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Videos obszön vertont

50-Jähriger wegen Kinderpornografie verurteilt

SELM Es war heftig, was die Staatsanwältin am Mittwoch in einem Prozess am Amtsgericht in Lünen vorgetragen hat. Angeklagt war ein 50-jähriger arbeitsloser Selmer KFZ-Mechaniker wegen Besitzes und Herstellung kinderpornografischer Videos und einer Collage.

Schockierend waren die schiere Menge der Videos und die drastischen Sprüche darauf. So hat der geständige Angeklagte 192 Filme zumeist von Mädchen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft gedreht. Er filmte die sieben- bis zehnjährigen Kinder beim Spielen im Garten. Anschließend vertonte er die Videos mit obszönen sexuellen Sprüchen und Lauten.

Das ging so über vier Jahre von 2007 bis 2011. Am 19. April 2011 wurde er beim Filmen von Kindern in Dortmund erwischt. Diese Festnahme, so der Selmer, habe bei ihm einen Schock ausgelöst und ihm die Augen geöffnet, dass er so nicht weiter machen könne. Angefangen habe alles mit der Kamera, die er sich gekauft habe, um Jugendliche zu überwachen, die mehrfach sein Auto beschädigt hatten. Irgendwann habe er dann Kinder gefilmt und dabei seien ihm die sexuellen Gedanken in den Kopf gekommen. Nun absolviere er aber seit März 2011 eine Umschulung zum Industriemechaniker, die ihn stark beanspruche und von seinen sexuellen Fantasien abbringe.

Staatsanwältin und Richterin wiesen den Mann darauf hin, dass sich die Zahl und die Intensität der Taten im Laufe der Zeit gesteigert hätten. Sie räumten aber auch ein, dass der Selmer geständig, einsichtig und nicht vorbestraft sei. Außerdem habe er die Videos nur für sich hergestellt und nicht verbreitet. Positiv sei auch seine Umschulung zu werten. Die Staatsanwältin betonte in ihrem Plädoyer allerdings, dass der Selmer massiv in die Persönlichkeitsrechte der Mädchen eingegriffen habe. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die dieses eine Mal noch zur Bewährung ausgesetzt werden sollte - allerdings mit Auflagen. So sollte der Selmer vier Jahre lang von einem Bewährungshelfer beaufsichtigt werden und nach dem Ende seiner Umschulung 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Der Rechtsanwalt des Selmers forderte wegen der positiven Sozialprognose des 50-Jährigen eine deutlich mildere Strafe. Eigentlich, so der Anwalt, habe sein Mandant nur Alltagsszenen gefilmt. Deshalb könne er nicht wegen Kinderpornografie, sondern nur wegen Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte der Kinder belangt werden. Und da sei eine Geldstrafe angemessen. Diese Argumentation akzeptierte das Schöffengericht nicht. Vielmehr folgte es in seinem Urteil exakt dem Antrag der Staatsanwaltschaft. In ihrem Schlusssatz sagte die Richterin zum Angeklagten: „Ich hoffe, dass wir sie hier nicht wieder sehen.“

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