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Grippewelle in Schwerte erreicht Höhepunkt

Was tun gegen die Influenza-Viren?

Schwerte Fieber, Husten, Abgeschlagenheit – immer mehr Schwerter fangen sich eine echte Grippe ein. Wie kann man sich vor Ansteckung schützen? Was hilft? Wie unterscheidet man die Grippe von der Erkältung?

Was tun gegen die Influenza-Viren?

Krankenpflegerin Anna Deutscher macht es vor: Besonders in der Grippezeit ist es wichtig, sich die Hände zu desinfizieren. Das kann vor Ansteckung schützen. Foto: Jessica Will

Die Grippewelle rollt: Die Zahl der gemeldeten Fälle stieg in der vergangenen Woche auf 306 Fälle an, meldet der Kreis Unna. Im Januar waren es nur 94 Fälle. Und auch in Schwerte greift Influenza, die Virusgrippe, um sich. Woran liegt das, wie verhindert man eine Ansteckung, und macht eine Grippe-Schutzimpfung jetzt noch Sinn? Fragen und Antworten zum Thema.

Wie stark ist Schwerte betroffen?

25 Grippe-Patienten werden aktuell im Marienkrankenhaus stationär behandelt. „Wir haben sehr viele Patienten mit oberen Atemwegsinfekten. Der Verdacht auf Influenza bestätigt sich nur bei einem Bruchteil“, so Dr. Thomas Spahn, Ärztlicher Direktor. Auch in der Praxis von Theo Spanke werden viele Grippe-Patienten behandelt. „Wir haben schon seit Wochen mehr Fälle, das ist im Vergleich zu den Vorjahren schon gehäuft“, so der Allgemeinmediziner.

Was sind die Symptome einer Grippe? 

"Typisch ist, dass die Patienten mit Kopf- und Gliederschmerzen zu uns kommen und sie Husten haben“, so Spahn. Der Husten sei „nicht produktiv“, das heißt, es gibt keinen Auswurf. „Dazu kommt ein sehr starkes Krankheitsgefühl, körperliche Schwäche, Temperatur bis 40 Grad und ein starkes Maß an Abgeschlagenheit“, so der Ärztliche Direktor. „Bei echter Influenza haben auch Leute, die sehr selten Fieber haben, zwei Tage hohes Fieber. Dann sollte man auf jeden Fall den Arzt aufsuchen“, sagt Spanke.

Wie wird die Grippe behandelt?

Im Gegensatz zu anderen Atemwegsinfektionen oder bakteriellen Lungenentzündungen spricht der Patient auf die Behandlung mit Antibiotika nicht an, weil es sich um eine Virusinfektion handelt, so Spahn: „Wir geben Flüssigkeit, wir behandeln die Schmerzen, lassen inhalieren, damit sich der Schleim in den Atemwegen gut löst, können im Wesentlichen aber nur die Symptome behandeln. An der Ursache kann man nichts machen. Es braucht dann einfach Zeit.“

Was unterscheidet eine Grippe von einer Erkältung?

„Im Wesentlichen die Dauer, die Hartnäckigkeit und die Ausprägung der Symptome, die bei der richtigen Influenza viel schwerer sind“, so Spahn.

Wie wird die Grippe übertragen?

Per Tröpfcheninfektion. „Wenn jemand infiziert ist, hustet er das aus, und dann inhaliert ein anderer das. Die Viren setzen sich dann auf die Schleimhäute der oberen Atemwege und infizieren so die Zellen“, sagt Spahn. Die Viren werden auch über Hände und Gegenstände, wie Türklinken, weitergereicht.

Wie kann man sich schützen?

„Es lohnt sich, regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen“, so Amtsarzt Dr. Roland Staudt. „Wer die Möglichkeit zur Desinfektion hat, sollte diese nutzen.“ Größere Menschenansammlungen zu meiden und auf häufiges Händeschütteln zu verzichten, sind zwei weitere Tipps, die die Mediziner geben. Und wer bereits hustet oder niest – der sollte statt der Hand die Ellenbeuge vor das Gesicht halten, um Erreger nicht weiter zu verbreiten.

Macht eine Grippe-Schutzimpfung jetzt noch Sinn?

Einen echten Schutz vor der Influenza bietet nur eine Impfung. „Das Robert-Koch-Institut hat erst kürzlich für Risikogruppen den tetravalenten Impfstoff empfohlen, der gegen mehrere Influenza-Stämme schützt“, so Dr. Staudt. Besonders im Blick hat der Amtsarzt Ältere und chronisch Kranke, deren Immunsystem geschwächt ist. Auch Menschen, die beruflich häufig Kontakt mit anderen Menschen haben, empfiehlt er die Impfung. „Personen, die gefährdet sind, sollten sich noch impfen lassen. Auch, weil man nicht vorhersehen kann, wie lange die Grippewelle noch rollt“, so Spahn.

Hängt die Grippewelle auch mit den eisigen Temperaturen zusammen?

„Die Grippesaison nimmt oft Fahrt auf, wenn es kalt ist. Wahrscheinlich schwächt die geringe Temperatur die lokale Immunabwehr auf den Schleimhäuten. Der menschliche Organismus ist nicht für minus zehn Grad gemacht“, sagt Spahn.

Wann ebbt die Grippewelle ab?

Mit einer Entspannung ist noch nicht zu rechnen, sagt Amtsarzt Staudt: „Die Grippezeit kann bis in den April hineinreichen.“ Immerhin sollen die Temperaturen zum Wochenende wieder deutlich ansteigen – damit hat Spahn zumindest die Hoffnung, dass die Welle etwas abebbt. „Eine mildere Witterung würde das begünstigen, aber es bleibt Spekulation.“

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