Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Mit diesem Stecker soll das Auftanken einfacher werden

Smartes Kabel für E-Autos in Schwerte

Autos, die Strom tanken – ist das nun die Zukunft oder nicht? Und falls ja: ab wann genau? Die Stadtwerke Schwerte setzen auf Elektromobilität – und haben schon einige Partner mit im Boot. Im Video erklärt ein Stadtwerke-Vertreter, was das Besondere ist am smarten Kabel.

Schwerte

von Björn Althoff

, 01.06.2018
Mit diesem Stecker soll das Auftanken einfacher werden

So sieht das smarte Kabel aus. Wobei die Endstücke noch nicht das Smarte sind. © Bernd Paulitschke

Nicht an die Zapfsäule fahren, sondern an die Steckdose – so stellen sich Hersteller und Stromanbieter die Zukunft des Autos vor.

Auch die Stadtwerke Schwerte sehen Potenzial. Es gibt Pläne für viele neue Ladestationen und Überlegungen, wie man zukünftig eigentlich abrechnen soll.

Und das, obwohl „es vor ein paar Jahren noch als Spinnerei abgetan wurde“, wie Holger Gies von den Stadtwerken unterstreicht.

Wie viele E-Autos gibt es bisher in Schwerte?

Fast keine. 31 Fahrzeuge, die nur über einen Elektromotor angetrieben werden, waren zum Jahreswechsel 2017/18 in Schwerte zugelassen. Rund ein Drittel gehören zur Flotte der Stadtwerke. Der Rest verteilt sich auf andere Firmen und privaten Gebrauch. Zudem gibt es Hybrid-Autos, die mit Strom wie mit Benzin fahren können. Einige können mit Strom geladen werden. In anderen wird lediglich durch die Bewegung Strom im Auto erzeugt und gespeichert, das das Auto für eine kurze Strecke antreiben kann. Meist allerdings nur für maximal 50 Kilometer.

Und wie weit komme ich mit einem reinen E-Auto?

Abhängig von Modell und Außentemperaturen reicht eine Ladung für 100 bis 350 Kilometer.

Wo in Schwerte gibt es Ladestationen?

„Wir bauen ein Netz auf“, unterstreicht Holger Gies. Bisher gibt es nur zwei Ladestellen: vor dem Rathaus und auf einem Firmenparkplatz an der Bachstraße in Villigst. Bis Ende 2018 sollen zehn weitere Punkte entstehen: in zwei Straßenlaternen an der Bahnhofstraße, Im Reiche des Wassers, im Gewerbegebiet Zwischen den Wegen in Schwerte-Ost, an der Villigster Straße in der Nähe der Kirche, an der Adolf-Kolping-Straße in Westhofen, an weiteren Orten. „Wir versuchen verstärkt, in die Stadtteile zu gehen“, erläutert Holger Gies.

Also zehn Stationen bis Ende 2018. Und danach?

Stadtwerke und Stadt planen einen weiteren Ausbau. Bis Ende 2020 sollen E-Auto-Besitzer an rund 20 öffentlichen oder öffentlich erreichbaren Stellen in Schwerte Strom tanken können. Mögliche Orte: am Bahnhof in Ergste, vor dem Ruhrtal-Gymnasium, an der Gesamtschule Gänsewinkel, an der Haselackstraße. „Wir sind dankbar für Vorschläge von Kunden“, verdeutlicht Gies. Die Bundesregierung fördert die Errichtung von neuen Ladestationen. Das macht es für die Stadt und Stadtwerke finanziell einfacher.

Ist es nicht viel praktischer, eine Ladestadion zuhause zu haben?

Ja. Deshalb haben die Stadtwerke den privaten Nutzer im Blick. In der Garage könne man eine Wandladestation installieren lassen – in Absprache mit einem Elektriker des Vertrauens. Damit geklärt sei, dass das Stromnetz dem permanenten Gebrauch problemlos standhält. Rund 90 Prozent aller Ladungen würden langfristig gesehen zuhause geschehen, zitiert Holger Gies Studien aus der Branche. Und Adrian Mork, Stadtplaner im Rathaus, fügt hinzu: Öffentliche Ladestationen seien immer auch „Promotion und ein großer Werbefaktor“ für den Wechsel hin zum E-Auto.

Ich bin kein Eigentümer, sondern Mieter. Bei mir am Stellplatz/in der Tiefgarage gibt es nur Hausstrom.

Das ist kein Problem. Denn die Abrechnung erfolgt über einen „smartes“ Kabel, das die Stadtwerke mitliefern. Es ordnet das Auto direkt dem Kunden zu. Also rechnen die Stadtwerke den Verbrauch mit dem Endkunden ab – und es läuft nicht über Vermieter, Hausstrom und Nebenkostenabrechnung.

Klappt das auch? Gibt es Beispiele?

„Bei neuen Wohnungsbauprojekten achten wir als Stadt darauf, dass es eine Lade-Infrastruktur gibt“, verdeutlicht Mork. Ein Beispiel, das Gies nennt: eine neue Tiefgarage der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft (GWG). Dort hätten die Stadtwerke für einen Mieter eine Wandsteckdose installiert.

Und wenn dort jemand Anderes an die Steckdose gehen will und auf fremde Kosten sein Auto aufladen will?

Das weiß das „smarte“ Kabel zu verhindern. Während des Ladevorgangs lässt es sich nicht abziehen und umstöpseln. Danach legt es der Kunde ja wieder sicher ins Auto zurück.

Wie wird der Strom abgerechnet?

Da denkt man bei den Stadtwerken über verschiedene Modelle nach: entweder exakt nach Verbrauch oder ähnlich wie bei Smartphone-Tarifen. So wie man dort Freiminuten oder ein gewissen Daten-Volumen für das Internet inklusive hat, so könnte man auch pauschal einen Strompreis für eine Auto-Jahresleistung von 5000, 10.000 oder 15.000 Kilometern buchen.

Und was mache ich außerhalb von Schwerte?

Kommt darauf an, wo Sie sind. Die Stadtwerke Iserlohn beispielsweise kooperieren mit demselben Anbieter wie die Schwerter Stadtwerke. Dort gibt es einige Dutzend Ladestationen – unter anderem eine direkt vor dem Kino. Auch in Unna und in Berlin lässt sich das System nutzen. Anderswo kann man das Kabel zwar benutzen. Die Abrechnung läuft aber nicht über das integrierte Gerät, sondern über andere Wege. In Dortmund zum Beispiel meist über Innogy.

Jetzt lesen

Anzeige