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Polizei suchte nach dementem 69-Jährigen

Hubschrauber-Einsatz über Schwerte

Wieso kreiste am späten Samstagnachmittag ein Hubschrauber über Schwertes Innenstadt? Die Antwort auf die Frage, die sich viele stellten: Die Polizei suchte nach einem dementen 69-Jährigen. Der war spurlos verschwunden. Und legte einen weiten Weg zurück.

Schwerte

von Björn Althoff

, 03.06.2018
Polizei suchte nach dementem 69-Jährigen

Bei der Suche nach dem Mann setzte die Polizei auch einen Hubschrauber ein. © Pähler

Woher kam der Mann?

Der 69-Jährige lebe im betreuten Wohnen in der Schwerter Innenstadt, teilte die Polizei zunächst mit. Auf Anfrage gab es die Bestätigung: Er sei aus dem Haus am Stadtpark gekommen.


Wieso gab es so einen großen Einsatz?

Der Mann sei dement und „außerhalb des engeren Wohnumfeldes orientierungslos“, so die Polizei. Der Mann könne sich klar artikulieren, aber nicht beschreiben, wo er wohne. Deshalb suchten nicht nur Beamte am Boden und aus Polizeiautos heraus, sondern auch aus der Luft. Die Suche mit dem Hubschrauber sei in solchen Fällen eine „übliche Suchmaßnahme“, hieß es am Sonntag auf Nachfrage bei der Polizei.

Welche weiteren Schritte veranlasste die Polizei?

Um 18.51 Uhr veranlasste die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung. Sie veröffentlichte ein Foto des Mannes und eine detaillierte Beschreibung zu Größe, Statur und Kleidung. Man habe auf Hinweise gehofft, um den Mann schnell wiederzufinden – zu seiner eigenen Sicherheit.

Wo fand man den Mann schließlich?

Rund 23 Kilometer von Schwerte entfernt. In Bönen. Dorthin sei der 69-Jährige offenbar mit der Bahn oder dem Bus gekommen. Der Demente sei „wohlbehalten“ vorgefunden worden, hieß es in der zweiten Pressemitteilung, die die Polizei um 19.23 Uhr veröffentlichte. Darin gab die Polizei auch deutlich zu erkennen: Bitte die Details zum Mann nicht weiter verbreiten. Und das Foto auch nicht.


Ich hatte Vermutungen gehört, der Hubschrauber-Einsatz ginge auf ein Verbrechen zurück.

Nein, das sei nicht der Fall, stellte die Polizei klar.


Wie häufig sucht die Polizei denn mit so einem Aufwand nach Dementen?

Zahlen waren am Sonntag von der Leitstelle der Polizei in Unna nicht zu erfahren. Nur die Einschätzung: Das komme immer häufiger vor – und das sei natürlich eine Folge des demografischen Wandels. Immer mehr Ältere bedeuteten eben auch: immer mehr Demente. Und in der Folge immer mehr solcher Einsätze.

Können Einrichtungen so etwas nicht verhindern, indem sie die Dementen nicht mehr aus dem Haus lassen?

Das wäre verboten, weil ein Einschnitt in die Persönlichkeitsrechte der erwachsenen Menschen. Eine Freiheitsentziehung muss richterlich beschlossen sein. Ein GPS-Chip in Schuh oder Kleidung, der verrate, wo sich der Betreffende aufhielte – so etwas wäre zwar einerseits hilfreich für eine schnelle Fahndung, hieß es von der Polizei. Andererseits, so schob man direkt hinterher, sei auch das rechtlich nicht ohne Weiteres einzurichten. Dafür bedürfe es der Zustimmung des Betreffenden, der rechtlichen Vertreter und eventuell eines Gerichts.

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