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Die Hinrunde des Lebens

SEPPENRADE Am Sonntag beginnt die Rückrunde in der Kreisliga A. In der Pole-Position: Fortuna Seppenrade. Im Interview mit Kevin Kohues spricht Trainer Marco Habicht (Foto) über die Stärke seiner Mannschaft, den Zweikampf mit dem FC Nordkirchen und verrät, was bei seinem Team trotz aller Superlative noch besser werden muss.

Die Hinrunde des Lebens

Marco Habicht

14 Siege und ein Unentschieden, 52:18 Tore und fünf Punkte Vorsprung vor dem FC Nordkirchen – Fortuna Seppenrade hat eine fantastische Hinrunde gespielt und viele Fußballinteressierte überrascht. Sie auch? Habicht: Von der Punkteausbeute her bin ich auf jeden Fall überrascht. Wir wollten zwar oben mitspielen, aber so eine Hinrunde spielst du wahrscheinlich nur einmal im Leben. Vom Auftreten meiner Mannschaft her bin ich aber nicht überrascht. Ich kannte die Jungs ja und wusste, was mich erwartet.

Worin liegt denn Ihr Erfolgsrezept? Habicht: Wichtig war auf jeden Fall, dass wir in der Breite stärker aufgestellt sind, als das bei Seppenrade in der letzten Saison der Fall war. Mit Daniel Tüns, mir selbst und den drei Spielern aus Waltrop haben wir uns gut verstärkt. Dagegen hat man bei Nordkirchen gesehen, dass sie Probleme kriegen, wenn zwei, drei ihrer ganz wichtigen Spieler ausfallen.

Gibt es nach so einer beeindruckenden Hinserie eigentlich noch irgendwo Verbesserungsbedarf – oder sind Sie rundum zufrieden? Habicht: Unsere Defensivarbeit muss klar besser werden. 18 Gegentore in 15 Spielen sind deutlich zu viel. Ich glaube, in unserer Aufstiegssaison haben wir in der ganzen Saison nur 18 Gegentore zugelassen. Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir jetzt offensiver spielen als damals, weil wir im Angriff einfach besser besetzt sind.

Vor der Saison wurde der FC Nordkirchen von den Trainern der Kreisliga A auf den Favoritenschild gehoben. Inzwischen haben Sie ihm mit Ihrem Team den Rang abgelaufen, sind jetzt die Gejagten. Verstärkt sich dadurch der Druck? Habicht:  Nein, wir haben eigentlich keinen Druck. Wir müssen ja nicht aufsteigen.

Viele Beobachter glauben, dass im Rückspiel gegen den FC Nordkirchen die Vorentscheidung um den Aufstieg fällt. Sehen Sie das auch so? Habicht: Nein, denn da geht‘s auch „nur“ um drei Punkte. Es ist eins von 15 Spielen, die wir noch vor uns haben. Wenn die Konstellation so bleibt, dann wird es für Nordkirchen natürlich ein sehr wichtiges Spiel. Wir aber hätten selbst bei einer Niederlage noch zwei Punkte Vorsprung.

Erst einmal geht‘s in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause gegen den Werner SC und GW Selm – Teams aus dem Mittelfeld, die Fortuna in der Hinrunde klar mit 4:2 bzw. 6:2 geschlagen hat. Sehen Sie die Gefahr, dass jetzt der Schlendrian einkehren könnte? Habicht: Dafür haben wir eigentlich gar keine Zeit. Der FC Nordkirchen wird gegen Wethmar und Lüdinghausen sechs Punkte holen, wir wollen ebenfalls das Optimale erreichen und so lange wie möglich ungeschlagen bleiben. Das muss Anreiz genug sein. Klar ist außerdem, dass beide Mannschaften unangenehme Gegner sind. Besonders GW Selm hat sich enorm gesteigert und zählt zu den lauf- und zweikampfstärksten Mannschaften der Liga.

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