalen Abos von Netflix bis Spotify, wenn ich tot bin?

„Wer selbst darüber bestimmen will, was nach seinem Tod mit seinen online veröffentlichten Fotos, Nachrichten und Kommentaren passiert, sollte sich so früh wie möglich um die Regelung seines digitalen Nachlasses kümmern“, rät Angelika Weischer von der Schwerter Verbraucher-Zentrale. Dabei gilt es einiges zu beachten.

Auch Verpflichtung gehören zum Erbe

Alles wird vererbt: Nicht nur das Haus oder das Geld auf dem Konto, auch Accounts, Abos und Verträge gehen an die Erben über. Die müssen dann im Zweifelsfall die Kosten für das Spiele-Abo genauso bezahlen, wie das im Netz gekaufte Handy. Die gebuchte Reise muss von ihnen storniert werden.

Facebook hat mittlerweile in seine Kontoeinstellungen einen „Nachlasskontakt“ eingeführt. Dort kann man einen Freund oder eine Freundin benennen, die sich um das Konto kümmert. So kann eine feste Meldung über den Tod des Nutzers dort geteilt werden, eine Löschung des Kontos beantragt oder das Profilbild aktualisiert werden. Der digitale Nachlassverwalter kann aber nicht die Nachrichten des Verstorbenen lesen, zuvor gepostete Beiträge entfernen oder ehemalige Freunde entfernen. Dieses digitale Vermächtnis gesteht der Konzern aber nur Erwachsenen zu.

Testament für das Internet-Ich



Die Verbraucherzentrale rät dazu, bereits zu Lebzeiten ein Internet-Testament aufzusetzen. Dazu soll man eine Liste mit all seinen Konten und Accounts erstellen, die Benutzernamen und die Passwörter auflisten und bereits zu Lebzeiten festlegen, was mit den jeweiligen Konten geschehen soll. Außerdem soll eine schriftliche Vollmacht für eine Vertrauensperson ausgestellt werden. Die erhält derjenige ausgehändigt und eine Kopie geht ins Testament.

Spurensuche im Netz

Erben rät die Verbraucherzentrale, rasch auf Spurensuche im Netz zu gehen, damit sie nicht von Rechnungen und Mahnungen überrascht werden. Allerdings ist längst nicht geklärt, ob Erben überhaupt an gespeicherte Daten von Online-Anbietern ran dürfen.

Was den digitalen Nachlass meiner vier Facebook-Freunde betrifft, sind die meisten der Kommentare auf deren noch existierenden Seiten durchaus pietätvoll. So gehen auf der Facebook-Seite des bereits im Jahre 2011 verstorbenen Schwerter Bluesmusikers, Klaus „Klocki“ Klockenhoff immer noch Musikvorschläge von Titeln ein, die nach Auffassung des Autors Klocki sicher gerne „im Musikerhimmel“ hören möchte.

Tipps der Verbraucherschützer

  • Kümmern Sie sich schon zu Lebzeiten um Ihren digitalen Nachlass.
  • Fertigen Sie eine Übersicht aller Accounts mit Benutzernamen und Kennworten an und speichern sie die am besten verschlüsselt auf einem USB-Stick.
  • Bestimmen Sie einen digitalen Nachlassverwalter und halten sie handschriftlich (unterschrieben und datiert) fest, wie mit ihren Daten umgegangen werden soll.
  • Denken Sie daran, die Auflistung Ihrer Accounts immer aktuell zu halten. Ergänzen Sie die Auflistung um neue Accounts, löschen Sie, wenn Sie sich bei einem Account abgemeldet haben.
  • Bestimmen Sie was mit PC, Handy, Notebook und Co. samt den Daten darauf passieren soll.

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