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Sechs Polzisten stehen bald vor Gericht

WITTEN Wegen eines Polizeieinsatzes in Witten, der aus dem Ruder gelaufen ist, müssen sich demnächst sechs Beamte vor dem Schöffengericht verantworten. Das hat Oberstaatsanwalt Dr. Christian Kuhnert am Freitag bestätigt.

Sechs Polzisten stehen bald vor Gericht

Den beiden Frauen und vier Männern im Alter zwischen 28 und 46 Jahren wird u.a. Körperverletzung im Amt und die Verfolgung Unschuldiger vorgeworfen. Die Vorkommnisse liegen schon ein Jahr zurück.

Damals hatte nach Kuhnerts Angaben „eine tatsächlich wohlmeinende Person“ bei der Polizei angerufen und gemeldet, dass ein Mann sich umbringen wolle. Als die erste Streifenwagenbesatzung bei ihm ankam, saß er jedoch mit zwei männlichen Angehörigen friedlich auf dem Sofa: „Er sah fern und trank eine Flasche Bier“, unterstreicht Kuhnert.

Für eine echte Gefährdung habe es keine Anzeichen gegeben. Und doch bestanden die Beamten darauf, den vermeintlichen Selbstmörder ärztlich auf seinen psychischen Zustand untersuchen zu lassen. Das lehnte er aber genau wie seine Verwandten ab. Die Situation eskalierte, die Polizei holte Verstärkung. In Fesseln wurden die beiden Angehörigen schlussendlich mit zur Wache genommen.

Der Grund: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. „Noch in der Wohnung und auch beim Transport“, so Kuhnert, erlitten die beiden Festgenommenen Verletzungen. So kassierten sie nicht nur eine Anzeige, sondern erstatteten später auch selbst eine gegen die mittlerweile sechs beteiligten Polizisten - u.a wegen Körperverletzung im Amt.

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