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Boulevard wird für Nachbarn teurer

Ausbau von Einkaufsstraße in Schwerte belastet Anlieger

Lange hatte man seitens der Stadt erklärt, dass sich die Kosten für die Anlieger an der Sanierung der Bahnhofstraße in Grenzen halten werden. Jetzt sind diese Grenzen aber überschritten und alle sollen tiefer in die Tasche greifen. Dabei hat die Stadt auch schon einen Schuldigen ausgemacht.

Schwerte

von Reinhard Schmitz

, 01.06.2018
Boulevard wird für Nachbarn teurer

Der Ausbau der Bahnhofstraße wird für die Anlieger teurer als erwartet.schmitz © Foto: Reinhard Schmitz

Erheblich teurer als bislang prognostiziert soll der Ausbau der Bahnhofstraße zu einer Art Boulevard die Anlieger zu stehen kommen. Bei der ursprünglich mitgeteilten Summe werde es nicht bleiben, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Darin ist von rund 950.000 Euro die Rede, mit denen sich die Beitragspflichtigen jetzt an den Gesamtkosten von rund 1,7 Millionen Euro beteiligen sollen. Für den bei der Stadt verbleibenden Anteil seien Förderanträge beim Land gestellt.

ISG: „Verwaltungspolitik auf unsere Kosten“

Als Grund für die plötzliche Beitragssteigerung wird in der Mitteilung auf gesetzliche Bestimmungen verwiesen, die früher von Stadtplaner Adrian Mork falsch eingeschätzt worden seien. „Das war keine Ein-Mann-Entscheidung, das ist durch alle Ausschüsse gegangen“, entgegnet Bernhard Druffel, Vorsitzender der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofstraße. Dort sei ganz klar definiert worden, wie die Maßnahme abgerechnet werden solle. Dass jetzt plötzlich eine andere Bewertung erfolgen soll, kann er nicht nachvollziehen. „Auf unsere Kosten wird Verwaltungspolitik gemacht“, vermutet Druffel verärgert. Dabei habe die ISG immer sehr eng mit der Stadtverwaltung zusammengearbeitet, nicht mit einzelnen Parteien.

Plötzlich das Zweieinhalbfache

Bis auf den Cent genau – so Druffel – sei jeder Einzelne informiert worden, welche Kosten auf ihn zukommen: „Und jetzt sollen wir das Zweieinhalbfache zahlen.“ Die ISG will das nicht hinnehmen. Schon für Dienstag, 5. Juni, hat sie ein Treffen anberaumt, zu dem Verwaltungs-Anwalt als Rechtsbeistand eingeladen ist. Dabei verweist Druffel auf die Beispiele Im Reiche des Wassers und Messingstraße, wo die Stadt von immensen Anliegerkosten wieder abgerückt war.

In der Presseerklärung der Stadt übernimmt Mork die Verantwortung in Sachen Bahnhofstraße. „Meine bisherigen Einschätzungen waren falsch. Nach den gesetzlichen Bestimmungen fallen für die Anliegerinnen und Anlieger höhere Beiträge als von mir prognostiziert an. Dafür übernehme ich die Verantwortung und entschuldige mich“, wird er in dem Schreiben der städtischen Pressestelle zitiert. Das Word-Dokument mit dem Text der Pressemitteilung war übrigens unter dem Titel „mork presseFINAL“ abgespeichert

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