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Fallzahlen, Kosten, Sicherheit

Die sechs wichtigsten Hintergründe zum Asyl in Selm

SELM Flüchtlinge aus aller Welt – täglich kommen etwa 1000 politisch oder weltanschaulich verfolgte Menschen aus Syrien, Iran, der Ukraine, Afrika oder anderen Krisenregionen der Welt in Deutschland an. In Selm leben 90 Menschen, die aus ihrer Heimat flüchteten. Tendenz steigend. Die sechs wichtigsten Hintergründe.

Die sechs wichtigsten Hintergründe zum Asyl in Selm

Flüchtlinge auf dem Weg zu einer Erstaufnahmestelle.

Es gibt aktuell hohe Fallzahlen. Im vergangenen Jahr zählte die Stadt 55 Fälle, dieses Jahr mit Stand September 68 Fälle. Das bedeutet nicht, dass es sich dabei um 68 Personen handelt. Ein Fall kann eine Familie oder ein Paar sein. So leben zurzeit 90 Personen in Selm, die aus der Heimat flüchten mussten – 25 Prozent mehr als 2013. Wolfgang Strickstrock, Leiter des Amtes für Jugend, Schule, Familie und Soziales, sagt: „Wir sind hier aber nicht allein.“ Er meint: Anderen Kommunen geht es genauso.

Je mehr Krisenherde es in der Welt gibt, desto mehr Menschen flüchten. Brennpunkte sind Ukraine, Syrien, aber auch Iran, aus Nordafrika kommen viele Menschen mit den berüchtigten Flüchtlingsbooten übers Mittelmeer. 

SELM Die Zahl der Asylbewerber nimmt bundesweit deutlich zu. Ein Trend der auch für Selm gilt. Derzeit leben 72 Asylbewerber in der Stadt, 60 von ihnen haben einen Platz in den beiden Übergangsheimen in Bork und Cappenberg gefunden.mehr...

NRW steht bundesweit vorn mit einer Verteilungsquote von 21,22 Prozent – mehr als jeder fünfte in Deutschland ankommende Flüchtling wird in Nordrhein-Westfalen untergebracht. Diese Quote, der „Königssteiner Schlüssel“, errechnet sich aus Einwohnerzahl und Steuereinkommen.

Die Kosten in Selm liegen um 22 Prozent höher als im vergangenen Jahr: Sie stiegen von 410.000 Euro für die Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz auf 500.000 Euro, wenn man die Fallzahlen bis Ende 2014 hochrechnet. Bei gleichbleibendem Zustrom werden die Kosten 2015 auf 625.000 Euro steigen, das soll so auch im Haushalt veranschlagt werden. Strickstrock erläutert: „Hier sind wir nicht im freiwilligen Bereich. Wenn ein Flüchtling die Ansprüche erfüllt, müssen wir die Leistungen zahlen.“ Eine Zuteilung kann – und will – die Stadt nicht ablehnen.

Grundsätzlich gibt es zwei Methoden, Flüchtlinge unterzubringen: entweder in zentralen Unterkünften oder dezentral, also über die Stadt verteilt. Strickstrocks Prognose: „Wenn wir jetzt nichts tun, dann werden wir schätzungsweise im Frühjahr 2015 die Kapazitätsgrenze erreichen.“ Heißt: Dann sind alle zur Verfügung stehenden Unterkünfte in der Stadt belegt. Man stehe darum in engem Kontakt mit dem städtischen Gebäudemanagement. Zurzeit sieht es so aus: Es gibt 95 Plätze in den zwei Übergangsheimen in Bork und Cappenberg. Davon sind 76 belegt, 19 Plätze frei. Die anderen 14 Asylbewerber sind dezentral untergebracht.

Für den erwarteten Fall, dass 2015 mehr Flüchtlinge in Selm untergebracht werden müssen als jetzt, prüft die Stadt, ob sie private Wohnungen anmieten kann. Ziel ist, die Übergangsheime zu entlasten. „So besteht nächstes Jahr nicht die Gefahr, dass diese volllaufen“, sagt Strickstrock. „Denn dann hätten wir keine Alternative mehr.“ Das letzte, was man wolle, sei der Aufbau von mobilen Heimen wie Mitte der 1990er-Jahre, als der Krieg auf dem Balkan Millionen von Menschen nach Deutschland trieb. Damals streiften Immobilien-Haie durchs Land, die den Kommunen zu horrenden Preisen anboten, Wohnraum bereitzustellen. Die Gefahr ist diesmal nicht so groß. Der Unterschied: Der Wohnungsmarkt ist entspannt. Engemann: "Von Zeltstädten sind wir Gott sei Dank noch entfernt."

Ein privater Sicherheitsdienst ist in Selm nicht im Einsatz. „Keinerlei Erfordernis“, sagt Ingo Heise vom Amt für Soziales. Bei zwischenmenschlichen Problemen der Flüchtlinge aus aller Welt geht städtisches Betreuungspersonal in die Heime und klärt die Angelegenheiten vor Ort oder durch Gespräche mit den Beteiligten auf Sachbearbeiterebene, so Heise. Bislang sei kein ordnungsbehördliches oder polizeiliches Einschreiten erforderlich gewesen.

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