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Deutschlands böser Absturz

BRNO Vieles hatte sich Rüdiger Dülfer sicherlich für seinen 30. Geburtstag gewünscht. Aber bestimmt nicht eine 12:13 (7:7)-Niederlage mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Russland bei der Korfball-Weltmeisterschaft.

Deutschlands böser Absturz

Die deutschen Korfballer (gestreifte Trikots), 2005 noch Fünfter bei den Worrd Games in Duisburg (im Bild das Spiel gegen Taiwan), stürzten bei der WM ab auf die Plätze 9 bis 16.

Dabei war der Spieler vom Selmer KV extra für das Welttreffen der Korbjäger in Brün (Tschechische Republik) in die National-Equipe zurück gekehrt, um die Blamage des seinerzeit achten und letzten Platzes bei der A-WM 2003 vergessen zu machen.

Nun jedoch kam es noch schlimmer: Deutschland verpasste den Einzug unter die ersten acht Plätze, kann bestenfalls noch Neunter werden. Das ist die schlechteste WM-Platzierung der einstmals dritten Kraft im Welt-Korfball. Und: Auch die Qualifikation für die World Games 2009 in Taiwan ist futsch.

  "Total unglücklich" bezeichnete Trainer Thorsten Cramer die Niederlage gegen Russland. Es habe seiner Mannschaft in ihrer Vorrunden-Gruppe, in der alles möglich schien, "das nötige Glück" gefehlt. Anders etwa der Tschechischen Republik. Die Gastgeber sicherten sich mit einem 7:6 und einem 12:11 nach Golden Goal den ersten Platz in ihrer Gruppe.

Deutschland habe zu wenig aus seinen Chancen gemacht, erklärte Cramer. Und bezeichnenderweise zu Beginn jeder Halbzeit einen Durchlaufball kassiert. "Das zeigt, dass die Konzentration fehlte", betonte Cramer. Und prompt geriet sein Team in der ersten Hälfte mit 1:4 (9.) ins Hintertreffen. Deutschland konnte zwar postwendend auf 5:4 (19.) und 6:5 (23.) in Führung gehen, nach dem 9:9 (38.) durch Dülfer hielten die Russen ihren Vorsprung.

Hoffnung keimte noch einmal auf, als Marcel Balzuweit (KC Grün-Weiß) mit seinem dritten Treffer (11:13/50.) und Dülfer mit seinem vierten (12.13/52.) noch einmal den Anschluss schafften. In den letzten acht Minuten aber fiel kein Korb mehr - weder hüben noch drüben.

Ball springt 'raus aus dem Korb - zweimal

Bezeichnend für die Chancenauswertung der Deutschen: Sabrina Hölken (DOS WK Enschede/HKC Albatros), die Cramer extra wegen ihrer gefürchteten Würfe aus der Halbdistanz eingewechselt hatte (47.), traf in der Schlussphase der Begegnung zweimal in den Korb. Doch jedes Mal sprang der Ball wieder heraus.

Spieler und Trainer seien "tief enttäuscht", vermeldete Co-Trainer Thomas Kupka am spielfreien Sonntag aus Brün. Abwechslung suchte die deutsche Equipe bei einer kurzen Trainingseinheit und einem Bummel mit gemeinsamen Mittagessen in der WM-Stadt.

Coach Cramer blickte da schon wieder voraus auf die zweite WM-Woche: "Der neunte Platz ist nun unser unbedingtes Ziel." Man wolle jetzt erst recht die restlichen Partien gewinnen. Das Zuvertrauen haben er und seine Schützlinge offenbar bereits wieder gewonnen: "Wir sind ja immerhin auf hohem Niveau ausgeschieden".

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